Pädagogik Paket in Österreich – Änderungen Volksschule und Neue Mittelschule

Das Thema Bildung ist in vielen Ländern ein zentraler Bestandteil für die Gesellschaft und die Chancen, die Kinder und Jugendliche durch eine fundierte Ausbildung erhalten können. Auch in Österreich ist das Thema Bildung sehr relevant.

Neben der allgemeinen Schulpflicht gibt es immer wieder Diskussionen, in welchr Form und mit welchen Regeln das Thema Bildung, Schulautonomie und die Einteilung in verschiedene Schulstufen durchgeführt werden soll. Aktuell ist das Thema durch Bildungsminister Heinz Faßmann erneut aufgegriffen worden – Mit dem vorgestellten Pädagogik Paket soll es zu verschiedenen Änderungen kommen.

Ziele durch das Pädagogik Paket in Österreich

  • Eine klare Beurteilung nach Leistungen mit bestimmten Kriterien (Transparenz)
  • Individuelle Förderung von SchülerInnen abhängig von gegebenen Voraussetzungen
  • Bessere Außendarstellung/Außenwirkung der Mittelschule
  • Vorteile und positive Entwicklungen der NMS beibehalten
  • Eine erhöhte Durchlässigkeit im Bildungssystem in Österreich schaffen

Neu in der Volksschule – Ziffernnoten

Im Rahmen der Änderungen durch das Pädagogik Paket in Österreich kommt es im Bereich der Volksschulen zu einer wesentlichen Änderung in der Form der Benotung. In Zukunft wird bereits ab dem Ende der zweiten Schulklasse die Bewertung nach Noten eingeführt. Die verbale (alternative) Beurteilung als Ergänzung soll jedenfalls beibehalten werden.

Sitzenbleiben erneut in der Volksschule möglich

Eine der zentralen Änderungen betrifft die Versetzung von SchülerInnen in die nächsthöhere Schulstufe in den Volksschulen. Während bisher das gefürchtete „Sitzenbleiben“ nur für die 4. Klasse in der Volksschule möglich war (Nichtversetzung) ist es durch die Änderungen mit dem Pädagogik Paket bereits für Volksschüler ab der zweiten Klasse angedacht.

Austausch von Eltern und LehrerInnen

Eine weitere Neuerung im Rahmen der Änderungen die Bildungsminister Heinz Faßmann vorgeschlagen hat (Pädagogik Paket) ist neben den Ziffernnoten, dem Sitzenbleiben in der Volksschule, den Änderungen bei der NMS (Namen, Leistungsgruppen) auch die Einführung/Ausweitung der Bewertungsgespräche mit den Eltern.

Das Ziel dieser Gespräche ist der gezielte Austausch über die individuellen Stärken/Schwächen sowie den Leistungsstand von SchülerInnen und Eltern. Die Gespräche werden als Eltern – Lehrer – Kind Gespräche bezeichnet. Eine weitere Änderung beeinhaltet auch die Option, dass der Lehrer Kinder gezielt zum Förderunterricht verpflichten kann.

Bewertungsraster zur besseren Beurteilung und Hilfe für Pädagogen

Da die gepante Änderung bei Ziffernnoten in der Volksschule auch die LehrerInnen fordert ist es sinnvoll, diesen bei der Beurteilung der Leistungen ihrer SchülerInnen eine Hilfestellung zu geben. Dies ist vor allem im Bereich der verbalen Beurteilung, welche in Zukunft vorgeschrieben ist, sinnvoll.

Damit diese Form der Beurteilung transparent umgesetzt werden kann soll es zur Entwicklung von einem Bewertungsraster mit transparenten Kriterien mit Vorgaben/Empfehlung für die verbale Beurteilung sowie der Formulierung kommen.

Leistungsgruppen in der Mittelschule

Eine zentrale Änderung für Mittelschulen ist in Zukunft die Einführung eigener Leistungsgruppen/Leistungsniveaus. Diese werden in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie für die erste lebende Fremdsprache angeboten. Die Bezeichnung der Gruppen teilt sich in Standard und Standard AHS. Der Vorteil dieser Regelung wird mit der gezielten Förderung von SchülerInnen argumentiert.

Änderungen an der Polytechnischen Schule

Damit SchülerInnen in Zukunft mehr Zeit für eine mögliche Berufswahl zu haben gibt es in Zukunft ein freiwilliges 10. Schuljahr.

Strengere Strafen und Bußgeld für Schulschwänzen

Das bei einigen SchülerInnen besonders beliebte „Schulschwänzen“ bzw. unerlaubte Fernbleiben vom Unterricht ohne Entschuldigung wird in Zukunft härter bestraft werden. Die Strafen greifen ab 4 vollen Fehltagen innerhalb von neun Schuljahren.

Diese Tage müssen NICHT aufeinanderfolgen. Als Konsequenz droht ein Verfahren bei der Bezirksverwaltungsbehörde und ein Bußgeld von zumindest 110 Euro. Dieses Bußgeld muss von den Eltern bezahlt werden.

Neue Regelungen für die Schulautonomie

Neben den geplanten Änderungen durch das Pädagogik Paket für 2019 gibt es ab dem aktuellen Schuljahr das Schulautonomie Paket. Damit ist beispielsweise das Bilden von Schulgruppen und der Zusammenschluss von Schulverbänden möglich. Die Gestaltung ist hierbei flexibel möglich – Eine Aufteilung kann frei zwischen Schulen/Verbänden erfolgen. Geplant ist hierbei eine schrittweise Integration in den folgenden Jahren. Die Verwaltung erfolgt über ein gemeinsames Sekretariat.

Weiters soll der Wechsel zwischen Schulen für SchülerInnen einfacher möglich sein.