ATX: Corona drückt auf die Stimmung

Das Corona-Virus zählt seit Anfang des Jahres zu den Faktoren, die den Austrian Traded Index (ATX) und generell alle Börsen weltweit fest im Griff haben.

Zwar sind Kurseinbrüche um sechs oder sieben Prozent wie im März und April zu Beginn der Pandemie inzwischen eher die Ausnahme. Doch das Infektionsgeschehen drückt nach wie vor auf die Stimmung. So büßte der ATX gestern 0,44 Prozent ein und schloss mit 2.102,42 Zählern. Dafür verantwortlich zeichneten neben COVID-19 auch die Arbeitsmarktdaten aus den USA.

Wirtschaftsleistung bricht ein

Blicken wir zurück: Mitte April sackte die Industrieleistung in den Vereinigten Staaten von Amerika auf den Stand von 1946. Ähnliche Entwicklungen zeichneten sich rund um den Globus ab.

Ökonomen der Bank Austria gingen zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in Österreich um rund neun Prozent nachlassen wird. Das sorgte nicht nur an der Wiener Börse für trübe Aussichten. Der Chef-Ökonom der Bank Austria, Stefan Bruckbauer, brachte es auf den Punkt: „Damit wird der Einbruch der Wirtschaft mehr als doppelt so stark sein, wie während der Finanzkrise 2009.“

Steigende Infektionszahlen verhageln die Stimmung

Noch lässt sich nicht abschließend beurteilen, wie stark COVID-19 die Wirtschaft beeinträchtigen wird. In Österreich, Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern werden aktuell steigende Corona-Infektionen gemeldet. Das hat sich im Laufe der Woche merklich auf den ATX ausgewirkt. Auch für heute (25. September) rechnet man damit, dass die Negativserie anhalten und dann bereits sechs Tage anhalten wird. Bereits 30 Minuten vor Handelsbeginn stand ein Minus von 0,14 Prozent zu Buche. Gegen Mittag waren es minus 0,42 Prozent.

Auslöser sind weniger Meldungen zur Wirtschaft oder einzelnen Unternehmen in Österreich, sondern schlichtweg COVID-19. Das dürfte auch heute der Fall sein. Zünglein an der Waage spielt auf internationaler Ebene darüber hinaus der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA. Sorgen bereiten jedoch vor allem die möglichen Restriktionen aufgrund der steigenden Corona-Zahlen – so die Helaba (Landesband Hessen-Thüringen).

Verlierer am Donnerstag: OMV

Zu den größten Verlierern zählte am Donnerstag OMV. 2,1 Prozent büßte die Aktie ein und lag am Ende des Börsentages bei 24,00 Euro, nachdem die Experten der Erste Group den Titel von „Buy“ auf „Accumulate“ gesetzt hatten. Mit 3,5 Prozent im Plus stand Andritz dank eines Großauftrags aus Singapur auf der Gewinnerseite eines ansonsten eher „trüben“ Tages.