Unterbewertete Aktien finden – Aktien Screening & Aktien Kaufempfehlung Tipps 2021

Unterbewertete Aktien sind der Geheimtipp am Aktienmarkt. Die klassische Strategie, mit der erfolgreiche Investoren ihre Gewinne machen, lautet dabei: Buy low, sell high. Doch wie lassen sich eigentlich unterbewertete Aktien finden? Was genau sind unterbewertete Aktien und woher weiß ein Anleger, ob sich die Investition tatsächlich lohnen kann?

Die Bewertung der Aktien als wichtigster Faktor

Bevor in eine Aktie investiert wird, ist die Bewertung wichtig. Hier sollten sich Anleger nicht nur auf den aktuell angegebenen Wert einer Aktie verlassen, sondern sich die Zeit nehmen und den wahren Wert einer Aktie herausfinden.

Diesen Faktor haben sowohl Warren Buffet als auch Benjamin Graham in den Fokus gestellt. Die beiden Investoren gelten als wichtigste Personen in Bezug auf das Value Investing.

Beim Value Investing kommt die Frage auf, ob eine Aktie unterbewertet oder überbewertet ist. Wenn eine Aktie überbewertet wird, ist sie zu teuer. Liegt eine unterbewertete Aktie vor, kann diese günstig gekauft werden. Bei einer Bewertung der Aktie geht es darum herauszufinden, wie der tatsächliche Wert ist. Liegt der Kaufpreis der Aktie unter diesem, ist sie unterbewertet und ein Kauf kann sich lohnen.

Was ist der wahre Wert einer Aktie?

Die wohl wichtigste Frage bei der Bewertung einer Aktie ist, wie sich der wahre Wert tatsächlich festlegen lässt. Hier ist es notwendig, sich ein wenig mit der Fundamentalanalyse zu beschäftigen. Über diese lässt sich der sogenannte faire Wert oder innere Wert herausfinden. Dabei sind die folgenden Faktoren wichtig:

  • 1. Unternehmensführung
  • 2. Produktmärkte
  • 3. Geschäftsmodell
  • 4. Finanzkennzahlen

Wichtig: Der innere Wert ist nie eine rein objektive Bewertung. Hier spielen auch viele subjektive Faktoren hinein. Umso wichtiger ist es, eine effektive Fundamentalanalyse durchzuführen und möglichst viele der Faktoren zu berücksichtigen.

Wann wird von einer unterbewerteten Aktie gesprochen?

Eine Antwort auf die Frage, wann eine Aktie wirklich unterbewertet ist, lässt sich nicht finden. Aktien sind Geldanlagen, die immer ein Risiko mit sich bringen und die Zusammenstellung des eigenen Portfolios beruht auf Einschätzungen und Wahrscheinlichkeiten.

Wenn die Fundamentalanalyse einen höheren inneren Wert für die Aktie ergibt, als der aktuelle Marktpreis ist, wird jedoch grundsätzlich von einer unterbewerteten Aktie gesprochen.

Hinweis: Bei der Bewertung sollte zwischen günstig und billig immer unterschieden werden. Wenn das Ergebnis im Kurs-Gewinn-Verhältnis ergibt, dass eine Aktie billig ist, ist dies nicht unbedingt
ein Zeichen, auch gleich zu investieren. Eine unterbewertete Aktie ist nicht immer ein Garant für Gewinne. Hier kommt es zeitgleich darauf an zu bewerten, wie die Aussichten für das Unternehmen in der Zukunft sind.

Ein guter Investor macht sich mit der Analyse auf die Suche nach günstigen Aktien, die eine hohe Qualität mit sich bringen. Dafür ist es jedoch notwendig, das große Ganze zu sehen und sich nicht beeinflussen lassen von kurzfristigen Nachrichten oder rein auf die Kennzahlen zu blicken.

Welche Probleme gibt es bei der Bewertung von Aktien?

Beim Aktien Screening gibt es einige Punkte, die den Anleger vor eine Herausforderung stellen können. Viele Anleger verlassen sich auf die Kennzahlen. Allerdings gibt es hier folgende Punkte zu beachten:

1. Gewinn

Der Gewinn ist für Anleger häufig ein besonders wichtiger Faktor. Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis wird ein Vergleich aufgebaut zwischen dem Gewinn des Unternehmens sowie dem aktuellen Kurs der Aktie. Wenn das KGV gering ist, ist auch die Aktie günstig.

Problem: Der Gewinn stammt aus der Vergangenheit. Der aktuelle Stand fließt nicht ein. Auch der Einfluss des Managements auf die Gewinnzahlen, die an die Öffentlichkeit kommen, ist nicht zu unterschätzen.

2. Dividendenrendite

Ausgerechnet wird die Dividendenrendite mit der Formel:

(Ausgezahlte Dividende : Aktienkurs) x 100 = Dividendenrendite

Die Aktie, die eine besonders hohe Rendite hat, soll die bessere Wahl sein. Ist ein Aktienkurs niedrig, wird die Rendite aber hoch. Dabei wird jedoch nicht darauf geachtet, warum die Aktie eigentlich einen geringen Kurs hat. Nicht selten hängt dies auch damit zusammen, dass die Anleger nicht sicher sind, ob sich eine Investition lohnt.

3. Bilanzwerte

Hierbei geht es um das Vermögen, das ein Unternehmen vorweisen kann. Bezeichnet wird dies als Kurs-Buchwert-Verhältnis. Zum Vermögen gehören unter anderem Immobilien, aber auch Werte, wie beispielsweise Patente. Hier muss sich auf die Angaben des Unternehmens verlassen werden. Verlässliche Werte zu erhalten, ist auch hier schwierig.

Tipp: Die Problematiken sind bekannt. Daher wurde ein Verfahren entwickelt, auf das viele Anleger zurückgreifen. Es handelt sich um das Discounted Cash Flow. Hier erfolgt die Wertermittlung in fünf Schritten:

  • Schritt 1: Einschätzung der zu erwartenden Cashflows eines Unternehmens.
  • Schritt 2: Abzinsung auf den derzeitigen Gegenwert.
  • Schritt 3: Bestimmung des Unternehmenswertes in einem Zeitraum in der Zukunft.
  • Schritt 4: Berücksichtigung von Guthaben und bestehenden Schulden.
  • Schritt 5: Ermittlung des Aktienwertes.

Tipp: In unserem Artikel zum Thema Beste Aktien – Welche Aktien kaufen finden Sie einen Überblick und Empfehlungen zum Aktienkauf.

Welche Tipps helfen bei der Suche nach unterbewerteten Aktien?

Gerade für Einsteiger am Aktienmarkt, die sich mit dem Screening noch nicht beschäftigt haben und auch vor der Frage stehen, wie eine optimale Analyse durchgeführt wird, sind die folgenden Tipps hilfreich:

  • 1. Nicht den anderen folgen
    Viele Anleger machen sich erst einmal auf die Suche nach Hinweisen von anderen Investoren. Doch warum sollten diese ihr Wissen mit anderen teilen? Die Handlungen des Mainstreams sollten daher das eigene Anlageverhalten nicht beeinflussen.
  • 2. Überblick verschaffen
    Wer sich für ein Unternehmen interessiert und investieren möchte, der sollte sich die Zeit nehmen und sich ein umfangreiches Bild des Unternehmens machen.
  • 3. Marktanalyse durchführen
    Ob eine unterbewertete Aktie von guter Qualität ist, lässt sich auch durch eine Marktanalyse herausfinden. Wie ist die Konkurrenz auf dem Markt? Welche Position hat das Unternehmen derzeit? Gerade der Sektor der technischen Entwicklungen ändert sich ständig. Marktführer können schnell von anderen Unternehmen abgehängt werden.
  • 4. Aufteilung der Aktien
    Interessant ist auch ein Blick darauf, wie die Aktien aufgeteilt sind. Bei einigen Unternehmen investieren die Vorstände des Unternehmens selbst in Aktien. Ist dies nicht der Fall, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die AG nicht optimal aufgestellt ist.
  • 5. Verlassen auf die eigene Einschätzung
    Diesen Punkt müssen gerade Einsteiger lernen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass das eigene Gefühl häufig ein guter Ratgeber ist, wenn es um die Suche nach Aktien geht. Hat der Anleger ein gutes Gefühl bei einer unterbewerteten Aktie, sollte darauf gehört werden.