E-Bike Versicherung

Die E-Bike Versicherung geht in einigen Punkten über die klassische Fahrradversicherung hinaus. Fährt das E-Bike schneller als 25 Kilometer in der Stunde oder hat einen Motor mit mehr als 600 Watt Leistung, gilt für das E-Bike eine gesetzliche Haftpflichtversicherung im Rahmen der Motorradversicherung.

Dieser Ratgeber beschäftigt sich jedoch ausschließlich mit der E-Bike Versicherung für Bikes ohne Versicherungspflicht.

Was ist bei einer E-Bike Versicherung versichert?

Eine E-Bike Versicherung leistet bis zur Versicherungshöchstsumme, wenn das Rad entwendet, beschädigt oder zerstört wurde. Die höchstmögliche Versicherungssumme beträgt 15.000 Euro für das Rad und zusätzlich fest verbauter Teile.

Als versicherte Risiken gelten Schäden durch

  • Diebstahl und Raub
  • Teildiebstahl
  • Vandalismus
  • Unbefugter Gebrauch
  • Naturgewalten und Feuer
  • Unfall
  • elektrische Schadensursachen
  • Fahrradbruch

Allerdings bestehen von Versicherer zu Versicherer Unterschiede bei den abgedeckten Risiken. Eine Gesellschaft leistet zwar bei einem Schaden durch unbefugten Gebrauch, dafür aber nicht bei elektrischen Schadensursachen. Diese sind von anderen Versicherern gedeckt, dafür zählt unbefugter Gebrauch nicht zu den versicherten Risiken. Um diese kleinen aber feinen Details herauszufiltern, ist die Nutzung des Versicherungsvergleichs umso wichtiger.

Vor dem Hintergrund, dass die Feuergefahr durch den Akku durchaus gegeben ist, sollte diese Deckung im Vertrag auf jeden Fall enthalten sein. Gleiches gilt für Vandalismus und Teildiebstahl.
Kommt es durch einen Materialfehler zu Fahrradbruch, geht dies während der Garantiezeit zulasten des Herstellers. Das Problem mit der Garantie ist nur, sie läuft irgendwann ab. In diesem Fall kommt die Fahrradversicherung für die Reparatur auf.

Was ist bei einer E-Bike Versicherung nicht versichert?

Diebstahl und Raub stellen die Kerndeckung der E-Bike Versicherung, auch im Rahmen einer Haushaltsversicherung, dar. Diese Risiken deckt jeder Versicherer. Alle anderen Positionen sind, wie bereits angemerkt, abhängig vom jeweiligen Anbieter. Hier muss am Ende jeder E-Bike Besitzer selbst entscheiden, wie umfänglich er sein Rad versichern möchte und welcher Schutz ihm am wichtigsten ist.

Worauf bei einer E-Bike Versicherung achten?

Einer der wichtigsten Punkte ist die Erstattung im Schadensfall. Was zahlt der jeweilige Versicherer, den Neuwert oder den Zeitwert? Wenn nur der Zeitwert geleistet wird, wie ermittelt ihn das Unternehmen? Wird von der Erstattung noch ein Selbstbehalt abgezogen?

Diese Kernfrage wollen wir anhand einer kleinen Tabelle beantworten, die allerdings nur einen Auszug aus der gesamten Bandbreite der Versicherungsgesellschaften widerspiegelt.

Versicherer AVersicherer BVersicherer CVersicherer D
SelbstbehaltKein SBKein SB50100
auf alle Schädenauf alle Schäden
Art der ErsatzleistungKaufpreis oder Zeitwert* Neuwert **WiederbeschaffungswertZeitwert 
·         Bei Diebstahl Kaufpreis, bei sonstigen Schäden Zeitwert
** Wiederbeschaffungswert für neuwertigen Zustand. Neuwertig heißt nicht neu!

Am attraktivsten schneidet in diesem Zusammenhang Versicherer B ab. Er verzichtet auf eine Selbstbeteiligung und erstattet dem Versicherungsnehmer den Neuwert. Versicherer D liefert das schwächste Angebot in dieser Gegenüberstellung. Eine Selbstbeteiligung von 100 Euro und nur die Erstattung des Zeitwertes sind keine interessante Lösung.

Ein anderer Punkt, der gerade für Fahrradurlauber von Interesse ist, stellt der Geltungsbereich der Versicherung dar. Die Versicherungsgesellschaften bieten üblicherweise bei einer E-Bike Versicherung weltweit den notwendigen Schutz. Die klassische Fahrradversicherung sieht meist nur eine Leistung bei einem Schaden in Europa vor.

Voraussetzungen für die E-Bike Versicherung

Der Vertragsabschluss ist fast ein Selbstläufer. Aber dennoch sollten die Versicherungsnehmer im Vorfeld wissen, welche Voraussetzungen sie erfüllen müssen. Diese sind nicht bei allen Versicherungen identisch, die Rechnung des Fahrrades muss auf jeden Fall beiliegen.

Einige Versicherer möchten auch eine Kopie der polizeilichen Registrierung des Fahrrades.
In Bezug auf das Schloss als diebstahlverhütende Maßnahme werden die unterschiedlichsten Anforderungen seitens der Gesellschaften gestellt. Hier vier Beispiele:

  • Schloss mit einem Mindestkaufpreis von € 49
  • Sicherung durch ein Schloss in verkehrsüblicher Weise
  • hochwertiges Sicherheitsschloss im oberen Drittel der Sicherungsklasse des Herstellers oder VdS anerkannt
  • Haushaltsversicherung beim gleichen Versicherer, VdS zertifiziertes Schloss der Klasse A+/B+ (ABUS, Kryptonite, Master Lock, Inter-Union)

Schadensmeldung bei der E-Bike Versicherung

Das Vorgehen bei einer Schadensmeldung hängt davon ab, welche Ursache zugrunde liegt. Eine telefonische Vorabmeldung ist auf jeden Fall nützlich. Handelte es sich um Diebstahl, muss der Eigentümer zunächst eine Anzeige bei der Polizei machen. Anschließend kann er die Schadensmeldung zusammen mit einer Kopie vom Kaufvertrag, dem Nachweis über das verwendete Schloss und der Kopie der Anzeige bei der Versicherung einreichen.

Lag dem Schaden eine andere Ursache zugrunde, sollten von dem beschädigten E-Bike Fotos angefertigt werden. Diese sendet der Eigentümer zusammen mit der Schadensmeldung und der Rechnungskopie vom Fahrrad an die Versicherung. Der Versicherer teilt ihm dann mit, ob ein Gutachter kommt oder nicht.

Kündigung und Wechsel der E-Bike Versicherung

Wer als E-Bike Besitzer feststellt, dass eine andere Versicherungsgesellschaft günstigere oder bessere Konditionen hat, möchte vermutlich wechseln. Die Kündigung muss in Schriftform zum Ende des Versicherungsjahres erfolgen. Es gibt allerdings auch eine Ausnahme. Eine Gesellschaft bietet Verträge mit monatlicher Laufzeit an. Die Kündigungsfrist steht generell im Versicherungsschein.

Für die Kündigung genügt in der Regel eine E-Mail oder das Kontaktformular des Versicherers. Um Missverständnisse hinsichtlich der Versendung der Kündigung zu vermeiden, sollte der Versicherungsnehmer die Bestätigungsmail der Versicherung über Eingang der Anfrage aufbewahren.

Für den Neuabschluss gilt, dass die Versicherungsgesellschaften Rabatte bei mehrjährigen Verträgen einräumen. Beträgt die Vertragslaufzeit mehr als drei Jahre, kann der Versicherungsnehmer die Police dennoch zum Ende des dritten Versicherungsjahres kündigen. Allerdings werden die bereits gewährten Preisnachlässe dann zurückgefordert.