Motorbezogene Versicherungssteuer – Änderungen ab dem 01.10.2020

Wer ab dem 01.10.2020 einen Pkw oder ein Motorrad neu zulassen will, wird sich auf Änderungen bei der motorbezogenen Versicherungssteuer einstellen müssen. Für alle Neuzulassungen ab dem 01.10.2020 wird die motorbezogene Versicherungssteuer nicht mehr nur nach der Leistung berechnet, sondern auch nach dem CO²-Ausstoß des Fahrzeugs.

Erhoben wird die motorbezogene Versicherungssteuer gemeinsam mit der Prämie für die Haftpflichtversicherung. Bei Motorrädern wird die motorbezogene Versicherungssteuer nicht mehr nur nach dem Hubraum, sondern ebenfalls auch nach dem CO²-Ausstoß berechnet.

Alle direkten Steuern für Pkws und Motorräder hängen damit nun auch von den CO²-Emissionen ab. Für Fahrzeuge, die vor dem 01.10.2020 zugelassen wurden, ändert sich nichts.

Steuerzuschläge sparen

Es lohnt sich ab 01.10.2020 für Neuzulassungen die motorbezogene Versicherungssteuer für ein ganzes Jahr im Voraus zu bezahlen. In diesem Fall entfallen nämlich die Steuerzuschläge.

Wer monatlich oder vierteljährlich seine motorbezogene Versicherungssteuer zahlt, wird diese Steuerzuschläge entrichten müssen. In einem extremen Fall kann das ‘Kreditzinsen’ in Höhe von 23,6 Prozent entsprechen, weiß der ÖAMTC zu berichten.

Auf CO²-Emissionen beim Kauf achten

Um die motorbezogene Versicherungssteuer möglichst niedrig zu halten, sollte man beim Kauf eines Neuwagens oder eines Motorrades bereits darauf achten, dass das Fahrzeug über niedrige CO²-Emissionen verfügt. Kauft man ab dem 01.10.2020 ein Fahrzeug, für das es keinen CO²-Wert gemäß WLTP oder WMTC gibt, wird eine Ersatzformel angewendet. Bei Wohnmobilen kann das der Fall sein. Also Augen auf beim Neuwagenkauf!

Die Höhe der motorbezogenen Versicherungssteuer

Die motorbezogene Versicherungssteuer ist völlig unabhängig davon, ob man viel oder wenig mit dem Auto unterwegs ist. Sie besteuert allein den Besitz eines Autos, eines Motorrades oder anderer Kfz, für die eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde. Ausgenommen sind zum Beispiel Traktoren.

Für alle Autos, die vor dem 01.10.2020 zugelassen wurden, wird die motorbezogene Versicherungssteuer nach der Leistung (kW) des Motors berechnet. Ab dem 01.10.2020 nach der Leistung und der CO²-Emission.

Pkw, die zwischen dem Zeitraum 01.10.2020 und 31.12.2020 zugelassen werden, zahlen für jedes Kilowatt über 65 Kilowatt und für jedes Gramm CO² über 115 Gramm 8,64 € im Jahr. Es werden jedoch mindestens fünf Kilowatt für die Leistung und fünf Gramm für den CO²-Ausstoß für die Berechnung herangezogen. Die Mindeststeuer wird damit 86,40 € pro Jahr betragen.

Wer ein Elektrofahrzeug sein eigen nennt, ist fein raus, denn er ist von der motorbezogenen Versicherungssteuer gänzlich befreit. Ausgenommen sind Range-Extender und Hybrid-Pkw.

Ab dem Jahr 2021 soll es zu weiteren Verschärfungen kommen.

Tipp: In unserem Ratgeber zum Thema KFZ Steuer in Österreich gibt es eine aktuelle Übersicht.