Kreditwürdigkeit / Bonität verbessern

Wer einen Kredit bekommt und wer nicht, darüber entscheidet vor allem die Bonität. Auch wie gut die Konditionen sind, ist abhängig von der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers. Diese sorgt für eine Prognose und zeigt, ob der Kreditnehmer auch tatsächlich die Zahlungsverpflichtungen in Zukunft erfüllen kann und auch wird. Banken schützen sich durch spezielle Bonitätsprüfungen vor Zahlungsausfällen.

So bewertet man die Zuverlässigkeit der Person, die finanzielle Situation und wie es mit der Zahlungswilligkeit aussieht. Praktisch keine Person ist ein „unbeschriebenes Blatt”, denn Banken und andere Kreditgeber bringen Dinge ans Tageslicht, an die man nicht einmal denkt.

Das betrifft nicht nur Informationen über den Wohnort, ehemalige Adressen, Bankverbindungen, Grundbucheintragungen, die Zahlungsmoral, mögliche Insolvenzen, Angaben zum Thema Inkasso usw. Die Liste ist lang. All diese Dinge beeinflussen die Bonität und entscheiden, ob ein Kredit gewährt wird oder nicht.

Vor dem Kredit

Bevor eine Bank überhaupt einen Kredit vergibt, wird der Antragsteller auf seine Kreditwürdigkeit überprüft. Auskunft gibt der Kreditschutzverband (KSV).

Man entscheidet dabei nicht nur, ob ein Kredit überhaupt gewährt wird, sondern auch wie hoch die Zinsen sein werden. Es ist nicht bekannt, wie genau die Bonität vom Kreditschutzverband bewertet wird. Unterschiedliche Faktoren können den persönlichen Score jedoch erhöhen.

Wer plant, einen Kredit zu beantragen, sollte sich daher zuvor um seine Bonität kümmern. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks, lässt sich die persönliche Kreditwürdigkeit relativ einfach verbessern. Manche Dinge sind Veränderungen, die selbst recht einfach durchgeführt werden können und an manche Dinge denken die meisten von uns gar nicht.

Was hilft nun also, die eigene Bonität tatsächlich zu verbessern und auf welche Dinge sollte man in jedem Fall ganz genau achten, bevor man einen Kreditantrag stellt?

Eigenauskunft einholen

Damit die Bonität verbessert werden kann, muss der eigene Score zuerst einmal bekannt sein. Jeder Österreicher hat laut dem §26 des Datenschutzgesetzes ein Recht auf eine Selbstauskunft des Kreditschutzverbandes. Diese Auskunft ist kostenlos. Grundsätzlich steht jedem Österreichischen Bürger diese Auskunft einmal im Jahr zu.

Über die Webseite des Kreditschutzverbandes kann diese Auskunft online eingeholt werden. Sollte man dabei herausfinden, dass es negative Eintragungen gibt, müssen sie überprüft werden. Sollte es sich dabei um einen Eintrag handeln, der falsch ist, kann beim Verband eine Löschung beantragt werden.

Unnötige Dinge kündigen

Hat man zu viele Kreditkarten oder Girokonten, wird man generell schlechter bewertet. Privatpersonen, die mehrere Konten haben, gelten als wankelmütig. Meist wurde auch oft der Wohnort gewechselt. Aus diesem Grund ist es ratsam, nur ein oder zwei Girokonten und Kreditkarten zu besitzen.

Häufige Kreditanfragen

Vom Kreditschutzverband werden häufige Kreditanfragen nicht unbedingt gern gesehen. Für den Kreditnehmer ist es jedoch wichtig, die Konditionen unterschiedlicher Banken miteinander vergleichen zu können. Bevor man ein Darlehen aufnimmt, möchte man sich natürlich für das beste Angebot entscheiden.

Zukünftige Kreditnehmer sollten die Schreiben an die Banken aus diesem Grund immer als „Konditionenanfrage“ deklarieren und nicht als Anfrage für einen Kredit.

Die Konditionsanfragen werden vom KSV nicht erfasst, sagen jedoch dasselbe aus. Einen unabhängigen Vergleichsrechner zu benutzen ist zudem eine Möglichkeit, die meist noch einfacher ist. Dieser übermittelt die Daten nicht an den Kreditschutzverband und kann zudem auch noch unglaublich viel Zeit und Energie sparen.

Sich einen sogenannten Dispositionskredit einräumen lassen

In der Regel gewähren die Banken, Kunden die liquide sind, einen gewissen Überziehungsrahmen für ihr Konto. Je höher der Rahmen ist, desto höher ist auch die Vertrauenswürdigkeit des Kunden aus der Sicht der Bank. Diesen Dispositionskredit lässt der Kreditschutzverband teilweise daher ebenfalls in seine Berechnung des Scorings mit einfließen.

Natürlich muss dazu gesagt werden, dass der Dispo die Bonität nur positiv beeinflussen wird, wenn dieser zur Zeit nicht genutzt wird. Sollte es eine Nutzung geben, schwächt diese natürlich wiederum die Kreditwürdigkeit des Kunden.

Pünktliche Bezahlung von Krediten

Wer bereits ein paar Kredite am Laufen hat, kann damit rechnen, dass sich dies natürlich negativ auf die Bonität auswirkt. Doch schlimm wird es dann, wenn diese Kredite nicht ordnungsgemäß und zeitgerecht beglichen werden. Musste bereits einige Male gemahnt werden oder drohte gar schon die Zwangsvollstreckung hat dies extrem negative Auswirkungen auf einen neuen Kredit. Meist ist ein zusätzlicher Kredit dann nicht mehr möglich.

Ratenkäufe sind zu vermeiden

Nicht nur größere Bankkredite werden vom KSV unter die Lupe genommen, sondern ebenfalls kleinere Kredite wie der Kauf auf Raten. Wer sich seine Möbeln oder das iPad auf Raten kauft, senkt damit auch seine eigene Bonität. Weshalb? Wer bereits kleine Anschaffungen auf Kredit finanziert, wird vermutlich mit größeren Anschaffungen sein Problem haben.

Rechnungen sollten nicht zu spät bezahlt werden. Wer am Lastschriftverfahren teilnimmt, kann die Bonität ebenfalls erhöhen. Für immer wiederkehrende Zahlungen wie die Miete oder Kreditraten, sollten in jedem Fall Daueraufträge erteilt werden.

Auch das ändert das Image des Kunden, denn es zeigt, dass der Kunde seine Schulden auch tatsächlich immer fristgerecht bezahlen möchte. Natürlich muss auch sichergestellt sein, dass das Konto immer ausreichend Guthaben aufweist für die Zahlungen, die getätigt werden müssen. Auch wenn dies nur wie ein kleiner Tipp am Rande wirkt, sagt das Verhalten viel über den Kunden aus.

Langfristige Faktoren

Die Bonität wird natürlich auch durch langfristige Faktoren und Gegebenheiten bestimmt, wie beispielsweise das Einkommen selbst, das Arbeitsverhältnis und Sicherheiten. Auch wie lange man bereits bei der Bank ist, wirkt sich auf die Bonität aus.

Auch bei diesen Punkten, könnte man das einige oder andere unternehmen, damit die Bonität verbessert werden kann. Das persönliche Einkommen höher werden zu lassen, ist vermutlich die schwierigste Aufgabe. Personen, die jedoch planen einen Kredit zu beantragen, sollten über ein unbefristetes Arbeitsverhältnis verfügen bevor der Kreditantrag gestellt wird. Wer kein unbefristetes Arbeitsverhältnis vorweisen kann, wird in den meisten Fällen abgelehnt.

Auch Sicherheiten in Form von Vermögen wirken sich positiv auf die Bonität aus. Sicher angelegtes Festgeld, Liegenschaften oder andere Anlagen wirken sich besonders positiv auf den eigenen Score aus.

Eine lange Mitgliedschaft bei der Bank kann für die Vergabe eines Kredits ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Wer einen Kredit bei der eigenen Hausbank beantragt, wird vermutlich bessere Chancen haben.

Ein zweiter Kreditnehmer oder eine Bürgschaft

In vielen Fällen kann eine Bank eher zur Vergabe eines Kredits bewegt werden, wenn es eine zusätzliche Person gibt, die an dem Geschäft beteiligt ist. Ein zweiter Kreditnehmer oder ein Bürge, der im Notfall einspringt bietet der Bank eine zusätzliche Sicherheit.

Natürlich muss die dritte Vertragspartei ebenfalls kreditwürdig sein. Vor allem dann, wenn es um eine Immobilienfinanzierung geht, kann ein Bürge unter Umständen die Zinsen senken. Wenn es um kleinere Kredite geht, sind Bürgen eher unüblich.

Das Vermeiden von Kleinkrediten

Kleinkredite wirken sich immer negative auf den Score aus. Warum? Wenn jemand bereits einen Kleinkredit für den Kauf von Möbeln, einem neuen Fernseher oder gar ein Handy braucht, sagt das meist nichts Gutes aus. Aus diesem Grund ist es nicht ratsam, sich für Kleinigkeiten einen Kredit zu nehmen. Besser ist es, man spart lieber auf die gewünschten Produkte und zahlt diese dann komplett aus.

Wer bereits Schulden hat, sollte diese natürlich auch so rasch wie möglich begleichen und sie löschen lassen. Gibt es vielleicht einen Kredit, der noch im Grundbuch eingetragen ist, obwohl dieser bereits lange bezahlt wurde? Dann sollte man diesen aus dem Grundbuch streichen lassen.

Offene Kredite, Rechnungen und Schulden sollten ebenfalls bezahlt werden, bevor man sich für einen neuen Kredit interessiert. Für den Verbraucher selbst, ist dies ebenfalls von Interesse, denn oft verliert man schnell den Überblick, wenn man bereits zu viele Schulden angehäuft hat.

Fazit:Die eigene Bonität kann im Grunde bereits mit einfachen Mitteln erhöht werden. Zuerst sollte man sich Auskunft darüber holen, wie es um die eigene Bonität überhaupt steht. Eine Selbstauskunft beim Kreditschutzverband ist das Recht von jedem österreichischen Bürger. Sollte es Fehleintragungen geben, können diese selbstverständlich gelöscht werden.

Wer seine Bonität erhöhen will, sollte unnötige Girokonten und Kreditkarten in jedem Fall auflassen. Mehr als zwei Kreditkarten und zwei Girokonten benötigt man in keinem Fall.

Auch Ratenkäufe sollte man vermeiden. Darüber hinaus sollten Schulden stets regelmäßig und konsequent getilgt werden und auch ein höherer Dispokredit bei der Bank, kann sich positiv auf die Bonität auswirken.

Warum wird meine Bonität geprüft?

Unternehmen wie Banken und Mobilfunkanbieter schließen mit ihren Kunden mittel- bis langfristige Verträge ab. Sie wollen sich mit einer Bonitätsprüfung vergewissern, mit welcher Wahrscheinlichkeit Verbraucher die künftigen Verbindlichkeiten begleichen. Dasselbe gilt für Onlineshops, die zum Beispiel einen Kauf auf Rechnung anbieten: Die Händler wollen einschätzen, welches Risiko sie eingehen, wenn sie die Ware vor dem Zahlungseingang versenden. Allen Firmen geht es um die Beurteilung des Ausfallrisikos, welches sie minimieren wollen. Zahlungsausfälle bedeuten für Banken und Co. Verluste. Die Bonitätsprüfung stellt eine Präventivmaßnahme dagegen dar. Sie garantiert keine hundertprozentige Sicherheit, ist aber ein wirkungsvoller Bestandteil des Risikomanagements.

Was wird bei der Bonitätsprüfung geprüft?

Schufa Einträge

  • laufende Kredite
  • Zahlungsverzug
  • Mahn- und Vollstreckungsbescheiden
  • Schufa-Score

Sämtliche Unternehmen der unterschiedlichen Branchen greifen auf Daten von Wirtschaftsauskunfteien zurück. Der bekannteste Dienstleister ist die Schufa. Die Schufa speichert vielfältige Informationen über Verbraucher ab, welche die Partnerfirmen an sie melden. Dazu gehören existierende Kredite. Eine besondere Bedeutung kommt den Zahlungsverfehlungen zu. Zahlen Kunden eine Rechnung auch vier Wochen nach der ersten Mahnung nicht, kann daraus ein negativer Schufa-Eintrag entstehen. Noch gravierender sind Einträge aufgrund von gerichtlichen Mahn- und Vollstreckungsbescheiden, der Aufnahme in das öffentliche Schuldnerverzeichnis und einer Privatinsolvenz. Diese negativen Schufa-Einträge können die Partnerunternehmen abrufen. Zugleich erstellt die Schufa auf Basis dieser Daten branchenspezifische Schufa-Scores, welche die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls angeben.

Einkommen

Insbesondere Banken erweitern die Bonitätsprüfung bei einem Kredit mit einer Einkommensprüfung. Bei ihnen geht es um hohe Summen, deswegen beschränken sie sich nicht auf die Schufa-Dateien. Sie wollen zudem wissen, welches Einkommen ein möglicher Kreditnehmer aufweist. Neben der Höhe interessiert die Sicherheit der Einkünfte. Ein unkündbarer Beamter weist zum Beispiel eine bessere Bonität als ein Freiberufler mit stark schwankendem Einkommen auf.

Welchen Einfluss hat meine Bonität auf einen Kredit?

Kreditvergabe

Deine Bonität entscheidet darüber, ob du einen Kredit erhältst. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Schätzt dich die Bank als kreditwürdig ein, gewährt sie den Kredit. Stuft sie dich als nicht kreditwürdig ein, verweigert sie das Darlehen. Die Banken legen hierfür unterschiedliche Maßstäbe an. Eventuell sendet dir die eine Bank eine Kreditabsage, während das andere Institut einem Kredit zustimmt.

Höhe der Zinsen

Billigt sie dir grundsätzlich Bonität zu, kommt es auf das Maß der Kreditwürdigkeit an. Es existieren Abstufungen, von sehr kreditwürdig bis gerade noch kreditwürdig. Die konkrete Einstufung bestimmt deinen individuellen Zinssatz. Die meisten Banken offerieren Kredite mit bonitätsabhängigen Zinsen, bei denen sie den niedrigsten und den höchsten Zinssatz angeben. Je besser deine Bonität ist, desto weniger Zinsen bezahlst du.

Wie und wo kann ich meine Bonität prüfen lassen?

Die Schufa und andere Auskunfteien wie Bürgel und Infoscore müssen dir ein Mal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft zusenden. Von diesem gesetzlich verbrieften Recht solltest du Gebrauch machen. Zum einen siehst du, welches Bonitätsrating die Auskunfteien für dich berechnen. Zum anderen kannst du fehlerhafte Einträge erkennen und anschließend korrigieren lassen. Das Einholen dieser Selbstauskunft, die seit dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung Datenkopie heißt, ist gratis und einfach. So geht es bei der Schufa, der wichtigsten Auskunftei:

  • Fülle das Online-Antragsformular der Schufa aus.
  • Hier geht es zum Online-Antragsformular der Schufa.
  • Lade auf dieser Seite eine Kopie deines Personalausweises oder deines Reisepasses hoch. Entscheidest du dich für deinen Reisepass, musst du eine Kopie deiner Meldebescheinigung hinzufügen.
  • Anschließend versendet die Schufa die Selbstauskunft per Post.

Wie kann ich meine Bonität verbessern? Top 5 Tipps

Du solltest konsequent darauf achten, dass sich dein Schufa-Score genauso wie die Bonitätsratings bei anderen Auskunfteien in einem ansprechenden Bereich befinden. Diese fünf Tipps solltest du beherzigen.

  1. Komme allen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nach. Vermeide insbesondere gerichtliche Verfahren.
  2. Kannst du eine Verbindlichkeit momentan nicht begleichen, kontaktiere den Gläubiger und schlage eine Ratenzahlung vor.
  3. Minimiere die Anzahl an Krediten. Auch wenn du die Raten begleichst, verschlechtern mehrere Kredite deine Bonität.
  4. Verzichte auf unnötige Girokonten. Mehrere Girokonten können sich ebenfalls negativ auf den Schufa-Score auswirken. Das gilt ausschließlich für Girokonten, nicht für Tages- und Festgeldkonten.
  5. Fordere regelmäßig eine kostenlose Schufa-Selbstauskunft an und überprüfe die Daten. Es können sich in der Schufa-Datei Fehler einschleichen, weil sie zum Beispiel Daten falsch zuordnet sind oder Löschfristen versäumt wurden. Bei fehlerhaften Einträgen kannst du eine Korrektur beantragen.

Bekommt man auch einen Kredit ohne Bonitätsprüfung?

Manche Kreditvermittler werben damit, komplett auf eine Bonitätsprüfung zu verzichten. Diesem Versprechen solltest du nicht glauben, das Risiko wäre für die Kreditgeber viel zu hoch. Sie bestehen auf einem Mindestmaß an Sicherheit. Im Regelfall ziehen alle Anbieter von Krediten die Daten von Auskunfteien heran. Bei kleineren Kreditsummen verzichten sie höchstens auf die Einkommensprüfung.