Wann gilt die Winterreifenpflicht 2020 / 2021 in Österreich – Profiltiefe, Bußgeld, Schneeketten

Sicherheit ist im Straßenverkehr das A und O. Daher gilt in Österreich eine Winterreifenpflicht, die vom Gesetzgeber je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich ausgestaltet wurde.

Warum eine der Witterung angepasste Bereifung Pflicht ist, liegt auf der Hand: Das Gummigemisch der Reifen ist speziell auf kühlere Temperaturen ausgelegt.

Zudem sorgt das Profil auch bei Schnee, Matsch und eisigen Straßenverhältnissen für den nötigen Grip und damit für Sicherheit. Im Folgenden gehen wir detailliert auf die Winterreifen-Pflicht in Österreich ein und erklären, worauf Sie als Fahrzeughalter und Fahrzeuglenker achten müssen.

Regeln für Personenkraftwagen (PKW)

Für Personenkraftwagen, kurz Pkw, greift die Winterreifenpflicht in der Zeit von 1. November bis zum 15. April.

Entscheidend hierbei sind die Fahrbahnverhältnisse. Muss man sie aufgrund von Schnee, Schneematsch oder Eis als winterlich einstufen, gilt die Winterreifenpflicht. „Und nur dann, wenn auch gefahren wird“, so die offizielle Erläuterung zu den gesetzlichen Vorgaben. Man spricht in dem Zusammenhang von einer situativen Winterreifenpflicht.

Diese Regel gilt für Pkw, Lkw bis zu 3,5 Tonnen sowie Microcars (vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugen mit einem geschlossenen, kabinenartigen Aufbau). Anstatt Winterreifen zu nutzen, ist es bei einer zusammenhängenden und nicht „nennenswert unterbrochenen Schnee- oder Eisschicht“ auf der Straße auch erlaubt, an mindestens zwei Achsrädern Schneeketten anzubringen.

Pickups, SUVs und 4×4

Ob es sich beim Pkw um einen Kombi, eine Limousine, einen SUV, einen Pickup oder einen 4×4 handelt, ist für die Winterreifenpflicht in Österreich völlig unerheblich. Es gelten grundsätzlich die Vorschriften für Personenkraftwagen und Lkw bis zu 3,5 Tonnen.

Fahrten mit Anhängern – Empfehlungen

Für Fahrten mit Anhängern gibt es im Kraftfahrtgesetz (KFG) keine expliziten Vorgaben, dass sowohl das Fahrzeug als auch der Anhänger mit Winterreifen bestückt sein müssen. Rein theoretisch dürften am Anhängern demnach Sommerreifen sein, was allerdings weder empfehlenswert noch sinnvoll wäre. Wer auch im Winter mit Hänger fährt, sollte zumindest Ganzjahresreifen aufziehen.

Klare Vorschriften gelten indes, wenn man sich für Spikereifen entscheidet. Der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) weist darauf hin, dass in dem Fall beide Teile des Gespanns, Zugwagen und Anhänger, gleichermaßen mit Spikereifen ausgestattet sein müssen.

Leicht-Lkw bis 3,5 Tonnen

Leicht-Lkw (LLKW), Lastwagen bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen, benötigen bei winterlichen Straßenverhältnissen genau wie Pkw Winterreifen bzw. Reifen, die aufgrund einer „M&S“-Kennzeichnung auch bei Matsch und Schnee sicher zu fahren sind. Experten raten allerdings auch hier, in der Zeit vom 1. November bis zum 15. April mit Winterreifen zu fahren, um bestens ausgestattet und jederzeit mobil zu sein.

Mofa, Moped, Scooter und Motorrad

Die Winterausrüstungspflicht gilt nicht für Mofas, Mopeds, Scooter und Motorräder. Diese Art Fahrzeug ist in Österreich von der Winterreifenpflicht ausgenommen. Sofern für das entsprechende Modell Winterreifen angeboten werden, sollte man jedoch – schon aus Gründen der eigenen Sicherheit – in wintertaugliche Räder investieren.

Moped-Autos und die Winterreifenpflicht

Wie bereits erwähnt, wurde die Winterreifenpflicht erweitert und gilt seither auch für vierräderige Leichtkraftfahrzeuge mit „geschlossenem, kabinenartigem Aufbau“. Die rechtliche Grundlage hierfür ergibt sich aus Paragraf 102 Absatz 8a des KFG und BGBl. I Nr. 43/2013: Änderung des Kraftfahrgesetzes 1967 (31. KFG-Novelle) vom 25.02.2013.

Winterreifen-Pflicht bei Mietwagen

Eigenes Fahrzeug oder Mietwagen: Die Winterreifenpflicht gilt in Österreich für jedes in den jeweiligen Gesetzestexten genannte Fahrzeug. Große Autovermietungen sorgen in der Regel ihrerseits dafür, dass die Leihwagen in der Zeit vom 1. November bis zum 15. April mit Winter- oder zumindest mit Ganzjahresreifen versehen sind. Laut Sixt sind die Reifen „in den Wintermonaten […] in den Mietpreis inkludiert“.

Davon unabhängig ist es die Pflicht des Fahrzeuglenkers, vor Fahrtbeginn darauf zu achten, dass der Wagen ordnungsgemäß ausgestattet ist. Man muss also selbst kontrollieren, dass Winter- oder Ganzjahresreifen aufgezogen wurden. Der ÖAMTC empfiehlt, sich bereits bei der Reservierung bestätigen zu lassen, dass der Mietwagen über Winterreifen verfügt und man somit gesetzeskonform unterwegs ist.

Regeln für das Reserverad

Beim Reserverad muss es sich nicht um einen Winterreifen handeln. Das heißt, hier gilt die Winterreifenpflicht nicht. Es ist jedoch sinnvoll, das Reserverad regelmäßig zu überprüfen, zum Beispiel, wenn man den Reifendruck kontrolliert und gegebenenfalls anpasst. Zu beachten ist darüber hinaus, dass für bestimmte Fahrzeugklassen in Österreich eine Reserveradpflicht besteht.

Ist eine Mischbereifung zulässig?

Unterschiedliche Reifen zu nutzen, also mit einer Mischbereifung zu fahren, ist keine gute Idee. Jedes Reifenmodell hat unterschiedliche Eigenschaften. Besonders deutlich zutage treten diese Differenzen bei Sommer- und Winterreifen.

Dafür zeichnen vor allem die Profile und die Materialzusammensetzungen verantwortlich. Mischt man Sommer- und Winterreifen, verändern sich die Kurvenstabilität, die Seitenführung und, was besonders gefährlich ist, auch das Bremsverhalten. Von daher sollte man sein Auto bzw. Fahrzeug mit einheitlichen Reifen bestücken.

Mit Blick auf die Winterreifenpflicht in Österreich ist es bei Pkw und Leicht-Lkw bis 3,5 Tonnen ohnehin nicht gestattet, mit einer Mischbereifung zu fahren. Anders verhält es sich bei Lkw und Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht, das über 3,5 Tonnen beträgt. Hier reicht es, wenn an den einzelnen Achsen Reifen gleicher Bauart genutzt werden. Bezogen auf die Winterbereifung gilt laut Informationsportal der Regierung, übrigens auch für Omnibusse:

  • „Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 t und von solchen abgeleitete Kfz dürfen während des Zeitraumes von jeweils 1. November bis 15. April nur dann verwendet werden, wenn zumindest an den Rädern einer Antriebsachse Winterreifen angebracht sind.“

Zusammenfassung Winterreifenpflicht für Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen

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Lkw und Omnibusse

Auch größere Kaliber wie Lkw und Omnibusse unterliegen in Österreich der Winterreifenpflicht. Die Vorschriften unterscheiden sich jedoch teils deutlich von denen für Personenkraftwagen. So gilt die Winterreifenpflicht unabhängig davon, ob die Straßenverhältnisse als winterlich eingestuft werden können oder nicht.

Lkw müssen in der Zeit vom 1. November bis zum 15. April immer an zumindest einer Antriebsachse Winterreifen montiert haben. Bei Omnibussen gilt dies im Zeitraum vom 1. November bis zum 15. März.

Diesbezüglich gibt es nur wenige Ausnahmen, die in Paragraf 102 Absatz 8 Satz 2 KFG definiert werden:

  • Fahrzeuge, bei denen bauartbedingt oder aufgrund ihres Verwendungszwecks Reifen mit der Verwendungsbestimmung „spezial“ angebracht sind.
  • Fahrzeuge des öffentlichen Sicherheitsdienstes, Heeresfahrzeuge und Feuerwehrfahrzeuge, bei denen bauartbedingt oder wegen ihres überwiegenden Verwendungszwecks die Anbringung von Winterreifen nicht möglich oder nicht zweckmäßig ist und
  • Fahrzeuge, mit denen Probe- oder Überstellungsfahrten durchgeführt werden sowie
  • Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Bauweise bestimmungsgemäß nur auf schneefreien Straßen eingesetzt werden, sind von dieser Verpflichtung ausgenommen.

Winterreifen gemäß der Winterreifenpflicht in Österreich

Dass es verpflichtend und darüber hinaus auch sinnvoll ist, bei schlechten Witterungsverhältnissen und glatten Straßen mit Winterreifen zu fahren, steht außer Frage. Die Winterreifenpflicht in Österreich kommt schließlich nicht von ungefähr. Doch welche Reifen erfüllen die Vorgaben, um als Winterreifen akzeptiert zu werden und bieten die entsprechende Sicherheit auch bei Schnee, Schneematsch und Eis?

Diese Frage wird in der Rechtsvorschrift für die Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung sehr ausführlich beantwortet.

Hier die für Fahrzeughalter und Verbraucher wichtigsten Fakten kompakt und verständlich zusammengefasst.

  • Winterreifen müssen mit M+S, M.S. oder M&S gekennzeichnet sein. Die Buchstaben stehen für Matsch und Schnee.
  • Als Winterreifen gelten darüber hinaus Modelle, die mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet sind. Zu erkennen ist es am dreizackigen Bergpiktogramm mit Schneeflocke in der Mitte. Dieses Symbol befindet sich nicht nur auf Winterreifen, sondern wird auch auf Ganzjahresreifen angebracht, die laut ÖAMTC zumindest ein Mindestmaß der nötigen und in Test nachgewiesenen Schneegriffeigenschaften haben.

Profiltiefe

Der beste Winterreifen taugt nur wenig, wenn das Profil fast abgefahren ist. Daher gelten auch für die Profiltiefe von Winterreifen eindeutige Vorschriften. Nur, wenn die vom Gesetzgeber vorgegebene Profiltiefe eingehalten wird, entspricht die Bereifung der Winterreifenpflicht in Österreich.

Folgende Werte müssen eingehalten werden:

  • Mindestens 5,0 Millimeter bei Reifen in Diagonalbauart.
  • Mindestens 4,00 Millimeter bei Reifen in Radialbauart.

Der Reifendruck

Der Reifendruck ist zwar nicht Bestandteil der Winterreifenpflicht in Österreich, sollte aber schon aus eigenem Interesse heraus regelmäßig kontrolliert und angepasst werden.

Denn: „Die Einhaltung des vorgeschriebenen Reifeninnendrucks ist eine wesentliche Voraussetzung zur Erhaltung der Verkehrs- und Betriebssicherheit“, so der Verband der Reifenspezialisten Österreichs.

Welcher Reifeninnendruck für das jeweilige Fahrzeug empfohlen wird, lässt sich relativ leicht ermittelt. Die Werte für den Reifendruck in Teil- und Voll-Last stehen je nach Modell:

  • in der Betriebsanleitung
  • auf der B-Säule
  • an der Fahrertür
  • oder im Tankdeckel

Um beim Reifendruck auf Nummer sicher zu gehen, raten die Reifenspezialisten Österreichs, den Innendruck alle zwei Wochen zu prüfen. Entsprechende Messgeräte gibt es bei fast allen Tankstellen.

Damit der Reifen und das Ventil nicht verschmutzen und dadurch unter Umständen schneller verschleißen, sollte man Ventilkappen benutzen. Wichtig: Reifenumrüstungen und damit neue Reifengrößen gehen mit neuen Vorgaben zum Reifendruck einher.

Wichtig: Winterreifen einfahren

Nagelneue Reifen – das gilt übrigens für Sommer- und für Winterreifen – sind zwar hübsch, können aber noch nicht mit den jeweiligen Eigenschaften aufwarten. Dazu muss man die Winterreifen einfahren. Der Verband der Reifenspezialisten Österreich nennt dazu wichtige Faktoren:

  • Neureifen sollen nur auf trockener Fahrbahn eingefahren werden.
  • Für das Einfahren der Winterreifen (oder Sommerreifen) sind 200 bis 300 Kilometer Strecke nötig
  • Empfohlen wird eine mittlere Geschwindigkeit.

Warum Reifen eingefahren werden müssen, hängt vornehmlich mit den Herstellungsverfahren zusammen. Die Produktion erfolgt mit einer Genauigkeit von bis zu einem hundertstel Millimeter. Dadurch haben neue Winterreifen sehr glatte Oberflächen.

Dazu trägt ebenfalls bei, dass die Reifen während der Produktion mit einem Trennmittel eingesprüht werden, damit sie sich leichter aus der Form lösen. Um der Lauffläche den nötigen Grip zu verschaffen, muss sie durch das Einfahren aufgeraut werden.

Das zeichnet Winterreifen aus

Die Wichtigkeit von Winterreifen ergibt sich vor allem daraus, dass sie auf die kältere Jahreszeit abgestimmt sind. Das gilt für das Material, das Profil und die sich daraus ableitenden Fahreigenschaften. Die beste Leistung zeigen Winterreifen bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius, also speziell im Winter und teils auch schon im Herbst.

Der Hersteller Uniroyal listet drei Merkmale auf, die Winterreifen auszeichnen und sie insbesondere von Sommerreifen unterscheiden:

  • Der Anteil an Naturkautschuk: Bei Winterreifen wird mehr Naturkautschuk verarbeitet. Das sorgt dafür, dass die Reifen auch bei extrem niedrigen Temperaturen ihre Geschmeidigkeit behalten. Dadurch, dass der Reifen weicher ist, hat er mehr Grip und sorgt für ein „präzises Fahrverhalten“.
  • Profilrillen: Die Profilrillen von Winterreifen sind tief und breit. Diese Reifenkanäle nehmen den Schnee auf und „verbessern den Vortrieb des Fahrzeugs“.
  • Einschnitte: Die Profilfläche von Winterreifen weist tausende Einschritte auf. Diese Lamellen können sich perfekt im Schnee verkanten und tragen somit zu einer besseren Haftung der Reifen auf der Straße bei.

Sommerreifen und Ganzjahresreifen

Da im Winter durch nasse und teils spiegelglatte Straßen sowie Schnee und Kälte ein höheres Unfallrisiko besteht, ist die Winterreifenpflicht in Österreich die logische Konsequenz, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Sie besagt schlichtweg, dass bei winterlichen Verhältnisse mit Winterreifen gefahren werden muss bzw. bei Lkw ab 3,5 Tonnen, dass innerhalb eines gesetzlich definierten Zeitfensters Winterreifen Pflicht sind. Doch gilt auf der anderen Seite auch, dass im Sommer Sommerreifen genutzt werden müssen? Nein!

Mit welcher Bereifung man im Sommer unterwegs ist, bleibt einzig und allein dem Fahrzeughalter überlassen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass es sinnvoll ist, im Sommer auf Sommerreifen umzusteigen. Das Gummigemisch ist für höhere Temperaturen ausgelegt, bietet perfekten Halt auf nassen und trockenen Straßen, minimiert die Gefahr von Aquaplaning und spart dank des geringeren Rollwiderstands auch Kraftstoff.

Neben den klassischen Winter- und Sommerreifen werden immer öfter auch sogenannte Ganzjahres- oder Allwetterreifen montiert. Sie bieten einen Mittelweg, da hier die Fahr- und Materialeigenschaften von Sommer- und Winterreifen vereint werden. Allerdings ist der Kraftstoffverbrauch bei sommerlichen Temperaturen höher als bei Sommerreifen. Zudem sind die Reifen nicht ganz so perfekt auf die dunkle und kalte Jahreszeit abgestimmt wie Winterreifen. Daher sollte man genau überlegen, ob Ganzjahresreifen oder der Wechsel von Sommer- und Winterreifen die bessere Lösung ist.

Spikes und Schneeketten

Winterreifen sind die gängigste Option, bei schneebedeckten und eisigen Straßen den Grip und damit die Haftung der Reifen auf dem Untergrund zu verbessern. Zwei weitere Möglichkeiten, insbesondere bei sehr starkem Schneefall, sind Spikes und Schneeketten.

Spikes und Spikesreifen

Spikes-Reifen sind nur in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. Mai zulässig. Per Gesetz gilt: „Spikesreifen dürfen in den Sommermonaten (Juni, Juli, August und September) nicht verwendet werden.“ (Paragraf 4, Absatz 5, Satz 2c Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung) Generell müssen bei Spikes sehr viele Aspekte berücksichtigt werden. Grundvoraussetzung ist, dass es sich um Reifen in Radialbauweise mit Stahlgürtel handelt. Zudem dürfen Spikes nur in fabrikneue oder runderneuerte ungebrauchte Reifen eingesetzt werden. Maßgeblich sind hierbei die Herstellervorgaben.

Die maximale Anzahl der „über die Reifenlauffläche herausragenden Stifte“ beträgt je nach Felgendurchmesser 110 oder 130 Stück. Pro Spike sind ein Gewicht von bis zu 2,0 Gramm und ein Flanschdurchmesser von 6,5 bzw. 8,3 Millimeter (je nach Material) zulässig. Besonders wichtig: „Spikes dürfen bei neuen Reifen über die Lauffläche des Reifens nicht weniger als 1 mm und nicht mehr als 1,5 mm herausragen.“ Reifen zu verwenden, bei denen die Spikes über zwei Millimeter über die Lauffläche hinausragen, ist verboten.

Weiterhin gilt in Österreich für Spikes:

  • „Spikesreifen dürfen nur bei Kraftwagen mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von nicht mehr als 3500 kg und bei mit solchen Kraftwagen gezogenen Anhängern verwendet werden, deren höchste zulässige Achslasten je 1800 kg nicht übersteigen. (Paragraf 4, Absatz 5, Satz 2a Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung)
  • Wenn Spikesreifen genutzt werden, müssen alle Räder des Fahrzeugs, die Kräfte auf die Fahrbahn übertragen, mit Spikes versehen sein.
  • Spikes dürfen nur von dazu berechtigten Gewerbetreibenden eingesetzt werden.
  • Bei der Nutzung von Spikes müssen die Richtlinien des Herstellers eingehalten werden.
  • Für jeden Reifen, der mit Spikes versehen wird, muss dem Käufer eine schriftliche Bestätigung ausgehändigt werden.

Schneeketten

Während Spikes eher die Ausnahme bilden, sind Schneeketten im Winter durchaus üblich. Vorgeschrieben werden Schneeketten – zumindest das Mitführen – seitens des Gesetzgebers für „alle Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 t und Omnibusse sowie von solchen Fahrzeugen abgeleitete Kfz“.

  • Das betrifft den Zeitraum vom 1. November bis zum 15. April. Mitgeführt werden müssen Schneeketten für mindestens zwei Antriebsräder.

Das heißt nicht, dass über den gesamten Zeitraum der Winterreifenpflicht mit Schneeketten gefahren werden muss oder gar darf. Die Schneeketten dürfen nur dann aufgezogen werden, wenn es erforderlich ist. Das gilt unter anderem bei einer zusammenhängenden oder nicht nennenswert unterbrochenen Schnee- oder Eisdecke auf der Straße. In dem Fall müssen die Schneeketten derart befestigt werden, dass keine Schäden an der Oberfläche der Fahrbahn entstehen können.

Hinsichtlich der Schneekettenmitnahmepflicht gibt es ebenfalls einige Ausnahmeregeln. Nicht verpflichtet, Schneeketten mitzuführen sind:

  • Fahrzeuge, bei denen bauartbedingt eine Montage von Schneeketten nicht möglich ist,
  • Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Bauweise bestimmungsgemäß nur auf schneefreien Straßen eingesetzt werden.
  • Fahrzeuge der Klassen M2 und M3, die im Kraftfahrlinienverkehr eingesetzt werden.
  • Fahrzeuge, die zum Aufbauhersteller oder zum Kunden überstellt werden, sofern die Fahrt auf schneefreien Straßen durchgeführt wird.

Die Fahrzeugklassen in Österreich

In Österreich wird entsprechend der Maßgabe der EG-Richtlinie 2007/46/EG vom April 2009 in Verbindung mit der EU-Verordnung 2011/678/EU von Juli 2011 zwischen acht Fahrzeugklassen unterschieden, die sich ihrerseits in mehrere Klassen gliedern.

Hier zunächst die grobe Einordnung:

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Hier die für die Winterreifenpflicht in Österreich relevantesten Fahrzeugklassen M und N im Detail:

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Häufige Fragen zum Thema im Überblick

Wie hoch ist das Bußgeld bei Verstößen gegen die Winterausrüstungspflicht?

Sollte man trotz winterlicher Straßenverhältnisse mit ungeeigneten Reifen angetroffen werden, droht eine Strafe von mindestens 35 Euro. Sie kann auf bis zu 5.000 Euro steigen, wenn der Verstoß gegen die Winterausrüstungspflicht andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Zahlt meine Kfz-Versicherung, wenn ich im Winter einen Unfall mit Sommerreifen verursache?

Im Rahmen der Kfz-Haftpflichtversicherung kann es zu Regressforderungen seitens der Assekuranz kommen. Bei der Kaskoversicherung muss man zudem damit rechnen, dass die Zahlung aufgrund von grober Fahrlässigkeit abgelehnt wird.

Gibt es auch in anderen Ländern eine Winterreifenpflicht?

Ja. Sollte man im Winter mit dem Auto ins Ausland reisen, muss man die dort geltenden Regeln beachten. Hier ein paar Beispiele: In der Schweiz gibt es keine generelle Winterreifenpflicht, man muss jedoch mit einer Geldbuße rechnen, wenn man mit ungeeigneter Bereifung erwischt wird. In Italien wiederum gilt auf vielen Straßen die Pflicht, Winterreifen zu nutzen. Frankreich kennzeichnet die entsprechenden Strecken, auf denen Winterreifen vorgeschrieben sind. Tschechien und Slowenien haben eine generelle Winterreifenpflicht, Kroatien nur auf bestimmten Straßen.

Wie alt darf ein Reifen sein?

Ob Winterreifen oder Reifen anderer Art: Man sollte stets auf den Zustand achten. Hersteller raten dazu, die Reifen acht bis zehn Jahre nach Herstellungsdatum auszutauschen. Ein sofortiger Wechsel ist nötig, wenn Rissen sichtbar werden.

Wo finde ich das Produktionsdatum?

Das Produktionsdatum ist auf der Seitenwand des Winterreifens zu finden. Dort steht die Kennung DOT und eine vierstellige Ziffernfolge. 1912 heißt, dass der Reifen in der 19. Woche des Jahres 2012 hergestellt wurde.

Kann ich mit alten Winterreifen auch im Sommer fahren?

Wenn die Mindestprofiltiefe von Winterreifen unterschritten wird, aber nach wie vor 1,6 bis 2,0 Millimeter beträgt, können die Reifen als Sommerreifen genutzt werden. Ob es sinnvoller ist, mit „echten“ Sommerreifen zu fahren, liegt beim Halter des Fahrzeugs.

Drohen auch schon vor dem 1. November Probleme, wenn ich mit Sommerreifen fahre?

Problematisch wird es, wenn die Sommerreifen als Unfallursache ermittelt werden. Grundsätzlich muss man sowohl die Bereifung als auch Tempo und Co. an die Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse anpassen.

Reichen Sommerreifen, wenn das Auto nur parkt?

Ja. Solange das Auto nicht fährt und somit in Betrieb genommen wird, spielt es keine Rolle, ob Winter- oder Sommerreifen montiert sind. Sobald man das Auto nutzt und die Straßenverhältnisse winterlich sind, gilt die Winterreifenpflicht in Österreich.