5 Gründe, warum Loslassen so wichtig für uns ist

Hast du jemals das Gefühl gehabt, dass jemand oder etwas schlecht für dich ist, du es aber nicht aufgeben oder loslassen kannst? Hast du jemals jemanden so sehr geliebt, dass es weh tat? Kennst du den körperlichen Schmerz, so als hätte dir jemand in die Magengegend getreten und dir wird auf einmal ganz schlecht, nachdem du etwas über eine dir nahestehende Person erfahren hast, das du besser nicht gewusst hättest?

In der Liebe liegen Freude und Leid oft ganz nah beieinander

Wenn du mindestens eine dieser Szenarien schon einmal erlebt hast dann, Glückwunsch, du hast geliebt! Das Konzept der Liebe erscheint so simpel und ist doch so komplex. Die Liebe kann Krankheiten heilen, oder dich zum glücklichsten und freundlichsten Menschen auf der Welt machen. Sie kann aber auch tief unglücklich machen und jegliche Lebensenergie rauben. Eine Trennung kann ebenso traumatisch sein, wie ein schwerer Unfall oder gar Tod eines Freundes oder Familienmitglieds. Daher ist es unheimlich wichtig, dass man sich um sich selbst kümmert und auf sich Acht gibt.

Die gute Nachricht ist, dass unser Geist ein unglaublich mächtiger Teil von uns ist, über den nur wir allein die Kontrolle haben. Also egal welcher Art von Kummer, Schwierigkeiten oder Herausforderungen du dich gerade stellen musst, das Wichtigste ist, wie du mit damit umgehst. Eine positive Ansicht und Haltung ist eine große Hilfe, oft sogar ein Lebensretter.

Jemanden im Herzen lassen, ohne darunter zu leiden

Wie wir alle wissen gibt es einfach Menschen, die uns unter die Haut gehen und auch dort bleiben. Allerdings ist es an uns zu entscheiden, ob diese Menschen unsere zukünftigen Gedanken und Handlungen beeinflussen dürfen und können. Denk daran, dass sie in deinem Herzen bleiben können, dies aber nicht bedeutet, dass sie auch in deinem Leben bleiben müssen. Und da liegt die Wichtigkeit des Konzepts des Loslassens.

Hier sind fünf Gründe warum es besser ist, loszulassen

1. Es ermöglicht dir, dich selbst zu befreien
Stell dir vor du trägst ganz viele Schichten von Kleidung, die sehr schwer sind und dich nach unten ziehen. Jede Schicht stellt eine Erfahrung aus deiner Vergangenheit dar, mit der du dich noch nicht auseinandergesetzt oder die du noch nicht verarbeitet hast. Dadurch wurde sie von dir verinnerlicht und hält dich nun von einer besseren Zukunft ab. Es ist als ob jede Kleidungsschicht auf deinen Schultern verhindert, dass du das echte „Wetter“ und die Schönheit des Lebens sehen, hören und fühlen kannst. Das Loslassen und Ablegen dieser Schichten wird dich befreien und dir erlauben, dein größtes Potenzial zu erreichen und deine Träume somit Schritt für Schritt, Schicht für Schicht zu verwirklichen.

2. Es schafft die Voraussetzungen für eine Veränderung
Suche und betrachte gewisse Muster deiner vergangenen Beziehungen mit Anderen und dein Verhalten ihnen gegenüber. Denkst du, dass dich bisher alle Menschen in deinem Leben irgendwie verletzt oder enttäuscht haben, du also keinen Grund mehr siehst warum du es überhaupt nochmal versuchen solltest, dich jemandem zu öffnen? Ehrlich gesagt waren das bis vor ein paar Jahren noch genau meine Gedanken. Natürlich hat es mich enorm vor neuen Enttäuschungen bewahrt, jedoch hat es mich einsam gemacht und mich der wunderbaren Erfahrung beraubt, Fehler zu machen,aus ihnen zu lernen und zu wachsen, mich quasi davon abgehalten, mein Leben zu leben.

Wir Menschen neigen dazu, Situationen und Erfahrungen zu verallgemeinern, also eine schlechte Erfahrung z. B. mit einem Mann oder einer Frau gleich auf ALLE Männer oder Frauen zu projizieren. Dieses Verallgemeinern ist nichts anderes als ein selbstlimitierender und, entschuldige, ignoranter Weg eine Rechtfertigung dafür zu finden, in deiner Situation zu bleiben und die Rolle des Opfers spielen zu dürfen. Allerdings bestrafst du damit niemanden außer dich selbst. Also brich aus deinem Muster aus und überrasche dich selbst. Starte einen neuen Versuch und sieh das Loslassen als Chance für eine Neufindung und für einen Neubeginn.

3. Es ermöglicht dir zu heilen
Stell dir ein Pflaster vor. Welches sind die ersten Begriffe, die dir in den Sinn kommen? „Schmerz und Wunde“ oder „Heilung und Pflege“? Jetzt denk mal weiter. Nehmen wir an, dass dieses Pflaster benötigt wird um zu heilen. Machst du ein Pflaster auf eine Verletzung bevor oder nachdem du sie gewaschen und gereinigt hast? Wahrscheinlich danach, oder? Es ist genau das gleiche mit dem Prozess des Loslassens. Um emotionalen Schmerz zu heilen, musst du dich mit der schmerzlichen Erfahrung (z. B. einer Trennung) auseinandersetzen, dich damit befassen und trauern, wie nach dem Tod eines geliebten Menschen. Solange du den Schmerz nicht zugelassen und gefühlt, sowie deinen „Geist“ konfrontiert hast, sondern das Erlebte verdrängst, wirst du nicht in der Lage sein vollständig zu heilen und komplett loszulassen. Denk daran,

“Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist freiwillig.”

M. Kathleen Casey

4. Es ermöglicht dir zu wachsen
Wie Pema Chodron schon so schön sagte „Nichts geht jemals weg, bis es uns lehrt was wir wissen müssen.“  Erinnere dich, dass deine bisherigen Erfahrungen dich genau zu dem Menschen gemacht haben, der du heute bist. Deine Vergangenheit hat dir wichtige Lektionen gelehrt, die dir niemand sonst lehren konnte. Versuche die Menschen und Erfahrungen aus deiner Vergangenheit als Lehrer zu sehen, die dir geholfen haben, ein besseres Selbstverständnis zu erlangen. Das Loslassen wird dich „zwingen“ zwei Dinge zu tun: deine alten Denkmuster zu überdenken (Selbstreflexion) und dein Verhalten dementsprechend zu verändern.
Wenn dich zum Beispiel jemand unterdrückt hat, dann sieh es als deine Chance zu wissen und zu verstehen, dass du etwas Besseres verdient hast und dass du es nicht noch einmal zulässt, so behandelt zu werden. Es klingt so einfach und logisch, aber diese Erkenntnis und Änderung des eigenen Verhaltens benötigt Zeit (für sich allein) und Geduld, sowie viel Kraft und Konzentration, und wird dir sicherlich einige „Wachstumsschmerzen“ bereiten.

5. Es ermöglicht dir, im Hier und Jetzt zu sein
Verbleibe nicht in deiner Rolle des Opfers. Ja, vielleicht wurdest du schlecht behandelt, hast jede Menge Kummer gehabt, wurdest ausgeschlossen, ignoriert oder was auch immer es war, dass dich tief verletzt hat. Aber jetzt sei wirklich ganz ehrlich zu dir selbst und frage dich: Wie genau hilft dir dieser Schmerz und Kummer? Bringt es dich irgendwie weiter? Siehst du auf diese Weise irgendeine Verbesserung in deinem Leben? Deine Antwort ist wahrscheinlich eher nein. Es hindert dich höchstwahrscheinlich daran, wieder glücklich zu werden.

Oh ich weiß es nur zu gut: Vergeben ist schwierig, Vergeben ist hart. Allerdings hilft dir Vergebung auch dabei zu heilen, wieder frei zu sein, und in der Gegenwart zu leben. Und glaub mir, das Hier und Jetzt ist viel schöner und spannender als die Vergangenheit. Also bitte gib anderen nicht die Macht, dich selbst durch ihre Fehler zu bestrafen. Wie Buddha schon erkannte:

„An seinem Ärger festzuhalten ist genauso wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen, um sie nach jemandem zu werfen. Man verbrennt sich dabei nur selbst.“

Das Leben ist zu kostbar. Fass dir ein Herz und lasse los.