Bewerbungsschreiben – Lebenslauf Vorlage & Initiativbewerbung

Eine Bewerbung ist Ihre Visitenkarte, mit der Sie einen guten Eindruck hinterlassen und interessant wirken möchten.

Bei Anschreiben und Lebenslauf gilt aber, dass zu viel Eigenlob auch negativ wirken kann. Wie überzeugen Sie mit einem prägnanten Bewerbungsschreiben und wie sollte der Lebenslauf gestaltet sein?

Zur Bewerbung gehören:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Abschlusszeugnisse
  • Arbeitszeugnisse

Wie sollte das Anschreiben aussehen?

Das Anschreiben ist der wichtigste Teil Ihrer Bewerbung. Hier bringen Sie Ihre Motivation zum Ausdruck; Sie beschreiben also, warum Sie sich auf diese Stelle bewerben. Wiederholen Sie hier nicht einfach nur Punkte aus dem Lebenslauf, sondern fassen Sie Leistungen und Erfolge zusammen, welche für die ausgeschrieben Stelle wichtig sind.

Der erste Satz könnte beispielsweise so lauten: „Nachdem ich mein Studium der Informatik erfolgreich abgeschlossen habe, suche ich nach einer heraufordernden Tätigkeit. In mehreren Studienprojekten und Praktika habe ich mich mit Data Warehouses beschäftigt – dem Schwerpunkt Ihres Unternehmens.“.

Beschreiben Sie auch soziale Kompetenzen, aber vermeiden Sie klischeehafte Formulierungen, wie „Ich bin konfliktfähig.“. Stattdessen könnten Sie schreiben, dass Sie in der Vergangenheit gerne in fachübergreifenden Teams gearbeitet haben und die Inspirationen aus verschiedenen Disziplinen bei Ihrer Arbeit schätzen.

Wie werden Adresse und Kontaktdaten angegeben?

Unverzichtbar für das Anschreiben sind Angaben zu Namen, Adresse, Mailadresse und Telefonnummer sowie das aktuelle Datum. Ebenso geben Sie den Adressaten Ihrer Bewerbung an. Hier gibt es verschiedene Varianten. Es ist sowohl üblich, die eigene Adresse rechts oben und den Adressaten links oben anzugeben als auch zuerst den Adressaten linksbündig und darunter die eigenen Kontaktdaten ebenso linksbündig anzuordnen.

Bei letzterer Variante können Sie auf der rechten Seite das Datum platzieren. Versuchen Sie, einen konkreten Ansprechpartner für Ihre Bewerbung zu finden, sodass die Adresse nicht „Personalabteilung“ lautet. Gleiches gilt für die Grußformel. Diese sollte nur dann, wenn sich kein Verantwortlicher für das Bewerbermanagement findet, mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ beginnen.

Zwischen die Adressdaten und die Grußformel wird eine Betreffzeile eingeschoben. Formulieren Sie den Betreff möglichst konkret, etwa „Bewerbung als Informatiker auf Ihre Stellenanzeige vom 18.12.2015 in der Lokalzeitung“. Am Schluss steht eine Abschlussformel. Viele schreiben an dieser Stelle „Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung und würde mich über eine Einladung zum persönlichen Gespräch freuen“. Bewerbungsexperten kritisieren bei ähnlichen Formulierungen den Konjunktiv – „würde“. Selbstbewusster klingt es, wenn Sie „und freue mich auf eine persönliche Einladung“ schreiben.

Wie gestalten Sie Ihren Lebenslauf?

Der Lebenslauf listet Ihre bisherigen Ausbildungen sowie berufliche Erfahrungen auf. Wiederholen Sie zunächst nochmals Ihre Kontaktdaten, denn Lebenslauf und Anschreiben werden in Firmen manchmal getrennt weitergegeben. Dazu gehören auch Angaben zum Familienstand und der Anzahl der Kinder.

Unterhalb der Kontaktdaten benennen Sie die Eckpunkte Ihrer schulischen Ausbildung, der Berufsausbildung und des Studiums. Am besten ist eine tabellarische Form, da diese mit Übersichtlichkeit punktet.

Dies kann etwa so aussehen: „03/07 – 03/10″ Studium Informatik an der Universität in Wien, Abschluss als Dipl.-Informatiker, Note 1,5.“. Sie geben aber nicht nur den Studienabschluss an, sondern auch Daten des schulischen Werdeganges. Darunter folgen die beruflichen Erfahrungen. Sie benennen das Beschäftigungsdatum, Ihre Position, das Unternehmen und eventuelle Tätigkeitsschwerpunkte in Kurzform.

Dies kann beispielsweise so aussehen:

  • 04/10 – 09/15 IT-Administrator, PC-Musterfirma, Wien
  • Installation von Software
  • Durchführung softwarebezogener Schulungen
  • Kundensupport

Halten Sie die Beschreibungen aber so knapp, dass der Lebenslauf insgesamt nicht länger als zwei Seiten wird. Stellen, die mit der aktuell ausgeschriebenen Position nichts zu tun haben, sollten Sie nicht näher beschreiben, sondern nur kommentarlos nennen.

Lücken im Lebenslauf sind nicht generell negativ. Sie können versuchen, die Lücken durch den Verzicht auf Monatsangaben zu retuschieren (z.B.: „2010 – 2015“ statt „04/10 – 09/15“); dies kann aber zu Nachfragen führen.

Auch Weiterbildungen, Sprachreisen oder Kinderbetreuungszeiten erklären eventuelle Lücken. Der Lebenslauf beginnt klassisch mit den Punkten, die chronologisch am weitesten zurückliegen und wird nach unten hin aktueller. Ebenso ist die amerikanische Form bekannt, bei der das aktuellste Ereignis als erstes im Lebenslauf auftaucht. Welche Variante Sie wählen, bleibt Ihnen überlassen. Obwohl die amerikanische Form als moderner gilt, ist Sie in vielen Branchen noch unüblich. Den Lebenslauf schließen Sie mit Ort, Datum und Unterschrift ab.

Wie sollte das Bewerbungsfoto aussehen?

Ein Bild ist in der Bewerbung nicht verpflichtend, wird aber gern gesehen. Viele Personalverantwortliche reagieren eher negativ, wenn ein Bewerber kein Foto schickt. Das Bild können Sie entweder auf das Anschreiben oder den Lebenslauf kleben. Letzteres ist üblicher.

Die Größe des Bildes sollte zischen 6 x 4 cm und 9 x 6 cm liegen. Am besten eignet sich eine Porträtaufnahme vor einem neutralen Hintergrund. Wer blass ist, profitiert von einem hellblauen Hintergrund, da dieser den Teint etwas kräftiger erscheinen lässt. Zeigen Sie sich auf dem Bild in hochwertiger Kleidung – für Frauen eine Bluse, für Herren ein Hemd mit Sakko und Krawatte. Bei handwerklichen Berufen kann die Krawatte auch weggelassen werden. Ob das Foto farbig oder in Schwarz-Weiß gehalten ist, bleibt Ihnen überlassen.

Welche Zeugnisse sollten Sie beilegen?

In die Bewerbungsmappe gehören neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf auch Kopien von Zeugnissen. Versenden Sie keine Originale. Wichtige Zeugnisse sind etwa das Schulabgangszeugnis sowie das Ausbildungs- oder Studiumszeugnis. Legen Sie auch Arbeitszeugnisse bei.

Wer noch keine beruflichen Erfahrungen hat, sollte Praktikumszeugnisse mitschicken. Lassen Sie diese aber nicht zu reichlich werden – mehr als fünf Arbeitszeugnisse sind nicht angemessen. In der Regel reichen die Belege der letzten beiden Stellen oder Praktika aus. Sortieren Sie die Unterlagen chronologisch und heften Sie diese in Ihrer Bewerbungsmappe ein.

Was sollten Sie bei Ihrem Bewerbungsschreiben beachten?

  • die Bewerbungsmappe besteht aus Anschreiben, Lebenslauf und Zeugniskopien
  • maximal fünf Zeugnisse in die Mappe legen
  • im Anschreiben konkreten Ansprechpartner benennen
  • Floskeln wie „teamorientiert“ und „flexibel“ vermeiden
  • im Anschreiben auf Begriffe aus der Stellenausschreibung beziehen
  • zum Schluss des Lebenslaufes können gut klingende Hobbys angeführt werden
  • auf dem Bewerbungsfoto wie zum Vorstellungsgespräch kleiden
  • drei Wochen nach Abschicken der Bewerbung dürfen Sie anrufen und nachfragen
  • bei Bewerbungen per Mail werden die Unterlagen als PDF angehängt und das Anschreiben bildet den Mailtext

Initiativbewerbung bei einem Unternehmen

Wen man auf der Suche nach einem Job ist oder bei einem Unternehmen arbeiten möchte welches aktuell keine offenen Stellen ausgeschrieben hat ist je nach Situation eine Bewerbung trotzdem chancenreich.

Die so genannte Blindbewerbung bzw Initiativbewerbung sollte sich auf ihre Stärken beziehen und zum gewählten Unternehmen passen.

Tipps zum Bewerbungsgespräch

Wer zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird hat bereits einen wichtigen Schritt geschafft.

Die Bewerbung konnte überzeugen und der Kandidat hat es in die nächste Auswahlrunde geschafft. Viele sehen dem Bewerbungsgespräch mit Unruhe entgegen. Dank einer guten Vorbereitung gelingt es, im Gespräch zu überzeugen und die Chancen auf den Job zu erhöhen.

Sich auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten

Bei einem Bewerbungsgespräch geht es darum, zu überzeugen und die persönliche Eignung für die vakante Stelle unter Beweis zu stellen.

Dazu sollten Sie sich selbst einige Fragen stellen:

  • Was möchte ich erreichen?
  • Welche Fakten sprechen für Sie?
  • Was kann gegen Sie sprechen?
  • Können Sie Ihre Qualifikationen belegen?
  • Wie gehen Sie mit potentiellen Einwänden um?

Lebenslauf & Gesprächsverlauf

Was für Sie spricht sind Ihre Qualifikationen, die Sie mit Ihrem Lebenslauf belegen. Oftmals beginnt das Vorstellungsgespräch nach etwas Small Talk mit der Frage, warum Sie der richtige Kandidat für die Stelle sind.

Darauf reagieren Sie mit einer kurzen Zusammenfassung Ihres Lebenslaufes. Innerhalb von einer oder maximal zwei Minuten tragen Sie wichtige Punkte Ihrer Vita flüssig vor. Dabei heben Sie die Punkte hervor, welche für die aktuelle Stelle relevant sind. Beginnen Sie etwa mit dem Satz „Ich bin für die angebotene Position geeignet, weil…“.

Argumentieren Sie, indem Sie sagen, dass Sie die geforderten Fähigkeiten besitzen und belegen Sie dies damit, dass Sie vergleichbare Aufgaben früher bereits erfolgreich gemeistert haben.

Begegnen Sie Einwänden, indem Sie auf die Verantwortung hinweisen, die Sie in der Vergangenheit übernommen haben und benennen Sie Situationen, in denen Sie sich Wissen aneignen und auf besondere Anforderungen reagieren mussten. Ziehen Sie schließlich ein Resümee, indem Sie zusammenfassend sagen, dass Sie aufgrund Ihrer beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen in der Lage sind, die zukünftigen Aufgaben voll zu erfüllen.

Welche typischen Fragen werden im Bewerbungsgespräch gestellt?

In Vorstellungsgesprächen werden häufig die gleichen Fragen gestellt. Auf diese Fragen sollten Sie sich vorbereiten, um eine passende Antwort parat zu haben.

  • Warum haben Sie sich beworben?
  • Warum möchten Sie Ihre Stelle wechseln?
  • Was wissen Sie über uns?
  • Wo möchten Sie beruflich in 5 Jahren stehen?
  • Was sind Ihre Stärken?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Welche Hobbys haben Sie?

Auf die Frage, warum Sie sich bei diesem Unternehmen beworben haben, können Sie Parallelen zwischen der Firma und Ihrer eigenen Vita ziehen. Daher sollten Sie sich vorher mit der Firma beschäftigen und sich zumindest deren Webpage durchlesen. Suchen Sie nach Aspekten, die zu Ihrer beruflichen Entwicklung passen (z.B. Produkte, mit denen Sie schon einmal gearbeitet haben).

Mit der Frage, warum Sie Ihre aktuelle Stelle wechseln wollen, möchte ein Unternehmen testen, ob Sie schnell aufgeben und daher einen neuen Job anstreben. Benennen Sie keine Konflikte mit dem vorherigen Arbeitgeber, sondern erklären Sie, dass diese Stelle besser zu Ihren beruflichen Zielen passt. Belegen Sie dies mit einigen Kernpunkten aus der Stellenausschreibung.

Sie sollten sich intensiv über den potentiellen neuen Arbeitgeber informieren. Ob Sie dies getan haben, wird mit der Frage geprüft, was Sie bereits über das Unternehmen wissen. Nennen Sie auf diese Frage hin die Branche der Firma, wichtige Eckpunkte der Firmenhistorie, eine Unternehmensphilosophie, die Produktpalette und das Angebot an Dienstleistungen.

Bei der Frage nach Ihren Zukunftsvorstellungen sollte Ihr Plan mit den Vorstellungen des Unternehmens übereinstimmen. Bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie für interessante Projekte innerhalb des Unternehmens offen sind. Stellen Sie einen Plan für die Zukunft vor und verbinden Sie Ihre Ideen mit Punkten aus der Beschreibung Ihres potentiellen neuen Aufgabengebietes.

Bei der Frage nach Ihren Stärken sollten Sie nicht behaupten, in etwas der Beste zu sein oder fehlerfrei zu arbeiten – das ist unrealistisch. Gute Antworten sind etwa, dass Sie gut mit Stress umgehen können oder Freude an Neuem haben. Fragt Ihr Gegenüber nach Schwächen, dann seien Sie ehrlich, aber nennen Sie nichts, dass Sie in negativem Licht dastehen lässt. Antworten, wie „ich bin ungeduldig“ oder „ich bin perfektionistisch“ sollten Sie vermeiden, denn diese Antworten hören Personalverantwortliche zu häufig. Benennen Sie eine harmlose Schwachstelle, die sich leicht beseitigen lässt, etwa dass Sie sich mit einer bestimmten Software noch nicht gut genug auskennen.

Bei der Frage nach Ihren Hobbys geht es nicht darum, dass Sie am besten gar keine Freizeit möchten, sondern sich nur als Workaholic sehen. Stattdessen versucht Ihr Gegenüber, Sie aufgrund der genannten Freizeitbeschäftigungen einzuschätzen.

Wer gern allein spazieren geht, könnte für kontaktscheu gehalten werden und wer Risikosportarten betreibt, wird vielleicht für sprunghaft gehalten. Nennen Sie unverfängliche Freizeitbeschäftigungen, etwa Mannschaftssportarten oder handwerkliche Hobbys. Auch ehrenamtliches Engagement kann gut ankommen, sollte aber nicht politisch sein.

Wie beantworten Sie die Frage nach Ihrem Wunsch-Gehalt?

Auf die Frage danach, welches Gehalt Sie sich vorstellen, sollten Sie sich vorbereiten. Unterschätzen Sie sich nicht, aber stellen Sie auch keine unrealistischen Forderungen, die nicht zu Ihren Qualifikationen passen. Erkundigen Sie sich vorher nach geltenden Tarifverträgen und nach branchenüblichen Gehältern. Anhaltspunkte bieten Seiten zum Gehaltsvergleich. Ein guter Abschluss, berufliche Erfahrungen und Zusatzqualifikationen können das Gehalt erhöhen.

Nennen Sie keine konkrete Zahl, sondern einen Unter- und Oberbereich. Sagen Sie beispielsweise „Ich hatte mir ein Jahresgehalt zwischen 35.000 und 40.000 Euro vorgestellt, da ich bei meiner vorherigen Stelle 35.000 Euro verdient habe und mich gern verbessern möchte“. Begründen Sie dies mit einer Qualifikation. Wichtig ist, dass Sie immer das Brutto-Gehalt nennen, denn welche Summe Sie dann tatsächlich netto erhalten, hängt von Ihrer Steuerklasse ab, die mit der Tätigkeit nichts zu tun hat. Meist wird das Jahresgehalt genannt und nicht der monatliche Bezug.

Zudem können Sie über Zusatzleistungen verhandeln, etwa zusätzliche Urlaubstage oder einen Zuschuss für die Fahrtkosten. Das sollten Sie insbesondere dann tun, wenn der Personaler mit dem von Ihnen genannten Gehaltsbereich sofort einverstanden ist. Auch die Nutzung eines Firmenwagens oder eine betriebliche Altersvorsorge können attraktive Extras sein, die Sie verhandeln sollten, wenn das Gehalt feststeht.