Selbstständig machen – Gewerbe anmelden & Unternehmensgründung

Wer in Österreich ein Unternehmen gründen möchte, der muss im ersten Schritt diese anmelden. Sofern man keine Tätigkeit ausüben möchte, die freiberuflich ist, muss man ein Gewerbeanmeldung vornehmen.

Wie das jetzt funktioniert und was man hierbei beachten muss, kann man in diesem Ratgeber erfahren. Auch für alle, die ihren bisherigen Job kündigen und sich selbständig machen möchten ist es wichtig, über die Voraussetzungen für die Selbständigkeit/das eigene Unternehmen nachzudenken.

Informieren Sie sich vor der Unternehmensgründung und lassen Sie sich je nach ihren Bedürfnissen über die notwendige Rechtsform (Rechtsanwalt), Steuern (Steuerberater), Finanzierung (Bank) und weitere Bedürfnisse ausführlich beraten. Auch ein Gespräch mit einer Unternehmensberatung kann bereits vor einer Gründung Sinn machen, um Fehler von Anfang an vermeiden zu können.

Gewerbeanmeldung und Gewerbeberechtigung

Möchte man jetzt eine Gewerbeanmeldung für sein Unternehmen vornehmen, so muss man hier aufpassen. Den unter Umständen braucht man für die Gründung nicht nur die Gewerbeanmeldung, sondern auch eine Gewerbeberechtigung. Eine Gewerbeberechtigung ist ein besonderer Befähigungsnachweis.

Diese Gewerbeberechtigung benötigt man je nach Tätigkeit, die man ausüben möchte. Typische Fälle in denen man zum Beispiel eine Gewerbeberechtigung benötigt, ist zum Beispiel in bestimmten Berufen des Handwerkes.

Hier besteht die Berechtigung aus einer erfolgreichen Meisterprüfung. Anders kann dies aussehen, wenn man zum Beispiel ein Sicherheitsunternehmen gründen möchte. Hierfür braucht man als Gewerbeberechtigung keine Meisterprüfung, sondern vielmehr eine Unternehmerprüfung.

Gründungsberatung & Freie Gewerbe

Wie man anhand von diesen Beispielen erkennen kann, kann eine solche Gewerbeberechtigung aus verschiedenen Bestandteilen bestehen. Um sicher zu gehen, welche Voraussetzungen man benötigt, sollte man sich bereits vor der Gründung beraten lassen. Entsprechende Beratungsangebote gibt es unter anderem bei der Wirtschaftskammer Österreich. Doch nicht immer benötigt man seine Berechtigung, es gibt auch freie Gewerbetätigkeiten. Hier reicht bei der Gründung eine Gewerbeanmeldung vollkommen aus.

Voraussetzungen für die Gewerbeanmeldung

Wobei es auch hier bestimmte Voraussetzungen gibt, die man als zukünftiger Unternehmer erfüllen muss. Zu diesen Voraussetzungen gehört zum einen das Alter, so darf man erst eine Gewerbeanmeldung vornehmen, wenn man das 18. Lebensjahr erreicht hat. Zudem darf man als Unternehmer keine Vorstrafen haben. Dies ist nämlich ein Ausschlussgrund, durch den die Behörde eine Untersagung aussprechen kann. Wobei dies nicht bedeutet, hat man einmal in seinem Leben ein Fehler gemacht und hat dies zu einer Vorstrafe geführt, hat man keine Chance mehr. Vielmehr muss man zusammen mit der Gewerbeanmeldung einen gesonderten Antrag stellen, nämlich einen Antrag auf Nachsicht. Anhand der Art und Schweregrad der Vorstrafe, entscheidet dann die zuständige Behörde.

Hier muss man sein Gewerbeanmeldung vornehmen

Wer jetzt eine Gewerbeanmeldung vornehmen möchte, der kann dieses bei seiner zuständigen Bezirkshauptmannschaft oder bei Statutarstädten beim Magistrat vornehmen. Wobei man hier je nach Zuständigkeit und Behörde, nicht automatisch direkt vor Ort die Anmeldung vornehmen muss. Denn viele der zuständigen Behörden bieten mittlerweile eine Online-Gewerbeanmeldung über das Internet an. Alternativ kann man seine Gewerbeanmeldung auch per Post und Fax durchführen.

Unterlagen für die Gewerbeanmeldung

Neben dem reinen Antrag auf Gewerbeanmeldung, muss man hier unter Umständen bestimmte Nachweise beifügen. Diese Nachweise können aus einer Kopie des gültigen Reisepass oder Geburtsurkunde, aus einem Staatsbürgerschaftsnachweis, aus einer Meldebestätigung zum Wohnsitz und aus einer Heiratsurkunde bestehen. Letzteres ist insbesondere dann notwendig, wenn der Familienname vom Geburtsnamen abweicht. Zudem kann noch die Vorlage einer Strafregisterbescheinigung notwendig sein. Dies ist dann notwendig, wenn man weniger als fünf Jahre in Österreich wohnt oder keinen festen Wohnsitz in Österreich hat. Die Strafregisterbescheinigung muss hierbei vom Heimatland ausgestellt werden.

Anforderungen je nach Rechtsform

Neben diesen persönlichen Unterlagen die bei einer Gewerbeanmeldung notwendig sein können, kann es je nach Rechtsform noch weitere Anforderungen geben. Soll es sich beim neuen Unternehmen nicht um eine Einzelfirma, sondern zum Beispiel um eine Gesellschaft wie GmbH, AG, OG oder KG handeln, so muss man hier den Eintrag in das Firmenbuch vorlegen.

Beratung durch den Rechtsanwalt

Hierbei muss man aufpassen, der Auszug darf nicht älter als sechs Monate sein. Zudem müssen entsprechende Erklärungen erbracht werden, so zum Beispiel zum gewerberechtlichen Geschäftsführer. Diese Erklärung besteht hierbei aus dem Umfang der Rechte. Handelt es sich bei dem Geschäftsführer um einen Angestellten, so muss auch ein Nachweis über die wöchentlich geplante Arbeitszeit und eine Anmeldebestätigung der Gebietskrankenkasse erbracht werden. Handelt es sich um ein Gewerbe für das eine Gewerbeberechtigung notwendigt ist, so können hier entsprechende Nachweise noch erforderlich sein. Je nach Art des Gewerbes und Gesellschaftsform ist es sinnvoll, sich vor der Gründung bei einer Gründungsberatung, bei der WKO oder bei einem spezialisierten Rechtsanwalt beraten zu lassen.

Die Kosten der Gewerbeanmeldung

Natürlich stellt sich bei einer Gewerbeanmeldung auch die Frage nach den Kosten dafür. Ob Kosten für eine Gewerbeanmeldung entstehen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Handelt es sich zum Beispiel um einen oder mehrere Jungunternehmer die die Gründung vornehmen, so greift hier das Neugründungsförderungsgesetz.

Aufgrund vom Neugründungsförderungsgesetz entstehen keine Kosten wie Stempelgebühren für die Gewerbeanmeldung. Ebenfalls von den Kosten befreit ist die Gründung, wenn es sich um eine Betriebsnachfolge handelt. In allen anderen Fällen entstehen entsprechende Gebühren. Diese können je nach Umfang des Unternehmen und Prüfanforderungen bis zu 150.00 Euro betragen.

Wirksamkeit der Gewerbeanmeldung

So wie man die Gewerbeanmeldung an die zuständige Behörde absendet, ist diese rechtswirksam. Vorausgesetzt alle Anforderungen sind erfüllt und Unterlagen beigefügt. Ist dies der Fall, kann mit dem Tag der Absendung der Gewerbeanmeldung, dass betreffende Gewerbe auch ausüben.

Firma gründen – Gründung einer GmbH in Österreich

Für alle, die mit ihrer eigenen Idee durchstarten möchten und daher über die Gründung einer Firma nachdenken gibt es in Österreich die Option, als Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu fungieren. Dafür ist die Firmengründung einer GmbH notwendig. Hierfür gibt es bestimmte Voraussetzungen. Um eine GmbH in Österreich zu gründen sind im wesentlichen vier Schritte erforderlich. Das sind:

  • der Abschluss eines Gesellschaftsvertrages in Notariatsakt-Form,
  • der Beschluss über die Bestellung der ersten Geschäftsführers,
  • die Eintragung ins Firmenbuch,
  • sowie die Einzahlung des Stammkapitals zu einem Teil.

Das Stammkapital in Höhe von 35.000 Euro muss regulär mit Beginn der Gesellschaft mindestens zur Hälfte auf ein der GmbH gehörendes Gesellschafterkonto eingezahlt werden. Bei GmbH’s, die über das sogenannte Gründungsprivileg verfügen, kann der Betrag bei der Einzahlung zur Gründung zunächst erheblich auf 5.000 Euro vermindert werden.

Was ist eine GmbH eigentlich?

Die GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung – ist eine juristische Person in Form einer Kapitalgesellschaft, die über ein sogenanntes Stammkapital verfügt, das je nach Anzahl der Gesellschafter in Geschäftsanteile aufgeteilt ist.

Dabei muss nicht jeder Gesellschafter über den gleichen Geschäftsanteil verfügen, nur die Summe der Anteile der einzelnen Gesellschafter muss 100% betragen. Die Stimmrechte der einzelnen Gesellschafter können wiederum von den Gesellschaftsanteilen abweichen, in dem zum Beispiel bei bestimmten Beschlüssen nach Köpfen abgestimmt wird.

Ein weiteres grundlegendes Merkmal der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist, dass die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist.

Die Gesellschafter selbst haften im Unterschied zu Personengesellschaften nicht mit ihrem ganzen privaten Vermögen, sondern nur bis zur Höhe der Stammkapitals, falls dieses nicht vollständig eingezahlt ist. Der wesentliche Rechtsrahmen für eine GmbH wird durch das GmbH-Gesetz gebildet.

Als juristische Person kann eine GmbH eigenständig Verträge auf ihren Namen abschliessen, Rechte erwerben, Verbindlichkeiten bzw. Darlehen aufnehmen, andere juristische oder private Personen zur Durchsetzung ihrer Interessen verklagen und auch selbst verklagt werden. Im Gegensatz zu Personengesellschaften in Form einer Offenen Gesellschaft (OG) oder einer Kommanditgesellschaft (KG) kann eine GmbH auch von einer einzelnen Person bzw. einem Gesellschafter gegründet werden.

Wass muss bei Abschluss eines Gesellschaftsvertrages beachtet werden?

Eine wesentliche Voraussetzung zur Errichtung einer GmbH ist der Abschluss eines Gesellschaftsvertrags. Der Gesellschaftsvertrag bzw. die Errichtung einer Ein-Mann-GmbH muss in Notariatsakt-Form erfolgen.

Hinsichtlich des Inhalts des Gesellschaftsvertrages schreibt das GmbH-Gesetz einen Mindestinhalt vor. Dazu gehören:

  • der Name der Firma,
  • der Sitz der Gesellschaft,
  • der Gegenstand des Unternehmens,
  • die Höhe des Stammkapitals,
  • der Betrag der von jedem Gesellschafter auf das Stammkapital eingezahlt

werden muss.

Darüber hinaus finden sich in den Gesellschaftsverträgen einer GmbH oftmals Zusätze, zB. ob das Gründungsprivileg in Anspruch genommen wird oder Regelungen zur Geschäftsführung, zur Einberufung der Generalversammlung bei bestimmten Beschlüssen, zur Beschlussfassung und zu den Stimmrechten der Gesellschafter, insbesondere auch bei Vorhandensein von Minderheitsgesellschaftern.

In einigen Fällen wird im Gesellschaftsvertrag auch bestimmt, dass ein Aufsichtrat bestellt wird. Falls im Gesellschaftsvertrag noch kein erster Geschäftsführer festgelegt wurde, muss die Festlegung in einem ersten Beschluss der Generalversammlung erfolgen.

Was ist zur Anmeldung zum Firmenbuch erforderlich?

Die Anmeldung zum Firmenbuch hat durch sämtliche Gesellschafter mit einem Gesuch zur Eintragung und einer notariellen oder gerichtlichen Beglaubigung der Unterschriften der Gesellschafter zu erfolgen.

Dem Gesuch beizulegen sind in der Regel:

  • der notariatsaktlich beurkundete Gesellschaftsvertrag,
  • eine Liste der Gesellschafter,
  • ein Verzeichnis der Geschäftsführer,
  • der Beschluss der Generalversammlung über die Geschäftsführerbestellung,
  • ein Unterschriftsmuster der Geschäftsführer,
  • eine Bankkonto-Verbindung der Gesellschaft
  • ein Banknachweis über die Einzahlung der in bar zu leistenden Gesellschaftereinlagen sowie
  • die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes.

Welchen Namen kann eine GmbH haben?

Bei Namenswahl für die Firma sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. So kann ein Personenname, ein Geschäftsgegenstand oder eine Fantasiebezeichnung, jeweils mit dem Zusatz, dass es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung handelt, gewählt werden. Dieser Rechtsformzusatz erfolgt üblicherweise als „GmbH“, kann aber auch als „Ges.m.b.H.“ oder „Gesellschaft m.b.H.“ bezeichnet werden. Ebenso können weitere Zusätze in den Namen der Firma aufgenommen werden, soweit sie nicht irreführend sind. Eine weitere Restriktion besteht darin, dass wenn Personennamen als Name der Firma verwandt werden, keine anderen als die Namen von Gesellschaftern aufgenommen werden dürfen.

Was ist das Gründungsprivileg und wie kann es in Anspruch genommen werden?

Das Stammkapital einer GmbH beträgt in allen Fällen 35.000 Euro.

Bei der Gründung einer GmbH bestand bislang die Regelung, dass dieses Kapital durch die Gesellschafter gemäß ihrem Anteil an der Gesellschaft bis zu Hälfte also 17.500 Euro in bar einzuzahlen ist. Ausnahmen hiervon bestanden lediglich dann, wenn es sich um eine sogenannte Umgründung eines bereits seit mindestens fünf Jahren bestehenden Unternehmens handelte. Um Neugründungen von Firmen zu erleichtern, wurde im Jahr 2014 durch die Gesetzgebung das sogenannte Gründungsprivileg geschaffen.

Demnach beträgt das Stammkapital weiterhin 35.000 Euro. Allerdings, um den neu gegründeten Unternehmen gerade in der Startphase entgegenzukommen, in der jeder Cent zum Beispiel für Sachinvestitionen, Dienstleister und Materialeinkäufe benötigt wird, wurde mit dem Gründungsprivileg die sogenannte privilegierte Stammeinlage geschaffen, die nur 10.000 Euro beträgt. Auf die privilegierte Stammeinlage ist durch die Gesellschafter bei Gründung nur die Hälfte also 5.000 Euro in bar einzuzahlen.

Das Gründungsprivileg für eine GmbH wird jeweils für 10 Jahre eingeräumt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sind die Einlagen der Gesellschafter auf die dann geltende Höhe der Stammeinlagen aufzustocken.

Der weitere Vorteil des Gründungsprivilegs ist, dass die Gesellschafter im Falle eine Insolvenz innerhalb der ersten zehn Jahre ebenfalls nur bis zu Höhe der privilegierten Stammeinlage, also 10.000 Euro insgesamt für alle Gesellschafter zusammen haften. Um das Gründungsprivileg in Anspruch zu nehmen, muss es sich allerdings um eine neu gegründete GmbH handeln. Die Inanspruchnahme muss dabei im Gesellschaftsvertrag bei der Gründung festgelegt sein. Ein nachträglicher Beschluss der Gesellschafter reicht hierzu nicht aus.

Wie haftet eine GmbH und welche Nachschusspflichten bestehen für die Gesellschafter?

Die Haftung einer GmbH ist auf ihr Gesellschaftsvermögen beschränkt, also im wesentlichen die bestehenden Bankguthaben, die Forderungen gegenüber Kunden sowie das veräußerbare Anlagevermögen der Gesellschaft. Daneben haften die Gesellschafter bis zur Höhe der ihrem Gesellschaftsanteil zuzuordnenden Stammeinlage. Sollte diese, wie in der Gründungsphase oftmals üblich, noch nicht voll eingezahlt sein, besteht eine Nachschusspflicht seitens der Gesellschafter bis zur Höhe ihrer Stammeinlage.

Eine Haftung mit dem gesamten privaten Vermögen bleibt den Gesellschaftern einer GmbH im Insolvenzfall also erspart. Bei Nutzung des Gründungsprivilegs haften die Gesellschafter für den Zeitraum von zehn Jahren jeweils entsprechend ihrem Gesellschaftsanteil nur bis zum verminderten Stammkapital von 10.000 Euro.

Wer vertritt die Gesellschaft?

Für jede GmbH muss mindestens ein Geschäftsführer bestellt werden. Dieser vertritt die GmbH gerichtlich und außergerichtlich nach außen und im Regelfall auch nach innen. Die Bestellung des Geschäftsführers sowie die Abberufung muss für außenstehende sichtbar im Firmenbuch eingetragen werden. Sind für eine GmbH mehrere Geschäftsführer bestellt, vertreten sie diese die GmbH nach dem Gesetz gemeinschaftlich.

So müssen dann auf Verträgen der Gesellschaft immer die Unterschriften aller Geschäftsführer vorhanden sein. Per Gesellschaftsvertrag kann auch eine Einzelvertretung durch einen Geschäftsführer geregelt sein.

Der oder die die Gesellschaft vertretenden Geschäftsführer einer GmbH haben bei ihren Entscheidungen die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden.

Sollte sie dagegen verstossen, kann ihnen die Entlastung seitens der Generalversammlung verweigert werden. Unabhängig davon haften sie der Gesellschaft gegenüber bei Verstössen auch mit ihrem vollen Privatvermögen.

Wann ist eine Gewerbeberechtigung erforderlich?

Plant eine GmbH Tätigkeiten auszuführen, für die eine Genehmigung nach der Gewerbeordnung erforderlich ist, muss eine eigens auf die GmbH ausgestellte Genehmigung eingeholt werden. Eine Genehmigung die auf einen Gesellschafter ausgestellt ist, reicht hierfür nicht aus.

Ferner muss ein sogenannter gewerberechtlicher Geschäftsführer bestellt werden. Das kann ein nach dem Handelsrecht vertretungsberichtigter Geschäftsführer sein oder ein voll sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer, der nachweislich mindestens bis zur Hälfte der wöchentlichen Normalarbeitszeit im Unternehmen arbeiten muss.

Welche Rechnungslegungsvorschriften bestehen für eine GmbH?

Jede GmbH ist als Kapitalgesellschaft nach dem Handelsrecht zur doppelten Buchführung sowie zur Aufstellung eines Jahresabschlusses nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften, mindestens bestehend aus einer Bilanz und einer Einnahmen- und Ausgabenrechnung, verpflichtet. Dieser Jahresabschluss muss zudem von einem vereidigten Buch- bzw. Wirtschaftsprüfer geprüft und beim Firmenbuchgericht eingereicht werden.

Der Jahresabschluss dient dabei nicht nur zur Darstellung des Unternehmenserfolges, sondern auch als Berechnungsgrundlage und Kontrollmöglichkeit für das Finanzamt für zu entrichtende Steuern. Gewinnausschüttungen, die an die Gesellschafter ausgezahlt werden, dürfen nur aus dem Bilanzgewinn nach den Grundsätzen eine ordentlichen Geschäftsmannes entnommen werden. Die Gewinnverteilung hat dabei nach dem tatsächlich eingezahlten Anteil am Stammkapital zu erfolgen. Umgekehrt besteht für Gesellschafter keine Pflicht zum Nachschuss in die Gesellschaft, wenn die GmbH Verluste macht.

Welche Steuern muss eine GmbH entrichten?

Die GmbH wird steuerrechtlich eigenständig behandelt. Das heißt, die GmbH muss für erwirtschafte Gewinne Steuern zahlen und die Gesellschafter müssen ihrerseits für Ausschüttungen aus der Gesellschaft separat Steuern entrichten. Auf GmbH-Gewinne ist die sogenannte Körperschaftssteuer in Höhe von 25% zu entrichten.

Die Mindesthöhe der Körperschaftssteuer beträgt für sogenannte „Alt-GmbHs“, also vor dem 01.07.2013 gegründeten Gesellschaften 5% des Stammkapitals bzw. mindestens 1.750,00 Euro. Für ab dem 01.07.2013 gegründete Gesellschaften beträgt die Mindestkörperschaftsteuer in den ersten fünf Jahren 500 Euro jährlich und in den nächsten fünf darauffolgenden Jahren 1.000 Euro jährlich. Die verminderte Steuerpflicht gilt also unabhängig davon, ob die GmbH innerhalb dieses Zeitraumes Gewinne oder Verluste erwirtschaftet.

Bei Ausschüttungen an die Gesellschafter aus dem Bilanzgewinn wird die sogenannte Kapitalertragssteuer fällig. Die GmbH ist verpflichtet die Kapitalertragssteuer vor Zahlung an die Gesellschafter einzubehalten und direkt an das Finanzamt abzuführen.

Zum 01.01.2016 wurde die Kapitalertragssteuer von davor 25% auf nun 27,5% angehoben. Gesellschafter, müssen aufgrund ihrer Beteiligung an einer GmbH darüber hinaus keine Beiträge zur Sozialversicherung abführen. Wenn ein Gesellschafter jedoch zugleich gewerberechtlicher Geschäftsführer ist, weil die GmbH Tätigkeiten nach der Gewerbeordnung ausführt, fallen neben den Steuern auf das Gehalt auch für die Gewinnausschüttung an diesen Geschäftsführer Abgaben zur Sozialversicherung an.

Steuernummer und Abgabenkonto beantragen

Nach Bekanntgabe übermittelt Ihnen das Finanzamt einen Fragebogen. Dieser ist unterschiedlich, je nachdem ob Ihre Firmengründung ein Einzelunternehmen, eine Kapitalgesellschaft oder eine Personengesellschaft darstellt.

Neben der Ausfertigung des Fragebogens müssen Sie Ihre Identität nachweisen, dies kann entweder durch persönliche Vorsprache beim Finanzamt erfolgen, oder durch Beilage einer Kopie des Meldezettels beziehungsweise eines amtlich gültigen Ausweises.

Der ausgefüllte Fragebogen und der Identitätsnachweis sind innerhalb von 14 Tagen beim Finanzamt einzureichen. Idealerweise überlassen Sie die Ausfertigung der Formulare Ihrem Steuerberater. Die vollständige Steuernummer ist anschließend bei jedem Zahlungsverkehr oder Korrespondenz mit dem Finanzamt anzugeben.

Nützen Sie Finanz-Online

Mit Finanz-Online bietet Ihnen das Finanzamt in Österreich eine bewährte Möglichkeit, alle nötigen Erklärungen elektronisch einzureichen, Ihr Abgabenkonto einzusehen, oder auch den Zahlungsverlauf nachzuverfolgen. In Finanz-Online können Sie auch wichtige Stammdaten warten, wie zum Beispiel Ihre Bankverbindung, sollte auf Ihrem Abgabenkonto ein Guthaben entstanden sein, dessen Rückzahlung Sie anfordern können. Es gibt keinen vernünftigen Grund, Finanz-Online nicht zu nutzen. Sollten Sie, was empfohlen ist, mit einem Steuerberater zusammenarbeiten, so erledigt der Steuerberater alle notwendigen Aufgaben in Finanz-Online für Sie.

Denken Sie an die Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID)

Mit der Beantragung der Steuernummer können Sie auch gleichzeitig eine Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID) beantragen. Verpflichtend benötigen Sie diese nur, wenn Sie (voraussichtlich) jeweils aktuelle Umsatzgrenzen übertreffen (werden). Die Beantragung einer UID kostet nichts. Spätestens, wenn Sie online im EU-Ausland Fachliteratur bestellen, können Sie sich durch Angabe einer UID die Vorsteuer im innergemeinschaftlichen Erwerb ersparen. Beantragen Sie also eine Umsatzidentifikationsnummer, und weisen Sie die UID ordnungsgemäß auf allen Ihren Rechnungen beziehungsweise Honorarnoten aus, dann liegen Sie auf der sicheren Seite.

Planen Sie Ihren erwarteten Unternehmenserfolg gewissenhaft

Im Fragenbogen zum Antrag einer Steuernummer beziehungsweise eines Abgabenkontos müssen Sie den voraussichtlichen Umsatz und Gewinn im Eröffnungsjahr sowie dem Folgejahr angeben. Davon berechnen sich die vorläufigen Vorauszahlungen für Einkommenssteuer beziehungsweise Körperschaftssteuer, zudem erfolgt damit die umsatzsteuerliche Einordnung. In weiterer Folge sind in diesem Zusammenhang auch die Zahlungen an die gewerbliche Sozialversicherung zu beachten.

Künftige Umsätze und Gewinne können meistens nur geschätzt werden. Wenn Sie die Zahlen zu hoch einschätzen, dann werden Sie nach dem nächsten Jahresabschluss samt den dazugehörenden Steuererklärungen ein rückzahlbares Guthaben auf Ihrem Abgabenkonto erzielt haben. Allerdings werden die Vorauszahlungen Ihre Liquidität bis dahin entsprechend belasten. Haben Sie den erwarteten Gewinn deutlich zu niedrig eingeschätzt, dann werden die Vorauszahlungen vorübergehend Ihre Liquidität geringer belasten, aber es drohen Ihnen dann entsprechende Nachzahlungen.

Nachzahlungen an SVA und Finanzamt beachten

Nachzahlungen bei Finanzamt und Sozialversicherung sind ein häufiger Grund, warum Firmengründungen scheitern oder in der Gründungsphase erheblich belastet werden. Behalten Sie speziell in der Anfangsphase Ihrer Unternehmensgründung den Unternehmenserfolg im Kontext der prognostizierten Umsätze besonders im Auge. Stellen Sie sicher, dass bei gutem Erfolg ausreichend Liquidität vorhanden ist, damit Sie zu erwartende Nachzahlungen an das Finanzamt und die Sozialversicherungen zeitgerecht begleichen können.

Ihr Steuerberater hilft Ihnen maßgerecht

Natürlich können Sie Ihre Firmengründung selbst im Alleingang administrativ regeln. Das bedeutet folglich, alle Formulare und Anträge selbst auszufüllen und einzureichen. In bestimmten Branchen sind für eine Firmengründung eine ganze Menge Genehmigungen einzuholen. Und es gibt eine Vielzahl an gesetzlichen Bestimmungen, sowohl im Steuerrecht als auch im Umgang mit den Trägern der Sozialversicherung.

Sie sparen in der Regel am falschen Platz, wenn Sie Ihre Firmengründung ohne die Dienste eines geprüften Steuerberaters in die Wege leiten. Der Steuerberater erledigt für Sie nicht alle notwendigen Schritte im Umgang mit Finanzamt und Sozialversicherung. Außerdem berät er Sie fachgerecht, wie Sie die Abgabenlast optimal steuern können, oder welche Vorinvestitionen Sie zum Beispiel bereits erlösmindernd geltend machen können. Letzteres ist besonders wichtig in der Phase einer Unternehmensgründung.