Haarausfall Ratgeber – alles zum Haarausfall und Haarwachstum

Laut Statistik leiden vier von fünf Männern und beinah jede zweite Frau unter Haarausfall. Die Haare dünnen aus und manchmal droht sogar der komplette Haarverlust. Von Haarausfall spricht man, wenn mehr als 80 bis 100 Haare täglich ausfallen oder deutlich weniger nachwachsen als ausfallen. Aber was sind eigentlich die Ursachen und gibt es wirkungsvolle Therapien, die den Haarausfall stoppen?

Ursachen für den Haarausfall

Es ist verständlich, dass der Haarausfall sie wahrscheinlich psychisch belastet. So manch einer fühlt sich nicht mehr attraktiv und würde alles dafür tun, endlich wieder volles Haar zu haben. Aber um den Haarverlust aufzuhalten und ggf. die Haare wieder wachsen zu lassen, erfordert, sich über die Ursachen des Haarverlustes besser zu informieren. Wenn das auch bei Ihnen so ist, werden Sie gern nach jedem mehr oder weniger angepriesenem Heilmittel greifen und es ausprobieren. Es gibt durchaus Hausmittel, welche das Haar kräftigen und das Wachstum anregen können.

Vor allem Spülungen mit bestimmten Kräutern oder Kräutermischungen können hilfreich sein. Allerdings muss auch hier gesagt werden, diese Hausmittel werden den Haarausfall kaum stoppen können, wenn nicht zuerst der Ursache auf den Grund gegangen wird. Schädlich sind diese natürlichen Hausmittel in der Regel aber auch nicht und eine positive Wirkung auf das Haar ist durchaus vorhanden. Anlagebedingter Haarausfall kann leider kaum oder nur mit sehr wenigen Wirkstoffen verbessert werden. Die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid haben sich vor allem beim Haarausfall bei Männern und zum Teil auch bei Frauen bewährt.

Hier konnte oftmals zumindest ein weiterer Haarausfall verringert werden. Wenn Sie in Ihrer Apotheke nach einem guten Mittel gegen Haarausfall fragen, sollten Sie nur solche ausprobieren, deren Wirksamkeit am Menschen wissenschaftlich bewiesen wurde. Ihr Hausarzt oder Dermatologe kann Sie zu diesem Punkt ebenfalls beraten und Mittel verschreiben. Egal, um welches Mittel es sich handelt, dass es gegen Ihren Haarausfall wirksam ist, kann wohl kaum garantiert werden.

Sind vorbeugende Maßnahmen sinnvoll?

Handelt es sich um erblich bedingten oder um kreisrunden Haarausfall, ist eine vorbeugende Maßnahme leider wenig sinnvoll. Eine gesunde Ernährung kann aber Nährstoffmangel verhindern, der nicht selten ebenfalls zu Haarausfall führt. Verschiedene Haarwässer oder Kräuterspülungen können zumindest das Haar und die Haarwurzel stärken. Entspannungsübungen, mehr Erholung und so weiter, verringert Stress. Zu häufige chemische Behandlungen der Haare, wie Dauerwellen oder Färben sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Auch sollten Sie darauf achten, ob der Haarausfall vielleicht erst seit der Einnahme bestimmter Medikamente auftritt.

Maßnahmen bei Haarausfall

Basische Behandlung der Haare

Mit einer Basispflege von Kopfhaut und Haar lässt sich der Haarausfall angeblich weiter eindämmen. Hierzu werden drei Schritte empfohlen. Zuerst sollte der Haarboden entsäuert werden, um ein günstiges Klima zu erzeugen. Danach können den Zellen die nötigen Nährstoffe zugeführt werden. Nicht zuletzt ist es wichtig, dass die Durchblutung der Kopfhaut dauerhaft verbessert wird, um die Feuchtigkeits- und Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Übersäuerung des Haarbodens

Die zentrale Rolle spielt das richtige Shampoo. Es sollte basisch beschaffen sein, um den pH-Wert entsprechen regulieren zu können. Bei der Entsäuerung sollen sich die Poren der Kopfhaut öffnen. Die Bürstenmassage begünstigt scheinbar das Ausscheiden von Schlackenstoffen. Das richtige Shampoo in Kombination mit einer aktivierenden Kopfmassage kann förderlich sein, um eine Entsäuerung zu begünstigen.

Nährstoffversorgung der Haarwurzeln sicherstellen

Nachdem der Haarboden entsäuert ist, sind die Haarwurzeln angeblich bereit, um frische Nährstoffe aufzunehmen. Eine ausgewogene Mischung naturreiner Stoffe ist ideal. Auf dem Markt sind verschiedene Haarwuchskonzentrate, die ihre Aufgabe angeblich gut erfüllen. Sie stellen den Zellen hochwertige Nährstoffkomplexe zur Verfügung, die wiederum für die Reaktivierung der Zellbildung in den Haarwurzeln sorgenvsollen. Auf diese Weise kann sich der Haarneuwuchs einstellen.

Kopfhautdurchblutung unterstützen

Der Stoffwechsel in den Hautzellen kann nur dann funktionieren, wenn die Kopfhaut optimal durchblutet ist. Zur Verbesserung der Durchblutung lassen sich basische Haarbodenpackungen einsetzen. Das sollte nicht mehr als zweimal pro Woche geschehen. Nährstoffreiche und stoffwechselanregende Haarpackungen sollen die Regeneration der Zellen unterstützen und dafür sorgen, dass das nachwachsende Haar gesund und glänzend wird.

Ebenfalls durchblutungsfördernd soll die Massage des Kopfes mit einer hochwertigen Bürste sein. Natürliche Borsten (Wildschweinborsten) sind hierbei die beste Wahl. Die verbesserte Durchblutung stellt sich umgehend ein und macht sich durch ein spürbares Kribbeln an den Haarwurzeln bemerkbar.

Darmsanierung bei Haarausfall

Eine gestörte Darmflora hat großen Einfluss auf den gesamten Organismus. Der Darm ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern ein gesunder Darm steigert die Vitalität und kann die körpereigenen Abwehrkräfte stärken. Umgekehrt kann man sagen, dass eine nicht intakte Darmtätigkeit

  • dem Körper Energie raubt,
  • die Zellen nicht ausreichend mit Nährstoffen und Spurenelementen versorgt,
  • dafür sorgt, das schädliche Stoffwechselprodukte über die Darmwand in den Körper abgegeben werden und
  • somit auch den Haarausfall begünstigen kann.

Ein beeinträchtigtes Verdauungssystem kann typische Zivilisationskrankheiten des Herz-Kreislauf-Systems fördern wie zum Beispiel zu hohe Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Arteriosklerose. Aber auch rheumatische Beschwerden, Arthrose, Rückenschmerzen und Gicht können ein Thema werden.

So funktioniert die Darmsanierung

Ziel einer Darmsanierung ist, dass eine gesunde Verdauungstätigkeit erreicht wird, was sich in einem gut durchfeuchteten, aber festen Stuhlgang manifestiert. Das Verdauungssystem soll sanft gereinigt und nachhaltig saniert werden. Während der Darmsanierung kann es zu ungewöhnlichen Geruchsentwicklungen beim Stuhlgang kommen.

Die Darmsanierung sollte in den Tagesablauf der Betroffenen passen und dafür gibt es unterschiedliche Programme, die sich in ihrer Intensität und Dauer unterscheiden. So lässt sich selbst für einen stressigen Arbeitsalltag eine geeignete Variante finden. Eine Darmreinigung fußt auf den zwei Basiskomponenten

  • Psyllium,
  • Bentonit

Das Probiotikum wiederum ist in mehreren verschiedenen Varianten erhältlich. Die zwei Komponenten erzielen angeblich die besten Wirkungen, wenn sie gemeinsam eingenommen werden. In Abhängigkeit von ihrer Dosierung kann die Effektivität und Intensität reguliert werden.

Ernährungsumstellung und Darmsanierung

Wenn Betroffene die Ernährung umstellen und gleichzeitig für eine Darmsanierung sorgen, erreichen sie wahrscheinlich den größtmöglichen Effekt. Denn wer sich gesund und basisch ernährt, kann das Ergebnis einer Darmsanierung scheinbar stark verbessern. Allerdings ist es nicht zwingend erforderlich, eine komplette Darmsanierung inklusive Neuaufbau der Darmflora durchzuführen.

Basiskomponenten wirken auch solo

Nicht alle drei Basiskomponenten müssen in Kombination eingenommen werden. Es ist auch möglich, jede einzelne Komponente für sich zu nehmen. Probiotika sollen die Darmflora aufbauen, Bentonit und Psyllium sind angeblich die Hauptakteure bei der Darmreinigung. Sie sollen abführen.

Tägliche Bürstenmassagen bei Haarausfall

Eine Kopfhautmassage mit einer Bürste regt die Durchblutung an. Gleichzeitig streichen die Borsten abgestorbene Hautteile von der Kopfhaut ab, so dass mehr Sauerstoff an die Haut gelangt. Die regelmäßige Massage mit einer Naturhaarborsten-Bürste sorgt angeblich dafür, dass die gesamte Kopfhaut inklusive des Haarbodens und der Haarfollikel erheblich besser mit Nährstoffen, Mineralien und Sauerstoff versorgt werden können.

Das tägliche Massieren mit einer Bürste soll außerdem zur Folge haben, dass sich die Talgproduktion in der Kopfhaut wieder auf ein Normalmaß einpendelt. Das bedeutet, dass mit der Bürstenmassage nicht nur eine schwache Talgproduktion angeregt werden soll, sondern dass im gegenteiligen Fall, also bei zu fettigem Haar, die übermäßige Talgproduktion eingedämmt werden soll. Den optimalen Effekt erzielen Betroffene, wenn sie das Haar schonend aber gründlich zweimal am Tag bürsten. Die Bürstenmassage sollte allerdings nicht mehr als zwei oder drei Minuten dauern.

Bürstenmassage als Teil der Kombinationspflege

Die Bürstenmassage alleine sorgt nicht dafür, dass der Haarausfall gestoppt wird. Erst die Kombination aller Komponenten soll den Erfolg bringen. Neben der Entsäuerung, dem Zuführen von Mineralstoffen und der Darmsanierung sollen diese Maßnahmen einen Rückgang des Haarausfalls begünstigen:

  • Verwendung von basischem Shampoo,
  • Anwendung von basischen Haarbodenpackungen,
  • Anwendung von Haarwuchskonzentrat (z.B. mit Silizium)

Geduld und Durchhaltevermögen sind nötig

Der Haarausfall kann nicht innerhalb von wenigen Tagen gestoppt werden, erst recht nicht, wenn das Problem schon lange besteht und der Körper stark übersäuert ist. Betroffene sollten ihrem Körper Zeit geben, damit sich dieser auf die neu eingeleiteten Maßnahmen einstellen kann. Allerdings dürfen sie damit rechnen, dass der Haarausfall bei regelmäßiger Anwendung innerhalb einiger Wochen deutlich zurückgeht.

Mittel bei Haarausfall

Aminosäuren bei Haarausfall

Aminosäuren bei Haarausfall einzusetzen bedeutet, dem Organismus eine ausreichende Menge an Aminosäuren zuzufügen. Auf dem Speiseplan nicht fehlen sollten beispielsweise tierische Lebensmittel, wie Fisch, Eier, Joghurt und Käse und pflanzliche Produkte wie Erbsen, Soja, Linsen, Getreide und Bohnen, um den Bedarf an Aminosäuren zu decken. Um die Kopfhaut und die Haarstruktur zu stärken, können Aminosäuren und Spurenelemente in geeigneter Dosis eingenommen werden.

Lysin, Cystein, Arginin und Methionin zählen zu den für den Haarwuchs förderlichen Aminosäuren. Begleitend können Omega-6-Fettsäuren und Vitamin E neben den Aminosäuren bei Haarausfall verabreicht werden und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern. Des Weiteren zählt Glutamin angeblich zu den effektiven Aminosäuren bei Haarausfall.

Die Einnahme von Aminosäuren bei Haarausfall sollte in jedem Fall durch einen fachkundigen Mediziner abgeklärt werden, denn die geeignete Dosis, sowie die Dauer der Einnahme der Präparate sind entscheidend, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Zudem sind nur geschulte Ärzte in der Lage, eine richtige Diagnose in Bezug auf den Haarausfall zu stellen und die entsprechenden Präparate zu verschreiben und die Therapie gezielt durchzuführen. Aminosäuren können Haarausfall in vielen Fällen minimieren und im besten Fall komplett aufhalten.

Biotin bei Haarausfall

In einigen Fällen liegt die Ursache bei einer Störung des Immunsystems. Besonders vorteilhaft ist, dass Biotin bei Haarausfall in den meisten Fällen als Behandlung ausreichend sein soll. Das Schönheitsvitamin H (Vitamin für Haare und Haut) wird dem Körper zugeführt, wenn es im Organismus nicht ausreichend vorhanden ist. Biotin bei Haarausfall kann wirksam sein und vermindert angeblich die Funktionsstörung, die den Nachwuchs des Haupthaares verhindert.

Eine dreimonatige Biotin-Kur ist ratsam

Das lebensnotwendige Vitamin B7 wird normalerweise über die Nahrung aufgenommen. Wenn jedoch unter permanenten Haarausfall gelitten wird, dann reicht eine ausgewogene und gesunde Ernährung nicht mehr aus. Daher sollte das Biotin in akuten Fällen in einer wesentlich höheren Dosierung eingenommen werden. Biotin bei Haarausfall ist also ein Nahrungsergänzungsmittel, welches die Ursachen des Haarausfalls bekämpfen soll.

Eine Kur sollte mindestens drei Monate durchgeführt werden. Hierbei liegt die Tagesdosis bei 5 mg Biotin. Die Kapseln und Tabletten sind rezeptfrei in jeder Apotheke oder im Internet erhältlich. Eine schnelle und effektive Hilfe soll Biotin bei Haarausfall sein. In schlimmen Fällen sollte aber zusätzlich der Rat eines Arztes eingeholt werden.

Bockshornklee bei Haarausfall

Bockshornklee wird in vielen Ländern und in unterschiedlichen Kulturen im Rahmen der Haarpflege benutzt. Haarausfall, Schuppenbildung und vorzeitiges Ergrauen soll sich ebenfalls mit Bockshornklee behandeln lassen. In der Tat soll die Wirkung von Bockshornklee bereits in mehreren wissenschaftlichen Studien belegt worden sein. Wer Bockshornklee bei Haarausfall einsetzen möchte, braucht Geduld und muss angeblich sicherstellen, dass die Behandlung mindestens 6-8 Wochen durchgeführt wird. Denn meist zeigt sich vor Ablauf dieser Frist noch kein neuer Haarwuchs.

Innerliche Anwendung von Bockshornklee bei Haarausfall

Bockshornklee lässt sich in Form von Kapseln konsumieren. Die empfohlene Dosierung richtet sich nach dem Präparat und ist individuell der Packungsbeilage zu entnehmen. Üblich ist die Einnahme morgens und abends.

Alternativ dazu können Bockshornkleesamen pur gegessen werden. Ungefähr zwei Gramm zwei- bis dreimal pro Tag sind hier die empfohlene Menge. Zur Aufnahme der Bockshornkleesamen sollten diese vorher mit einem Mörser zerkleinert und mit wenig Flüssigkeit geschluckt werden. Sie sollen den Appetit anregen, deshalb ist die Einnahme kurz vor dem Essen günstig.

Eine weitere Möglichkeit, Bockshornkleesamen zu konsumieren, ist das Aufgießen von Tee. Hierzu wird ein halbes Gramm der pulverbasierten Samen auf eine kleine Tasse Tee gegeben. Das Pulver wird mit kaltem Wasser verrührt und 2 Stunden stehen gelassen. Nach Ablauf der zwei Stunden lässt sich die Mischung durch ein feines Sieb oder einen Filter abgießen. Insgesamt vier bis fünf Tassen können schluckweise über den Tag verteilt getrunken werden. Im Handel ist auch verzehrfertiger Bockshornkleetee erhältlich.

Äußerliche Anwendung von Bockshornklee

Zur äußerlichen Anwendung benötigen Betroffene Bockshornkleepulver. Dieses wird mit Wasser zu einer streichfähigen Paste angerührt. Als Kurpackung verbleibt die Paste 20 bis 30 Minuten auf der Kopfhaut. Danach wird sie mit viel handwarmem Wasser, aber ohne Shampoo, ausgewaschen. Unabhängig davon, dass die Haarpackung aus Bockshornkleepulver die Neubildung von Haaren begünstigen soll, sollen die Haare zu neuem Glanz kommen. Es ist anzunehmen, dass die im Bockshornklee vorhandenen Vitalstoffe (Vitamin B und C, Eisen) für die kräftigende Wirkung sorgen.

Aus den verzehrfertigen Teemischungen lässt sich auch einen Spülung herstellen, die nach dem Haarewaschen angewendet wird. Ein empfehlenswertes Rezept sieht das Mischen von pulverisierten Bockshornkleesamen mit Kokosöl vor. Diese Paste wird in das Haar und auf die Kopfhaut gegeben. Die Anwendung beruhigt trockene und zu Spannungen neigende Kopfhaut und wirkt Schuppen entgegen.

Brennnessel bei Haarausfall

Brennnesseln sollen innerlich und äußerlich angewendet wirksam bei Haarausfall sein. Sie sind reich an Vitaminen und Nährstoffen. Eine Möglichkeit ist, die Samen der Brennnessel zu essen. Zu diesem Zweck werden sie über Müsli gestreut, in Suppen und Salaten verwendet. Ein bis zwei Esslöffel täglich und regelmäßig konsumiert, sorgt Brennnesselsamen angeblich für dichtes und glänzendes Haar. Brennnesselsamen sind in Reformhäusern oder online erhältlich.

Auch die jungen Blätter von Brennnesseln können zu Salat verarbeitet werden. Sie brennen nicht und ergeben zusammen mit Kräutern eine herb-frische Note. Bei Haarausfall werden Wurzeln, Blätter und Stängel der Pflanze verarbeitet. Nur die Blüten werden nicht genutzt.

Wirkungsweise der Brennnessel

Brennnesselblätter mit heißem Wasser aufgegossen und in kleinen Schlucken genossen unterstützen die Entwässerung. Gleichzeitig versorgen sie den Körper mit wichtigen Bausteinen: In der Brennnessel ist eine hohe Konzentration von Vitamin A, Mineralstoffen und Eisen zu finden. Diese Komponenten sollen notwendig sein, um Haarwurzeln gesund zu erhalten.

In der Volksmedizin wird aus den Wurzeln ein Sud gebraut, der dann als Haarwasser gegen Haarausfall eingesetzt wird. Es soll unterstützen und vorbeugen, hat jedoch sein Haupteinsatzgebiet im Bereich des altersbedingten Haarausfalls. Gleichwohl ist das Einreiben der Kopfhaut mit frisch angesetztem Brennnesselwurzel-Haarwasser nicht schädlich, denn es soll außerdem gegen übermäßige Schuppenbildung wirken.

Herstellung von Brennnesselwurzel-Haarwasser

Als Zutaten werden 300 g Brennnesselwurzeln benötigt. Diese werden zerhackt und mit 1 Liter Wasser und 1 Liter Weinessig aufgegossen. Die Mischung kocht eine halbe Stunde. Nach dem Aufkochen wird die Tinktur durch ein feines Sieb geschüttet, um die Wurzeln und eventuelle Erdreste herauszufiltern. Täglich nach der Haarwäsche auf die Kopfhaut aufgetragen beugt es angeblich dem Haarausfall vor. Nach dem Auftragen muss das Haar nicht ausgewaschen werden. Die Tinktur trocknet komplett, ohne Rückstände im Haar zu hinterlassen.

Eine Alternative zur Brennnesselwurzel stellen die Blätter dar. Insgesamt 300 g Blätter werden zerrissen oder zerhackt und dann mit 1 Liter Wasser und 2 Liter 70%-igem Alkohol aufgegossen. Nach dem Aufkochen muss die Mischung abkühlen. Die Tinktur wird wie eine Spülung angewendet und einmassiert. Während die Haarwurzeln wie bei Brennnesselwurzel-Haarwasser auch stimuliert werden sollen, sorgte der Alkohol dafür, dass die Kopfhaut von Schuppen befreit und die Neubildung eingedämmt wird.

Kieselerde gegen Haarausfall

Im 21. Jahrhundert sind wir an einem Zeitpunkt angelangt, an dem es vielen Menschen mehr denn je um Selbstoptimierung geht. Neben einer „geistigen“ Optimierung, wie etwa neuen Lerntechniken und Apps für Schule oder Studium oder der richtigen Organisation im Arbeitsalltag dreht es es sich hier im Besonderen um eine optische Optimierung.

Aus dieser Sehnsucht nach permanenter Optimierung – häufig ist von einem „Optimierungswahn“ die Rede – ist eine ganze Industrie der Selbstoptimierung erwachsen, die Ihnen Lösungen oder Auswege für reale oder vermeintliche Probleme aufzeigen und davon profitieren möchte. Ein sehr reales Problem ist der Haarausfall. Er trifft bei Menschen vermehrt ab einem Alter von 50 Jahren auf. Hierbei lichtet sich das Haar zunächst nur leicht, z. B. bilden sich die bekannten sogenannten Geheimratsecken und kahle Stellen in der Kopfbehaarung.

Mit zunehmendem Alter führt diese Entwicklung vermehrt bei Männern soweit, dass sich eine vollständige Glatzenbildung einstellen kann. Auch Frauen klagen in höherem Alter über „dünnnes“ oder „brechendes“ Haar. Einen Weg, um Haarausfall vorzubeugen, sei die Anwendung von Kieselerde. Aber stimmt dies wirklich? Handelt es sich bei dieser Behauptung um einen Mythos oder kann Kieselerde tatsächlich eine präventive Wirkung entfalten?

Haarausfall ist oft genetisch bedingt

Eine wichtige Erkenntnis, wenn man sich mit der Frage beschäftigt, ob Kieselerde gegen Haarausfall wirklich hilft, dass Haarausfall in vielen Fällen schlicht genetisch bedingt ist.

So ist es wenig verwunderlich, dass auch Personen betroffen sind, die die das Alter von 50 Jahren noch lange nicht erreicht haben.

Denken Sie nur an Prinz Charles, der die Veranlagung zum Haarausfall an seinen Sohn Prinz William „weitergegeben“ hat. Zum Trost Betroffener, lassen sich Dutzende weiterer prominenter Betroffener nennen, darunter so bekannte Persönlichkeiten wie Fußballtrainer Jürgen Klopp. Eine weitere Ursache für Haarausfall kann ein Aufenthalt bzw. Urlaub in warmen Gegenden sein. Er lässt das Haar schnell austrocknen oder spröde werden.

Kieselerde gegen Haarausfall der Schlüssel zur Lösung?

Mit Silicium wird nun versucht, der Bildung von Haarausfall entgegen zu wirken. Silicium ist ein bedeutendes Spurenelement, dessen Vorkommen auf der Erde vergleichsweise hoch ist und sich auch in Kieselerde konzentriert. Das lateinische Wort „silex“ lässt sich mit Kiesel übersetzen. Kieselerde findet sich häufig in der Kosmetik wieder, wird aber auch in der Naturheilkunde eingesetzt. Gewonnen wird das Spurenelement durch Ablagerungen fossiler Überreste.

Der Einsatz von Kieselerde bei Haarausfall ist vielseitig. Er reicht von der Prävention von Bruchnägeln, dem Spenden von Feuchtigkeit oder der Stärkung des Bindegewebes. Eine besondere Einsatzrolle kommt Kieselerde bei Haarausfall zu. Ganz gleich, ob beim Spenden von Feuchtigkeit gegen trockenes oder sprödes Haar oder auch bei Spliss soll Kieselerde bei Haarausfall wirken. Kieselerde lässt sich in unterschiedlicher Art und Weise anwenden. So existiert sie einerseits als orales Präparat zur Anwendung als Kapsel, kann andererseits jedoch auch in Pulver- oder Gelform in die Haare eingearbeitet werden.

Antizipierte Wirkungen von Kieselerde auf das Haarwachstum

Oral aufgenommener Kieselerde wird nachgesagt, das Haarwachstum anzuregen und zu stärken und vorbeugend auf weiteren Haarausfall zu wirken. Schon ausgefallene Haare kann jedoch auch Kieselerde nicht wieder bringen. Äußerlich angewendet soll Kieselerde Entzündungen hemmen und Juckreiz einstellen können. So solen die Spurenelemente, die in der Kieselerde enthalten sind, für eine verbesserte Aufnahme und Speicherung der Feuchtigkeit in den Haaren sorgen. Logischerweise stellt sich der positive Effekt von Kieselerde nur ein, wenn ein Siliciummangel vorherrscht. Äußerlich lässt sich Kieselerde am besten direkt in die Haare einreiben.

Dies geschieht am besten, indem Sie sich Kieselerde einmal wöchentlich direkt nach der Haarwäsche in Kopfhaut und Haare einmassieren. Zuvor sollten Sie das Kieselerde-Gel in beiden Händen verreiben. Danach sollten Sie etwa zwanzig Minuten warten, bevor man das Gel sanft mit lauwarmen Wasser aus den Haaren wäscht. Wichtig bei besonders sprödem Haar ist es, beim Abtrocknen mit einem Handtuch nicht zu sehr zu reiben und auf das Trocknen mit einem Föhn am besten gänzlich zu verzichten.

Möchten Sie Kieselerde nicht als Haarkur anwenden, so ist es auch möglich, die Kieselerde ganz einfach dem jeweiligen Haarshampoo beizumischen. Im Zweifel gilt es hier jedoch, den persönlichen Hausarzt zu kontaktieren, um etwaige unerwünschte Effekte einer Mischung abschätzen zu können. Insgesamt gilt es allerdings zu bedenken, dass die Wirksamkeit einer Kieselerde-Anwendung von Kritikern generell immer wieder in Frage gestellt wird. So heißt es, dass die menschlichen Haare überhaupt gar nicht in der Lage dazu wären, die in der Kieselerde enthaltenten Spurenelemente aufzunehmen.

Von anderen Experten wird wiederum das Argument in den Raum gestellt, dass die Anwendung von Kieselerde zwar aus medizinischer Sicht tatsächlich keine Wirkung entfalten dürfte, sich allerdings der aus der Medizin weitreichend bekannte Placebo-Effekt einstelle. Fakt ist, dass weder eine Wirkung von Kieselerde gegen Haarausfall in Form eines Pulvers hinreichend belegt ist, noch die eines Gels. Allerdings konnte auch das Gegenteil nicht hinreichend mit Beweisen untermauert werden.

Schüssler Salze bei Haarausfall

Um Schüssler Salze gegen Haarausfall einzusetzen, werden sie meistens in Tablettenform verabreicht. Es handelt sich hierbei um Präparate aus natürlichen Mineralsalzen. Bereits 1873 stellte der homöopatische Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler in der Zeitung die Wirkung der Schüssler Salze vor. Die Schüssler Salze bei Haarausfall einzusetzen basiert also auf einem natürlichen Stoff, der in jedem gesunden Boden und auch in unserer Nahrung zu finden ist.

Da die Natur durch ungesunde Einflüsse bei der modernen Landwirtschaft inzwischen ausgelaugt ist, sind dort kaum noch Spurenelemente und Mineralstoffe zu finden oder nur noch in geringen Mengen nachweisbar. Unsere Nahrungsmittel enthalten nur noch einen Bruchteil der damals üblichen Vitalstoffgehalte. Das scheint der Hauptgrund für die heutigen Mineralstoffdefizite der Menschen und kann sich unter anderem in Haarausfall äußern. Schüssler Salze bei Haarausfall können helfen, um dieses Defizit bei eine regelmäßigen Einnahme auszugleichen.

Ohne Mineralstoffe sind Zellen angreifbar

Wird eine Zelle angegriffen zum Beispiel von freien Radikalen, Bakterien oder Viren, dann versucht sich diese zu schützen und den Feind abzuwehren. Diese Maßnahme zum Schutz der Zelle kostet Mineralstoffe und Energie. Wenn diese Mineralstoffe in der Ernährung fehlen, dann kann die Zelle nicht mehr ausreichend versorgt werden und wird folglich schwächer. Sollten keine Mineralien zugeführt werden, muss sich die Zelle letztendlich dem Feind ergeben. Werden Schüssler Salze gegen Haarausfall eingesetzt, geht man davon aus, dass die Zellen ausreichend Mineralstoffe bekommen und sind damit wieder widerstandsfähig werden.

Wirkung von Schüssler Salzen

Potentielle Schüssler Salze sollen nach der Einnahme direkt in das Innere der Zelle gelangen. Da gleichzeitig auch ein Mineralstoffdefizit außerhalb der Zellen besteht, muss zusätzlich auf eine mineralstoffreiche Ernährung geachtet werden, um auch dieses Defizit beseitigen zu können, so die Theorie. Wichtig ist also immer, dass das Mineralstoffgleichgewicht zwischen dem Extrazellularraum außerhalb der Zelle und im Zellinneren ausgeglichen wird. Auf jedem Schüssler-Salz-Fläschchen steht die empfohlene Dosierung. Wer sich trotzdem unsicher bei der Auswahl der geeigneten Schüssler Salze gegen Haarausfall ist, der sollte einen spezialisierten Homöopathen aufsuchen.

Unterschiedliche Schüssler Salze bei Haarausfall

Wenn Schüssler Salze gegen Haarausfall eingesetzt werden, ist auf einen Erfolg bei der Haardichte zu hoffen. Haarausfall ist ein großes Problem, welches auch psychische Probleme mit sich bringen kann. Das Selbstwertgefühl kann unter den lichter gewordenen Haaren leiden. Aber auch andere Probleme, wie zum Beispiel ergraute oder trockene Haare, Schuppen, Hautekzeme oder Juckreiz können durch die Einnahme von Schüssler Salzen angeblich beseitigt werden.

In diesem Fall ist das Schüssler Salz Nr. 6 ratsam. Es beinhaltet Kalium Sulfuricum, welches ein toller Lieferant für Sauerstoff ist. Neben der Einnahme des Schüssler Salzes ist die Verwendung von mineralstoffhaltigen Nahrungsmitteln wie Petersilie, Leinsamen, Senf, Melisse und Wasserkresse ratsam. Aber auch frische Bio-Karotten, Gerste, Hafer, Roggenbrot, Mandeln, griechischer natürlicher Joghurt, Chicorée oder Endiviensalat sind angereichert mit Kalium Sulfuricum.

Schüssler Salze lassen sich kombinieren

Die Einnahme der Schüssler Salze und eine mineralstoffreiche Ernährung tragen somit zur Deckung des täglichen Bedarfs unter anderem an Mineralsalzen bei. Sie soll sich ideal für die Selbstbehandlung eignen, wenn man die Grenzen und Stärken weiß. Schüssler Salze können kombiniert werden. Sollte es sich um eine ernsthafte oder chronische Erkrankung handeln, dann sollte zusätzlich ein therapeutischer Rat durch einen Arzt erfolgen.

Traubensilberkerze gegen Haarausfall

Medizinischen Berichten zufolge soll der Extrakt der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) gegen Haarausfall helfen. Nach Untersuchungen der Dermatologischen Klinik der Ruhruniversität Bochum konnte durch die Anwendung des östrogenartigen Phytopharmakons eine Zunahme der Haardichte verzeichnet werden. Zwar handelte es sich hier nur um eine kleine Studie. Doch sie lässt Betroffene hoffen.

Eine Wehmutstropfen gibt es! Der Extrakt der Traubensilberkerze soll nur bei androgenetisch bedingten Haarausfall helfen.

Traubensilberkerze sollen Haare verdichten

Bei einer Studie an der Dermatologischen Klinik der Ruhruniversität Bochum testeten Mediziner die Wirkung der Traubensilberkerze bei Haarausfall. Dabei wurden die Haardicke und Haardichte an 20 Personen mit erblich und hormonell bedingten Haarausfall verglichen.

Nach ausführlichen Tests stellten die Mediziner eine gestiegene Zahl der wachsenden Haare und einen sinkenden Haarausfall fest. Parallel dazu stieg angeblich auch die Dicke der Haare. Das Kopfhaar wirkte trotz des Haarverlustes durch Überempfindlichkeit der Follikel gegen DHT viel voller.

Als Ursache für die Verbesserung des Haarwachstums führten die untersuchenden Mediziner die östrogenartige Wirkung von Phytotherapeutikum an. Bisher wurde der Extrakt der Traubensilberkerze bei Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden verwendet. Von der scheinbar Haarwuchs fördernden Wirkung war bislang nichts bekannt.

Traubensilberkerze ist kein Wundermittel bei Haarausfall

So positiv die Forschungsergebnisse der Bochumer Studie auch waren: Traubensilberkerze soll zwar gegen Haarausfall helfen, fördert aber keinesfalls das Haarwachstum. Haare, die bis  zum Beginn der Anwendung des Traubensilberextraktes gegen Haarausfall verloren wurden, wachsen auch mit der Traubensilberkerze nicht mehr nach. Die Traubensilberkerze soll gegen Haarausfall helfen, indem die Haare verdickt und damit verdichtet werden und der Haarausfall so eingedämmt wird. Das Haarwachstum selbst wird dadurch nicht zusätzlich angeregt.

Erhältlich ist das kleine “Wundermittel” gegen Haarausfall als Haartonikum in Apotheken, aber auch in einigen Reformhäusern. Für einen Erfolg ist ein langer Atem notwendig. Der Extrakt der Traubensilberkerze muss für eine positive Wirkung täglich in die Kopfhaut massiert werden. Nur so kann das Phytopharmakon dorthin transportiert wird, wo es wirken soll: in die Haarfollikel.