Sparen: Realzinsen in Österreich

Neben den angeboten Zinsen für Sparkonten (Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch) in Österreich ist es auch wichtig, auf die tatsächlichen Realzinsen abzüglich der Inflation zu achten.

  • Durchschnittlich 31.264 Euro hat jeder Österreicher auf Sparkonten geparkt
  • Seit März 2010 sind die Zinsen darauf abzüglich der Inflation negativ
  • Inflation in Österreich rund 150 Basispunkte höher als in Deutschland

Durchschnittlich 31.264,80 Euro hat jeder Österreicher auf Sparkonten angelegt – das entspricht einem Zuwachs von 21 Prozent gegenüber 2009.

Auf ihre Einlagen erzielten sie im laufenden Jahr bislang nominal +26,97 Euro und real nach Abzug der Inflation -294,91 Euro an Zinsen. Zum Vergleich: 2009 waren es noch 422,98 Euro nominale und 317,08 Euro reale Zinserträge.

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Realzinsen in Österreich

Seit März 2010 sind die Realzinsen, d. h. die Zinsen abzüglich der Inflation, jedoch negativ, wie die Redaktion des Fachportals Tagesgeldvergleich.net in ihrem monatlich aktualisierten Zinsradar für Österreich ermittelt hat.

So kommt es dann auch, dass Österreichs Sparer seit Januar 2011 zwar fast 13 Milliarden Euro an Zinserträgen erzielt haben, diese jedoch nach Abzug der Inflation zu mehr als 30 Milliarden Euro Kaufkraftverlust führen.

Interessant ist, dass sich die bislang ziemlich gleich verlaufende Inflation in Österreich und Deutschland seit Juni 2020 entkoppelt hat.

Inflation in Österreich & Deutschland im Vergleich
Inflation in Österreich & Deutschland im Vergleich

Während die Inflationsrate in Deutschland seitdem sinkt, stieg sie in Österreich auf bis zu 1,80 Prozent im Juli und liegt damit rund 150 Basispunkte über derjenigen von Deutschland. Bei selbem Zinsniveau verlieren österreichische Sparer derzeit also wesentlich schneller Kaufkraft als ihre Leidensgenossen in Deutschland.