Eigenheimversicherung für Österreich – Vergleich & Wechsel

Die Eigenheimversicherung kommt für Schäden am Haus auf, welche durch die in der Police benannten versicherten Gefahren auftreten. Bestandteil der Eigenheimversicherung sind aber auch die Haushaltsversicherung einschließlich Glas und die Haftpflichtversicherung.

Diese Themen werden jedoch in separaten Ratgebern erläutert. Dieser Beitrag beschränkt sich rein auf die Leistungen der Eigenheimversicherung. Der Versicherungsvergleich selbst zeigt aber alle drei Bestandteile in einer Übersicht. Ein lästiges Puzzlespiel entfällt.

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Was ist die Eigenheimversicherung?

Während die Haushaltsversicherung das bewegliche Eigentum eines Mieters in einer Wohnung versichert, bietet die Eigenheimversicherung rundum Schutz für die Immobilie selbst, den Hausrat des Eigentümers sowie Schutz für den Eigentümer vor Schadensersatzforderungen von Dritten.

Die Kernelemente der reinen Gebäudeversicherung innerhalb der Eigenheimversicherung sind Feuer, Leitungswasser und Sturm / Hagel sowie Naturkatastrophen. Schaut man einmal genauer hin, ergeben sich folgende Leistungsfelder:

Sturmversicherung (Naturgewalten)

  • Optische Schäden durch Hagel
  • Kanalrückstau
  • Hangsicherungskosten

Allerdings sind auch die Naturgewalten noch einmal stärker differenziert. Gerade das Thema Lawinen oder Steinschlag spielt in Österreich eine andere Rolle als in Holland oder Belgien.

Hier die detaillierte Risikoübersicht für versicherte Schäden durch Naturgewalten

  • Sturm, Hagel
  • Optische Schäden durch Hagel
  • Erdrutsch, Felssturz, Steinschlag
  • Hangsicherungskosten nach Erdrutsch
  • Hochwasser, Überschwemmung, Muren
  • Regen, Schnee, Schmelzwasser
  • Lawinen, Lawinenluftdruck
  • Kanalrückstau
  • Erdbeben

Feuerversicherung

  • Indirekter Blitzschlag
  • Sengschäden
  • Verpuffungsschäden

Sengschäden treten auf, wenn es keinen offenen Brand gab, beispielsweise, wenn eine Kerze auf den Boden fällt und diesen versengt. Allerdings decken nicht alle Anbieter diese Schadensart ab.

Leitungswasserversicherung

Der Leitungswasserversicherung kommt eine besondere Bedeutung zu. Wasserschäden zählen zu den am häufigsten auftretenden Versicherungsfällen. Erfreulicherweise gibt es in diesem Zusammenhang nur eine Abweichung.

Nicht alle Versicherer gewähren Deckung für eine Rohrleitung außerhalb des Grundstücks. Die meisten Gesellschaften schließen dieses Risiko mit ein. Wir empfehlen den Einschluss, da Straßenarbeiten im Schadensfall recht teuer sind.

Die versicherten Risiken im Überblick:

  • Rohrbruch im Gebäude
  • Leitungswasseraustritt
  • Frostschäden
  • Korrosionsschäden
  • Dichtungsschäden
  • Verstopfung
  • Wasserverlust
  • Armaturen
  • Zu-/Ableitungen am Grundstück
  • Rohrleitungen außerhalb Grundstück
  • Wasseraustritt aus Aquarien
  • Wasseraustritt aus Wasserbetten

Die Versicherungswirtschaft rechnet mit einem starken Anstieg an Versicherungsfällen, da die Leitungen der Häuser aus den fünfziger und sechziger Jahren langsam anfangen marode zu werden.

Wann leistet die Eigenheimversicherung?

Die versicherten Gefahren und Leistungsmerkmale für die Bausteine Haushaltsversicherung und Haftpflichtversicherung finden sich in den jeweiligen Ratgebern.

Auf das Gebäude selbst bezogen besteht Versicherungsschutz bei den folgenden versicherten Gefahren und Risiken:

  • Unwetter
  • Naturkatastrophen
  • Feuer / Brand / Explosion
  • Leitungswasserschäden
  • Glasbruch
  • Einbruch / Diebstahl / Vandalismus
  • Privathaftpflicht
  • Haus- und Grundbesitzhaftpflicht
  • Bauherren-Haftpflicht
  • Tierhalterhaftpflicht

Was zahlt die Eigenheimversicherung?

Es ist wichtig zu wissen, welche versicherten Sachen unter den Schutz der Eigenheimversicherung für den Eigentümer der Immobilie fallen.

Die Eigenheimversicherung erstattet Schäden an

  • Gebäude-Substanz
  • Wohnungsinhalt (im Rahmen der Haushaltsversicherung)
  • Decken, Wände, Böden
  • Klimaanlage
  • Fußbodenheizung
  • Antennenanlagen
  • Wintergarten
  • Photovoltaikanlage
  • Gartenmöbel und Geräte
  • Gartenpflanzen
  • Gartenzaun und Mauer
  • Carport
  • Garage
  • Gartenhaus
  • Schwimmbad / Swimmingpool
  • Erdwärmeanlage

Wie ermittelt sich die Versicherungssumme?

Ein Blick auf die Liste der versicherten Sachen zeigt, dass es hier durchaus Unterschiede bei den Immobilien gibt. Eine Fußbodenheizung oder ein Schwimmbad lassen auf ein höherwertiges Objekt schließen. Die Versicherungssumme ergibt sich zum einen aus der Quadratmeteranzahl des Hauses, zum anderen aus der Ausstattung.

Vier Kategorien liegen hier zugrunde:

  • Einfach
  • Standard
  • Hochwertig
  • Luxuriös

Entsprechend der Kategorie legen die Versicherungsunternehmen einen Pauschalbetrag fest, um den Wiederherstellungswert des Gebäudes bei einem Totalschaden zu ermitteln.

Leider fällt dieser Pauschalbetrag sehr unterschiedlich aus, damit auch die Versicherungssumme, wie die folgende Tabelle zeigt:

Eigenheimversicherung
Versicherung AVersicherung BVersicherung CVersicherung D
Versicherungssumme€ 217.600€ 236.000€ 276.000€ 227.700
Neben-/Aufräumkosten€ 43.520€ 23.600€ 20.700€ 22.770
Neuwertersatzjajajaja

Da die Bandbreite recht groß ausfällt, sind die Versicherungsnehmer gut damit beraten, eine realistische Versicherungssumme zu wählen. Ein weiterer Punkt fällt auf. Die Neben- und Aufräumkosten sind ebenfalls unterschiedlich.

Sie hängen prozentual von der Versicherungssumme ab, allerdings nicht mit einheitlichen Prozentsätzen. Zu den Aufräumkosten zählen beispielsweise die Aufwendungen, wenn die Feuerwehr nach einem Sturm einen umgestürzten Baum zersägen und abtransportieren muss. Es fallen aber auch die Kosten darunter die entstehen, wenn die Trümmer eines abgebrannten Hauses abgefahren werden.

Was kostet die Eigenheimversicherung?

Die Prämie für die Eigenheimversicherung basiert zum einen auf der Größe und Ausstattung des Hauses. Dazu kommen aber noch weitere Faktoren. Die Bauweise, die Bedachung und die Region wirken sich ebenfalls auf den Beitrag aus. In einer Gegend, in der es häufiger zu Sturmschäden kommt, müssen die Versicherungsnehmer etwas mehr bezahlen als in einer Region, die eher windstill ist.

Da die Eigenheimversicherung auch noch die Haushalts- und Haftpflichtversicherung mit einschließt, spielt es auch eine Rolle, welcher Versicherungsschutz der Antragsteller in diesen Fällen wünscht.

Allerdings gibt es auch Rabattierungen. Folgende Faktoren, nur auf die Immobilie bezogen, mindern den Beitrag:

  • Alarmanlage
  • Sicherheitstüren
  • Kaltdach
  • Energieeffizienzklasse A oder B
  • Keine Unwetterschäden in den letzten fünf Jahren

Für die Alarmanlage, die Sicherheitstüren und die Energieeffizienzklasse müssen Nachweise erbracht werden.

Davon losgelöst räumen Versicherungen bei bestimmten Arbeitgebern noch einen Prämiennachlass ein. Wer bereit ist, im Schadensfall einen Selbstbehalt zu tragen, kann seinen Beitrag ebenfalls mindern. Lange Vertragslaufzeiten honorieren die Versicherer ebenfalls mit deutlichen Beitragssenkungen.

Erweiterter Schutz bei der Eigenheimversicherung

Zusätzlich zu den deklarierten Risiken bieten die Versicherer auch noch weitere Einschlüsse an. Die Heizungsanlage beispielsweise ist gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser oder Naturgewalten abgesichert. Es besteht jedoch kein Versicherungsschutz bei Schäden durch Bedienfehler oder Versagen der Steuereinheit.

Mit der Heizungskasko können auch die Kosten, die durch solche Schäden entstehen abgesichert werden. Die Erstattungshöchstgrenzen bewegen sich je nach Versicherer zwischen 10.000 Euro und 30.000 Euro. Der zusätzliche Schutz schlägt im Jahr mit einem Betrag zwischen 100 Euro und 200 Euro zu Buche.

Der Standardversicherungsschutz schließt auch technische Geräte im Haus mit ein. Allerdings auch wieder nur bei Schäden durch die im Standard versicherten Risiken. Mit dem Zusatz „Haustechnikkasko“ kann der Versicherungsnehmer technische Geräte auch gegen Schäden durch fehlerhafte Nutzung versichern.

Ausgeschlossen sind jedoch Fehler, die aus reinem Verschleiß heraus resultieren. Die Versicherungsgrenze bei der Haustechnikkasko liegt üblicherweise bei zehn Prozent bis 15 Prozent der Gebäudeversicherungssumme.

Der Einschluss von Assistance-Leistungen bedeutet, dass der Versicherer in erster Linie organisatorische Hilfe leistet, beispielsweise bei der Bestellung von Handwerkern.

Eigenheimversicherung: was tun im Schadensfall?

Unabhängig davon, um was für eine Art von Schaden es sich handelt, muss der Versicherer unverzüglich benachrichtigt werden. Der Versicherungsnehmer muss im Rahmen der Schadensminderungspflicht sofortige Schritte einleiten, um eine Ausdehnung zu verhindern. Das kann bei einem Wasserschaden bedeuten, den Haupthahn abzudrehen oder bei einem Sturmschaden mit kaputtem Fenster die Rollläden zu schließen.

Bei kleineren Schäden benötigt die Versicherung zur Beurteilung der Lage Fotos. Bei größeren Schäden wird ein Gutachter den Vorfall dokumentieren.

Eigenheimversicherung kündigen und wechseln

Wer bereits eine Eigenheimversicherung besitzt, schaut vermutlich ab und an im Versicherungsvergleich, ob sich in der Zwischenzeit bessere Angebote zum gleichen Preis oder gleichwertige, aber günstigere Angebote finden.

Ist dem so, und er möchte die Eigenheimversicherung wechseln, muss der Altvertrag gekündigt werden. Die Kündigung ist mit der entsprechenden Frist zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Läuft der Vertrag über mehrere Jahre, kann der Versicherungsnehmer die Police frühestens zum Ende des dritten Versicherungsjahres aufheben.

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, was aber nicht bedeutet, dass ein Einschreiben notwendig ist. Ein Fax oder eine E-Mail genügen der Schriftform. Viele Versicherungen arbeiten auf ihrer Homepage mit Kontaktformularen. Die E-Mail, welche die Versicherung als Eingangsbestätigung schickt, sollte der Kunde aufheben, um eventuellen Missverständnissen bezüglich der Fristen vorzubeugen.