Erektile Dysfunktion – wenn Mann nicht mehr kann

Wahre Liebe basiert nicht nur auf Sexualität. Aber Sexualität ist dennoch ein wesentlicher Bestandteil in einer Partnerschaft oder Ehe. Der Geschlechtsverkehr spielt dabei eine entscheidende Rolle. Er dient nicht nur der Fortpflanzung, sondern auch der Befriedigung von Lust und Verlangen. Grundvoraussetzung dafür ist ein erigierter Penis. Im Normalfall stellt sich eine Erektion beim Mann ein, wenn er durch visuelle Reize oder durch Berührungen erregt wird.

Bleibt die Versteifung des Penis trotz Erregung aus oder ist der Mann nicht in der Lage, die Standhaftigkeit des Gliedes aufrecht zu erhalten, spricht man von einer erektilen Dysfunktion. Umgangssprachlich ist damit die Erektionsstörung gemeint. Tritt diese nur temporär auf, gibt es keinen Grund zur Sorge. Hält die Erektionsstörung jedoch über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten an, sollte man nach der Ursache der Störung suchen.

Statistiken zur erektilen Dysfunktion

In Deutschland leiden etwa 3 bis 5 Millionen Menschen unter einer erektilen Dysfunktion. Das sind rund 1/5 aller Männer im Alter zwischen 30 und 80 Jahren. Laut einer amerikanischen Studie soll sogar jeder zweite Mann über 40 zumindest zeitweise an einer erektilen Dysfunktion leiden. Eine deutsche Studie hingegen schätzt, dass unter 100 Männern über 40 nur einer von einer Erektionsstörung betroffen ist. Anders sieht es jedoch aus bei den 60 – 70 jährigen, von denen 30 % darunter leiden.

Langjährige Statistiken zur Häufigkeit und Verbreitung von Männern mit einer erektilen Dysfunktion liegen leider nicht vor, da nur wenige der betroffenen Männer mit ihren Problemen zum Arzt gehen. Da das Thema in der Gesellschaft leider oft tabuisiert wird, haben viele Männer Angst über ihre sexuellen Probleme zu reden, weder mit der Partnerin, noch mit einem Arzt. Dabei löst man mit Schweigen keine Probleme. Besonders wenn es sich bei der Erektionsstörung um ein dauerhaftes Problem handelt, kann ein Schweigen die Situation verschlimmern.

Symptome einer erektilen Dysfunktion erkennen

Männer bemerken relativ schnell, wenn mit ihrer Erektionsfähigkeit etwas nicht stimmt. Dabei muss man unterscheiden zwischen einer temporären und einer dauerhaften Störung der Erektionsfähigkeit. Nach langen durchzechten Nächten mit viel Alkohol, nach längeren Reisen oder viel Stress im Beruf oder in der Beziehung, kann auch bei vorhandener sexueller Lust die Erektion ausbleiben. In der Regel handelt es sich dabei um ein zeitlich begrenztes Problem und die Erektionsfähigkeit ist nach ein paar Tagen wieder da.

Kann der Penis aber über einen Zeitraum von ca. einem halben Jahr nicht steif werden, oder kann die Steifigkeit nicht lange genug erhalten bleiben, um den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, sollte man dieses Symptom ernst nehmen und den Weg zum Arzt suchen.

Symptome einer Erektionsstörung sind nicht gleich zusetzten mit dem Fehlen des sexuellen Verlangens. Obwohl die Libido nicht in Zusammenhang mit einer erektilen Dysfunktion steht, zeigen sich dennoch Tendenzen, dass das sexuelle Verlangen bei Betroffen gelegentlich abnimmt. Männer, die sich nicht sicher sind, ob sie unter einer erektilen Dysfunktion leiden und den Weg zum Arzt dennoch scheuen, können an einem Online-Test von den Internisten im Netz teilnehmen, um ggf. Zweifel über ihr Befinden aus dem Weg zu räumen.

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Welche Ursachen können einer erektilen Dysfunktion zu Grunde liegen?

Die Ursachen für eine Erektionsstörung sind sehr vielfältig. Was auf den ersten Blick so einfach scheint, im Bett problemlos zu funktionieren, ist bei genauerer Betrachtung ein hochkomplexes Zusammenspiel verschiedener Elemente. Da bei einer Erektion viele Faktoren zusammenspielen, ist es oft nicht ganz einfach, die Ursache zu lokalisieren. Beteiligt sind an einer Erektion Blutgefäße, Nervensysteme, Muskeln und Hormone.

Nur wenn sie alle zusammenarbeiten, kommt es zu einer Erektion. Bei nur einer Fehlfunktion in diesem komplexen Zusammenspiel, kann es zu einer erektilen Dysfunktion kommen. Daher ist die Ursache nicht immer auf den ersten Blick zu lokalisieren und ein Gang zum Arzt sollte immer in Erwägung gezogen werden.

Grob kann man die zwischen zwei Ursachenarten unterscheiden. Zum einen können physische Faktoren und zum anderen psychische Faktoren für eine Störung verantwortlich sein. Zu den physischen Ursachen zählen in erster Linie Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, neurologische Probleme und Herzerkrankungen. Die Ursache kann aber auch in psychischen Problemen liegen. Probleme in der Partnerschaft, traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder der Verlust eines nahestehenden Menschens können Auslöser dafür sein.

Selbst eine ungesunde Lebensweise kann zu einer erektilen Dysfunktion führen. Übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und ungesundes Essen sind dabei die Hauptfaktoren. Ein weiterer Auslöser für die erektile Dysfunktion kann die Einnahme bestimmter Medikamente sein oder ein vorangegangener Operativer Eingriff.

Diagnose Impotenz

Ein Gang zum Arzt sollte bei Symptomen, die auf eine Erektionsstörung hinweisen, auf jeden Fall vorgenommen werden. Nur so kann man ausschließen, dass es sich ggf. um eine ernstzunehmende Krankheit handelt. In einigen Fällen handelt es sich bei Erektionsstörungen um Frühwarnzeichen für Krankheiten wie Gefäßerkrankungen, Diabetes oder Herzerkrankungen. Die Ursache sollte also möglichst früh gefunden werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Je früher man sich in Behandlung gibt, desto eher kann man wieder ein normales Leben führen. Ein Urologe ist bei diesen Problemen der beste Ansprechpartner.

Bei einem Arztbesuch wird der Arzt mit dem Patienten zunächst ein ausführliches Gespräch führen. Dabei werden Fragen geklärt, wie es sich mit der sexuellen Lust im Allgemeinen verhält, um abzuklären, ob mit der Libido alles in Ordnung ist. Der Patient muss auch Angaben zur Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, eventuellen Problemen wie frühzeitiger Samenerguss, fehlender oder frühzeitiger Orgasmus und dem Masturbationsverhalten machen.

Thematisiert wird auch die berufliche und private Situation. Von Interesse sollten für den Arzt erstmal pflanzliche Aphrodisiaka stehen, erst hinter an die Einnahme von Medikamenten, sowie bestehende Erkrankungen und Vorerkrankungen. Man sollte dem Arzt so offen wie möglich gegenübertreten und von gesundheitlichen Problemen jeglicher Art erzählen, auch wenn sie augenscheinlich nichts mit der Erektionsstörung zu tun haben.

Im Anschluss an das persönliche Gespräch erfolgt die klinische Untersuchung. Dazu gehört die Messung der Vitalwerte, wie Blutdruck, Puls und Temperatur. Eine Blutuntersuchung kann Aufschluss geben über Hormone wie Testosteron, Prolaktin und Schilddrüsenhormone, über Blutfette und weitere wichtige Werte. Ein ganz wesentlicher Bestandteil ist bei der Untersuchung die Betrachtung der Geschlechtsorgane. Auch ein Abtasten der Hoden, der Prostata und des Penis sind Teil der Untersuchung.

Nach der Auswertung der gesammelten Informationen kann der Arzt oft schon Rückschlüsse ziehen, ob es sich um physische oder psychische Ursachen der erektilen Dysfunktion handelt.

Sollten die ärztlichen Behandlungen nicht fruchten und die Impotenz nicht wirklich verschwinden, kann man auf alternative Behandlungen der Naturheulkunde zur erektilen Dysfunktion zurückgreifen und der Sache eine Chance geben.

Verschiedene Untersuchungen einer erektilen Dysfunktion

Um eine gesicherte Diagnose stellen zu können, werden in der Praxis eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehört zunächst eine Ultraschalluntersuchung am Penis. So kann der Arzt den Blutfluss im Glied kontrollieren und ggf. Gefäßprobleme aufdecken. Eine nähere Betrachtung der Harnröhre ist ebenfalls erforderlich. In der Regel wird mit einer endoskopischen Untersuchung die Harnröhre auf krankhafte Veränderungen hin untersucht. Ein Schwellkörper-Injektionstest gibt Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Schwellkörper und die Versorgung der Arterien und Venen, die von und zum Penis führen.

Zuletzt gibt es auch noch eine Reihe von neurologischen Untersuchungen, die auf Störungen im Nervensystem hinweisen können und die ebenfalls verantwortlich für eine Erektionsstörung sein können. Neben den physiologischen Untersuchungen können auch noch psychologische Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu verweist der behandelnde Urologe zu einem Psychologen oder Psychotherapeuten. Dieser hilft bei der Aufklärung der Ursache, wenn körperliche Fehlfunktionen ausgeschlossen wurden.

Behandlungsmöglichkeiten einer erektilen Dysfunktion

Ist die Ursache der erektilen Dysfunktion erst einmal gefunden, wird der Arzt gemeinsam mit dem Patienten die möglichen Behandlungsmethoden durchsprechen. Zur Auswahl steht eine Reihe von Therapiemöglichkeiten.

Eine medikamentöse Therapie kann 70 – 80% der Betroffenen helfen. Die meisten Medikamente sind gut verträglich und haben nur wenige Nebenwirkungen. Zu den gängigen Medikamenten gehören Viagra, Cialis und Levita. Diese Medikamente erhöhen die Erektionsbereitschaft, steigern aber nicht das sexuelle Verlangen.

Sind jedoch Nervenbahnen geschädigt, bleibt die medikamentöse Therapie erfolgslos. In diesem Fall kann der Einsatz von Penispumpen oder Spritzen helfen. Bei einer Penispumpe wird ein Unterdruck erzeugt, der den Penis steif werden lässt. Ein Nachteil besteht jedoch darin, dass die Standhaftigkeit nur begrenzt gewährleistet wird.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Schwellkörper-Injektionstherapie. Dabei wird vor dem Geschlechtsverkehr ein Medikament in den Penisschwellkörper gespritzt. Dies kann der Betroffene selbst durchführen. Das Medikament ermöglicht eine vermehrte Blutzufuhr in den Penis und lässt diesen anschwellen und steif werden.

Das Selbstspritzen kostet zu Beginn etwas Überwindung. Wer sich dennoch nicht an den Gedanken gewöhnen kann, der ist besser beraten mit einem Applikator zu arbeiten. Man spricht in diesem Fall von der transurethralen Therapie. Hier wird ein Wirkstoff mit Hilfe eines Applikators in die Harnröhre eingeführt. Das Medikament wir in der Harnröhre abgesetzt, was zu einer Entspannung der Muskeln führt, in dessen Folge die Schwellkörper im Penis vermehrt durchblutet werden, wodurch der Penis erigiert.

Schlägt keine der Behandlungsmethoden an oder bestehen Unverträglichkeiten gegenüber den einzusetzenden Medikamenten, besteht noch die Möglichkeit einer operativen Therapie. Hier stehen gleich mehrere Varianten zur Verfügung. Zum einen gibt es Schwellkörperimplantate. Das einfachste Modell ist ein Silikonstab, in dem jede Menge Silberdrähte verwoben sind, wodurch sie biegsam werden. Wenn dieses Implantat im Schwellkörper eingebaut ist, kann man den Penis in der Ruhestellung bewahren. Wenn man eine Erektion haben möchte, stellt man ihn einfach auf. Nachteile sind die vorgegebene Länge und die Tatsache, dass das Implantat nicht wahnsinnig flexibel ist. Aber es ist eine einfache und simple Lösung.

Es gibt aber auch technisch aufwändiger gearbeitete Implantate, die ein deutlich natürlicheres Nachahmen der Erektion gewährleisten. Ein herausragendes Ergebnis erzielt eine dreiteilige hydraulische Prothese. Diese Methode ist zwar teuer, ahmt die natürliche Erektion aber sehr gut nach, da sie sowohl in der Länge, als auch im Durchmesser wächst.

Prognose für Patienten mit einer erektilen Dysfunktion

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, so früh wie möglich einen Arzt aufzusuchen, wenn man das Gefühl hat, mit der Erektion stimmt etwas nicht oder wenn keine Erektion mehr herbeigeführt werden kann. Die Heilungschancen bei der erektilen Dysfunktion sind bei einer frühzeitigen Diagnose am besten.

Ist die Ursache gefunden, kann der Arzt unmittelbar mit der Behandlung beginnen. In den meisten Fällen kann Betroffenen mit der Gabe von Medikamenten geholfen werden. Bei 70 – 80 % der Männer, die an einer erektilen Dysfunktion leiden, kann das Problem medikamentös behandelt werden. Aber auch all jene, bei denen die keine Medikamente anschlagen, haben gute Aussichten auf eine Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit, indem sie mit dem Arzt diverse Therapiemöglichkeiten besprechen und testen.

Der Gang zum Arzt lohnt sich fast immer. Denn nicht nur die Männer leiden unter dem Problem. Häufig leidet auch die Partnerschaft unter der Tatsache, dass der Mann nicht mehr in der Lage ist, den Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Eine erfolgreiche Therapie schenkt der Partnerschaft neue Energie.

Findet sich keine passende Therapie oder kann die Erektionsstörung aus irgendwelchen nicht beseitigt werden, sollten sich Betroffenen an Selbsthilfegruppen wenden. Der Austausch unter Gleichgesinnten ist in der Regel sehr hilfreich und Betroffenen lernen so leichter den Umgang und das Leben mit einer erektilen Dysfunktion.

Risikogruppen und Risikofaktoren

Das Risiko, an Impotenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Laut medizinischen Studien leiden 30 % aller über 60jährigen an einer Erektionsstörung. Je älter Männer werden, desto wahrscheinlicher ist die Ursache der erektilen Dysfunktion körperlicher Natur. Leiden Männer an Krankheiten, die Durchblutungsstörungen hervorrufen oder begünstigen, steigt bei ihnen ebenso das Risiko, an einer Erektionsstörung zu erkranken. Besonders Gefäßerkrankungen, wie Arteriosklerose, sind häufig Auslöser dieser Störung. Aber auch Fettstoffwechselerkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck können das Risiko erhöhen.

Da die Gefäße in der Penismuskulatur besonders feingliedrig und empfindlich sind, können Probleme der Erektionsfähigkeit sogar ein früher Hinweis auf eventuelle gefäßbedingte Erkrankungen sein.

Um das Risiko einer erektilen Dysfunktion möglichst gering zu halten, sollte man auf einen gesunden Lebensstil achten. Übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, Übergewicht und mangelnde Bewegung sind Risikofaktoren, die eine erektile Dysfunktion begünstigen können. Reduziert man diese Gewohnheiten, kann man das Risiko selbst senken.

Erektion und Samenerguss

Um die Ursachen einer Erektionsstörung zu erkennen, muss man zunächst einmal verstehen, wie einer Erektion zustande kommt, welche Körperteile dabei beteiligt sind und was dabei im Körper abläuft. Die Hauptrolle bei einer Erektion spielt der Penis.

Der Penis gehört zusammen mit den Hoden zu den äußeren männlichen Geschlechtsorganen. Er wird sowohl für die Fortpflanzung, als auch für die Harnausscheidung gebraucht wird. Normalerweise hängt er schlaff über dem Hodensack. Der Penis hat drei Schwellkörper, die mit vielen kleinen Blutgefäßen durchzogen und umgeben von Muskeln sind. Im Normalzustand sind diese Muskeln angespannt. Kommt es zur sexuellen Erregung, entspannen sich die Muskeln in Penis und die Blutgefäße weiten sich.

Sexuelle Erregung

Ausgelöst wird die sexuelle Erregung entweder durch eine örtliche oder visuelle Reizung. Folglich fließt Blut in die Schwellkörper, der Penis schwillt an und wird steif. Die örtliche Reizung wird durch Berührung ausgelöst, wobei man auch von einer reflexogenen Aktivierung spricht. Bei der visuellen Reizung, ausgelöst durch erotische Gedanken und visuelle Reize, spricht man von einer psychogenen Aktivierung.

Im Gehirn werden die Reize aufgenommen und verarbeitet. Über das Nervensystem sendet das Gehirn Nervenimpulse an den Penis, woraufhin eine Reihe von biochemischen Abläufen in Gang gesetzt werden. Es kommt zur Erschlaffung der Schwellkörpermuskulatur und es fließt ca. 20 – 40% mehr Blut in die Gefäße, was die Schwellkörper anschwellen lässt.

Kommt es zur Erektion, erweitern sich die Arterien und der Blutfluss in die Schwellkörper erhöht sich. Durch die Ausdehnung der Arterien werden die Venen gegen die Wände der Schwellkörper gedrückt, so dass das Blut nicht mehr abfließen kann. Die Hohlräume in den Schwellkörpern erweitern sich, wobei dieser Vorgang biochemisch gelenkt wird.

Während der Erektion kommt es zur Verlängerung des Penisschachtes und der Penis bleibt in der Regel bis zum Samenerguss, der Ejakulation, steif.

Der Samenerguss

Kommt es zum Samenerguss, ist das Gehirn maßgeblich daran beteiligt. Über das Rückenmark verlaufen die Reize ins Gehirn worauf die zwei Phasen der Ejakulation ausgelöst werden. Zunächst kommt es zur Kontraktionsphase. Dabei ziehen sich verschiedene Muskelgruppen und Organe zusammen, wodurch die Samenflüssigkeit aus den Nebenhoden durch den hinteren Harnleiter bis zum Penis transportiert. Folglich erhöht sich der Druck im Harnleiter und es folgt die zweite Phase, die Ausstoßphase.

Während der Ausstoßphase löst der Druck der Samenflüssigkeit rhythmische Muskelbewegungen aus, die als Orgasmus wahrgenommen werden. Durch die Muskelbewegungen wird der Samen aus dem Penis gedrückt. Anschließend verliert der Penis seine Standhaftigkeit wieder, schwillt langsam ab und kehrt in seine Ausgangsposition zurück.

Bei diesem komplexen Zusammenspiel verschiedenen Nervenbahnen, Organen und Muskelgruppen kann es durchaus zu Problemen im Ablauf kommen, die sich in einer Erektionsstörung, auch erektile Dysfunktion genannt, bemerkbar machen.

Auch wenn das Thema dieses Portals eher die erektile Dysfunktion ist, gibt es natürlich noch weitere Probleme, die Menschen mit dem Samenerguss haben können. Das häufigste Problem von Männern ist beispielsweise der vorzeitige Samenerguss. Dieses vor allem für die Partner belastende Phänomen ist vielfach auch auf psychische als auch physische Faktoren zurückzuführen. Gerade die psychischen Ursachen eines vorzeitigen Samenergusses kann man jedoch mit vielen Tricks und Hilfen begegnen.

Naturheilkunde bei Potenzstörungen

Neben den besonderen Gaben der Pflan­zenwelt bietet die Naturheilkunde ebe­nfalls Methoden an, um die Lust und Le­bensfreude zu steigern. Wir stellen nun einige naturheilkundliche Behandlungsmethoden bei Impotenz vor.

Homöopathie

Wenn man z.B. die homöopathischen Arz­neimittellehren studiert, findet man einige Symptomschilderungen zum Libidoverlust. Die Anwendung von Damiana (Turnera dif­fusa) beispielsweise wird unter anderem in Voisin’s Werkt: „Materia medica des ho­möopatischen Praktikers“ (Heidelberg 1991) beschrieben. Die Pflanze sei hilfreich bei: „Impotenz oder sexueller und nervöser Schwäche mit genitaler Neurasthenie, vor allem wenn Schlaflosigkeit besteht.“

Emp­fohlen werden Potenzen bis C 4, bei weibli­cher Frigidität Potenzen bis D 3. Die India­ner in Nordmexico wenden Damiana Tee als Mittel gegen Muskel- und Nerven­schwäche und als Aphrodisiakum an.

Bei vorzeitigem Libidoverlust und/oder Potenzschwäche beschreibt allein Willibald Gawlik in seiner „kleinen sexualmedizini­schen Apotheke“ in „Homöopathie in der Geriatrie“ 12 weitere Arzneimittel. Nachfolgend eine kleine Auswahl der wichtigsten Homöopathika:

  • Arsenicum: Furcht, ihm könnte etwas zustoßen.
  • Phosphorus: sucht nach Gesellschaft. Ist bezeichnend für überaktive Zustände beider Ge­schlechter, besonders bei schwangeren und stillenden Frauen.
  • Silicea: scheut sich vor Nähe und Intimität. Vermei­det Veränderungen. Männer und Frauen haben gesteigerte Bedürfnisse, welche schnell nachlassen bzw. später ganz fehlen.
  • Sepia: Überlegene Zurückhaltung. Abneigung gegen den Ehemann und Koitus.
  • Puisatilla: kann nicht allein sein. Der geliebte Mensch könne ihm verlorengehen. Treu. Will nackt sein. Reizbar. Verlassenheitsängste. Impu­sivität beider Geschlechter.
  • Lycopodium: fürchtet sich vor der Einsamkeit. Hat hoch­gradigen Einfluss sowohl auf geistige als auch verminderte sexuelle Bedürfnisse.
  • Lachesis: verrückte Eifersucht gegen Abend. Stark instinktive Bedürfnisse, ursprüngliches Sexualarzneimittel. Drängen wird durch hohe geistige Ideale im Einklang gehalten.
  • Hyoscyamus: reizbar, nervös. Stark in seinen sexuellen Anspruch. Neigt zu Exhibitionismus, mit dem Wunsch, die Genitale zu entblößen und zu berühren.
  • Nux vomica: Deutliche gesteigerte sexuelle Bedürfnisse.
  • Ignatia: Sexuelle Bedürfnisse können stark gemin­dert oder gesteigert werden.
  • Nux moschata: Männer: Die sexuellen Bedürfnisse sind gesteigert mit nur kurzen Erektionen, spä­ter Impotenz. Frauen: Keine sexuellen Bedürfnisse. Sehr lange Menstruation.
  • Onosmodium: Sexuelle Bedürfnisse überaus reduziert.
  • Veratrum album: Stark ausgeprägte Symptome: Nympho­manie, erotischer Wahn, Schamlosigkeit.
  • Zincum: Sexuelle Bedürfnisse sind gesteigert, be­sonders bei Frauen. Nymphomanie nach der Entbindung.

Traditionelle Chinesische Medizin

Bei mangelnder Lust auf Sex ist nach alter chinesischer Vorstellung das Qi aus dem Gleichgewicht. Die Energie des Herzens (Yang: Feuer, Aktivität usw.) und der Nieren (Yin: Wasser, Kälte usw.) müssen in gut im Rhythmus zusammenspielen, sonst leiden Liebeslust und Liebeskraft. „Kein Yang ohne Yin“, sagen die Chinesen, was bedeutet: Nur aus dem tiefsten Yin (Ruhe, Erholung, Hingabe) kann Lust, Leidenschaft, Ekstase (Yang) entstehen.

Akupressur

Die Lehre der Akupressur hält libido­fördernde Anwendungen bereit: Die Stimulation der Akupunkturpunkte kann bei regelmäßiger Anwendung das Begehren anheizen.

Das trifft zu für den Punkt Niere 3 (Nieren-Meridian): am Fuß zwischen Achillessehne und Innenknöchel. Auch der Perikard 6: drei Querfinger oberhalb der Handgelenksfalte soll Feuer ins Liebes­leben bringen sowie die Pressur bzw. Nadelung von Lenkergefäß 20: auf dem Kopf, im Mittelpunkt einer gedachten Linie von den Ohren bis hinauf zur Kopfmitte. Lenkerge­fäß 20 soll das Wohlbefinden und die Stimmung heben. Die Nadelung von Konzepti­onsgefäß 4: vier Finger breit unterhalb des Nabels hilft angeblich bei Impotenz, Dysmenorr­hoe und klimakterischen Beschwerden.

Nach den Lehren der alten chinesischen Medizin gilt für den Urogenitalbereich die Modalität „Kälte“, daher soll dieser Punkt auch „gemoxt“, d. h. mit einer glühenden Beifußzigarre erhitzt werden.

Qi-Gong-Übung

Die Qi-Gong-Übung „Den Himmel anhe­ben“ kräftigt angeblich den Unterleib und wärmt den Schoß. So wird’s gemacht:

  • Stehen Sie auf­recht, entspannen Sie sich und drücken Sie die Knie leicht durch.
  • Dabei sollten die Hän­de locker und gerade herab hängen.
  • Win­keln Sie nun die Arme an, die Handflächen zum Boden gewandt und die Fingerspitzen zeigen vor dem Bauch aufeinander zu.
  • He­ben Sie dann die Arme im großen Bogen nach vorn und oben.
  • Schauen Sie zu den Händen hoch und atmen Sie tief und ent­spannt durch die Nase ein.
  • Halten Sie den Atem kurz an und drücken die Hände nach oben, als würden Sie „den Himmel anhe­ben“.
  • Anschließend werden die Arme seit­wärts nach unten geführt und langsam sowie entspannt wird durch den Mund ausgeatmet.

Nehmen Sie bei hochgestreckten Händen wahr, wie der Rücken sich weitet, und wenn Sie die Hände langsam senken, wie die Energie im Körper nach unten strömt und der Schoß gewärmt wird. Auch die alte Qi-Gong-Übung „Essenz des Mondes aufsaugen“ stärkt das Nieren-Yin. Sie soll ebenfalls gegen Unfruchtbarkeit helfen.

Die beste Zeit für die Übung ist der Sonnenunter- und Mondaufgang. Sie sollte im
Freien oder bei geöffnetem Fenster durchgeführt werden:

  • Schauen Sie dabei den Mond an.
  • Atmen Sie tief aus bleiben Sie so für ca. 8 Sekunden stehen.
  • Atmen Sie dann langsam und tief ein und stellen Sie sich dabei vor, dass Sie „die Essenz (die Energie) des Mondes“ aufsaugen.

Die Yin-Energie des Mondes stärkt nicht nur die Liebeskraft, sie soll außerdem, so meinen die Chinesen, zu hohem Alter verhelfen.