Gesetzliche Rentenversicherung: Richtig abgesichert im Alter

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Rentenreform – Die Mütterrente

KnappschaftVersorgungswerkeBerechnung der RentenhöheGenerationenvertragLeistungsumfang der gesetzlichen RentenversicherungAnders als in den anderen Sozialversicherungszweigen richten sich die gewährten Leistungen der Rentenversicherung nach der Höhe der eingezahlten Beiträge (Äquivalenzprinzip). Die versicherten Risiken der GRV sind:

  • das Alter (Altersrente)
  • die verminderte Erwerbstätigkeit
  • der Tod (Hinterbliebenenrente, darunter WitwenrenteWitwerrenteWaisenrente)
  • Leistungen im Rahmen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation
Art der Rentenversicherung Monat (West) Jahr (West) Monat (Ost) Jahr (Ost)
allgemeine Rentenversicherung 6.700 € 80.400 € 6.150 € 73.800 €
knappschaftliche Rentenversicherung 8.200 € 98.400 € 7.600 € 91.200 €
Beiträge für Selbständige West Ost
Mindestbeitrag 84,15 € 84,15 €
Regelbeitrag* 569,42 € 503,97 €
Halber Regelbeitrag 284,71 € 251,99 €
Höchstbeitrag 1.215,50 € 1.084,60 €
Geburtsjahr 1953 1954 1955 1958 1959 1963
frühestmöglicher abschlagsfreier Rentenbeginn im Alter von 63 Jahre und 2 Monate 63 Jahre und 4 Monate 63 Jahre und 6 Monate 64 Jahre und 0 Monate 64 Jahre und 2 Monate 64 Jahre und 10 Monate

So können Menschen, die ab 1964 geboren sind, erst ab einem Alter von 65 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen.

Aber auch Frauen können Vorteile aus der Rentenreform ziehen, wenn sie vor 1992 ein oder mehrere Kinder geboren haben. Diese erhalten ab Juli statt 28,61 Euro pro Kind und Monat dann 57,22 Euro pro Kind und Monat. Bei Frauen die vor 1992 zwei Kinder geboren haben erhöht sich die gutgeschriebene Erziehungszeitzudem von zwei auf vier Jahre.

Auch Männer können von dieser Mütterrente profitieren. Dazu müssen sie entweder selbst Erziehungszeit vorweisen oder geschieden sein. In diesem Fall ist es nämlich möglich, dass Väter, die von der Ehefrau geschieden sind, in Zukunft weniger Unterhalt zahlen müssen, da die geschiedene Ehefrau mehr Rente für die Kindererziehung bekommt.

  • Beitragssatz: 24,80 Prozent
  • Arbeitnehmeranteil: 9,35 Prozent
  • Arbeitgeberanteil: 15,45 Prozent

Zahlung der Rente ins Ausland

Seit dem 1. Oktober 2013 gilt ein neues Gesetz zum Auslandsrentenrecht. Dabei geht es um die Gleichstellung von Deutschen und ausländischen Staatsangehörigen. So erhalten nun Personen, die in der Europäischen Union, in der Schweiz, im Europäischen Wirtschaftsraum sowie in Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialabkommen hat, (beispielsweise USA oder Tunesien) leben, die Rente in voller Höhe. Dies gilt bisher nur für Rentner, die nur kurz (maximal sechs Monate) im Ausland leben.Rentenversicherungspflicht und freiwillig VersicherteDie Rentenversicherungspflicht gilt generell für abhängig beschäftigte Arbeiter und Angestellte, sowie für:

  • arbeitnehmerähnliche Selbständige (nur für einen Arbeitgeber tätig und keine Beschäftigung eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmers)
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Studenten in entgeltlicher Beschäftigung
  • behinderte Menschen
  • Auszubildende
  • Mitglieder geistiger Genossenschaften

Selbständige und Freiberufler genießen Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung, können sich aber freiwillig für das System der GRV entscheiden. Ein Antrag auf freiwillige Versicherung ist allerdings unwiderruflich. Auch geringfügig Beschäftigte sind in der Rentenversicherung grundsätzlich versicherungsfrei. Der jeweilige Arbeitgeber zahlt lediglich Pauschalbeträge für die sogenannten „Minijobber“.Weitere Formen der Rentenversicherung über Versorgungswerke

Neben der GRV, der relativ jungen Riester-Rente und der sogenannten Rürup-Rente (Basisrente)existieren aber auch noch weitere Systeme zur Altersversorgung: Besonders lukrativ sind dabei Betriebsrenten, d.h. freiwillige Zusatzleistungen des Arbeitgebers, die insbesondere von großen Unternehmen angeboten werden. Rund 17,5 Millionen Menschen in Deutschland können im Alter mit einer solchen Zusatzrente rechnen.

Die Berufständische Versorgung bezeichnet dagegen die Altersvorsorge speziell für kammerfähige freie Berufe wie beispielsweise Ärzte, Apotheker oder Rechtsanwälte. Die Art der Versorgung entspricht weitestgehend den Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Darüber hinaus gibt es weitere Alterssicherungssysteme für Landwirte oder Beamte (Beamtenversorgung).Regelaltersrente und Berechnung der RentenhöheDie Altersgrenze für die Regelaltersrente wird in den Jahren zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 Jahren auf die Rente mit 67 angehoben. Beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1947 erfolgt die Anhebung ab 2012 zunächst in Ein-Monats-, ab 2024 dann in Zwei-Monats-Schritten, so dass schließlich für Versicherte ab dem Jahrgang 1964 die neue Grenze von 67 Jahren gilt.

Die Rentenhöhe bezeichnet den monatlich ausgezahlten Betrag der Rente.
Zu unterscheiden ist dabei zwischen der:

Berechnung aus den eingezahlten Beiträgen und allen weiterhin zu bewertenden rentenrechtlichen Zeiten der gesamten Versicherungszeitbei Kranken- und Pflege­versicherungs­pflichtigen werden die jeweiligen Beiträge einbehalten, der verbleibende Betrag ist dann die NettorenteEinflussfaktoren der jeweiligen Rentenhöhe sind folglich insbesondere das geplante Renten­eintritts­alter sowie die Summe der im Erwerbsleben eingezahlten Beiträge. Jeder spätere Rentenbeginn erhöht die Rente (um 0,5 Prozent pro Monat), jeder frühere mindert sie (um 0,3 Prozent pro Monat). Wer längert arbeitet, kann also mehr Rente erhalten. Ebenso ist es möglich, die Rente nach 45 Arbeitsjahren zu beantragen und trotzdem beim Arbeitgeber weiter beschäftigt zu bleiben. Dabei kommt auf das Gehalt noch die Rentenzahlung. Es sollte aber frühzeitig geprüft werden, ob es überhaupt möglich ist, noch über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. Dazu gibt es oft spezielle Klauseln im Arbeitsvertrag. Es kann aber auch eine Sondervereinbarung mit dem Arbeitgeber getroffen werden.

Bundes- und Regionalträger

Deutsche RV Mitglieder
Baden-Württemberg 5,1 Mio.
Bayern Süd 3,6 Mio.
Berlin-Brandenburg 2,6 Mio.
Braunschweig-Hannover 3,0 Mio.
Bund 33,0 Mio.
Hessen 2,6 Mio.
Knappschaft-Bahn-See 3,3 Mio.
Mitteldeutschland 4,2 Mio.
Nord 2,9 Mio.
Nordbayern 2,4 Mio.
Oldenburg-Bremen 0,8 Mio.
Rheinland 9,4 Mio.
Rheinland-Pfalz 2,0 Mio.
Saarland 0,4 Mio.
Schwaben 1,4 Mio.
Westfalen 3,9 Mio.

Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, Kennzahlen der jeweiligen Rentenversicherungsträger, Anzahl der Versicherten zuzüglich der Rentner

Tipps der Redaktion

Private RentenversicherungRiester-RenteRürup-RenteÄnderungen der SozialversicherungHintergrund: Der Generationenvertrag und demografische Wandel

Der Begriff des “Generationenvertrages” geht auf den “Vater der dynamischen Rente” Wilfried Schreiberzurück. Er sprach 1957 im Rahmen der Rentenreform erstmals von einem fiktiven “Solidar-Vertrag zwischen den Generationen”. Bis heute basiert das gesetzliche Umlageverfahren auf dem Umstand, dass die heute Erwerbstätigen durch ihre Rentenbeiträge die Rente der Älteren finanzieren. Als Gegenleistung erwarten sie schließlich, dass die kommende Generation später die Renten gleichermaßen für sie aufbringt.

Was zählt als Beitragsjahre?

  • Pflichtbeiträge aus sozialversicherungspflichtigen oder selbstständigen Tätigkeiten
  • Arbeitslosengeld I
  • 450-Euro-Jobs
  • Betriebliche Ausbildungen
  • Kindererziehungszeiten bis zum 10. Lebensjahr des Kindes
  • Pflege von Angehörigen
  • Krankengeld
  • Umschulungen und berufliche Weiterbildungen
  • Insolvenzgeld
  • Wehr- oder Zivildienst