Daimler fehlen Batterien für Elektro SUV EQC

Der Erfinder des Automobils, Mercedes-Benz, hat Probleme damit, sich inmitten schwieriger Zeiten für die Automobilbranche, neu zu erfinden.

Sicher sind die Stuttgarter nicht die Einzigen, die um ihre langfristige Existenzsicherung kämpfen. Volkswagen, BMW & Co ergeht es ähnlich. Hintergrund: Der einstige Underdog aus dem Silicon Valley, Tesla, hat sich zu einer ernsthaften Bedrohung für die alt eingesessenen Automobilkonzerne entwickelt.

Der Börsenwert des Elektro-Autobauers hat jüngst sogar den der Volkswagen AG überragt. Und das, trotz der Tatsache, dass die Wolfsburger inkl. aller dazugehörigen Marken etwa 30-mal mehr Pkws produziert haben.

  • Daher war es umso wichtiger, dass Mercedes ein Auto auf den Markt bringt, das bei den Kunden und bei den Aktionären Vertrauen in die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Autobauers weckt: Der EQC. Dabei handelt es sich um das erste von Anfang an als Elektroauto konzipierte Automobil von Mercedes-Benz.

Der EQC: Hoffnungsträger oder falsches Versprechen?

Der EQC wurde von Mercedes selbstbewusst als „Mercedes unter den Elektrischen“ angekündigt. Das Design mutet futuristisch an. Man hat zunächst in der Tat den Eindruck, dass Mercedes hier ein großer Wurf gelungen sein könnte. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass der Mercedes auf dem GLC basiert.

  • Was das heißt? Dass es aufgrund des Verbrenner-Archtitektur nur wenig Spielraum für ein neues Raumkonzept gibt. Die Folge: eine vergleichsweise geringe Reichweite (445 km) und eine zu geringe Ladeleistung.
  • Zudem riecht das Ganze nach einem billigen Kompromiss, der teuer verkauft wird (Startpreis: 71281 €). Dennoch ist man bei Mercedes zuversichtlich, mit dem EQC ein attraktives Fahrzeug auf den Markt gebracht zu haben und hat daher keine Kosten und Mühen gescheut das durch diverse Werbekanäle zu kommunizieren.

Hat Mercedes aufs falsche Pferd gesetzt?

  • Die Produktionsziele waren von Anfang an ambitioniert, wenn auch nicht unrealistisch. 25.000 Einheiten sollten es 2019 und 60.000 in 2020 werden. Die Realität sieht jedoch dramatisch anders aus. Lediglich 7.000 Fahrzeuge konnten letztes Jahr ausgeliefert werden.
  • Und für dieses Jahr hatte das Manager-Magazin gemeldet, dass Mercedes das Absatzziel von 60.000 auf 30.000 korrigiert hätte. Auch, wenn Letzteres offiziell von Mercedes dementiert wird, gesteht man, dass es Probleme mit der Lieferung von Batterien gibt.

Denn diese werden nicht in eigenem Hause gebaut, sondern vom Marktführer „LG Chem“ bezogen. Doch dieser hat nun scheinbar Schwierigkeiten damit, die Nachfrage seiner Kunden zu bedienen. Insidern zufolge liegt das eigentliche Problem darin, dass Mercedes seine Batterieproduktion ursprünglich mithilfe des deutschen Unternehmens „Grohmann Engineering“ aufbauen wollte.

Diesem Plan ist ein alter Bekannter in die Quere gekommen: Tesla. Denn Ende 2016 übernahm Tesla das innovative, deutsche Unternehmen und durchkreuzte so angeblich die Pläne der Stuttgarter. Denn mit Tesla als Eigentümer sollten nun andere Interessen verfolgt werden. Auch, wenn eine Alternative gefunden wurde, scheint diese nicht gleichwertig zu sein.

Die Zeit rennt

Als wäre das nicht schon Problem genug, wird der Druck von politischer Seite ebenfalls erhöht. Denn bis 2021 muss Mercedes mindestens einen Abgaswert von 103,1 Gramm CO2 pro Fahrzeug erreichen. Gelingt das nicht, sind im nächsten Jahr Strafen von bis zu einer Milliarde Euro fällig. Geld, das dringend für Investitionen benötigt wird.