Kanadischer Judasbaum

In den hiesigen Regionen wird der Baum gerne als Ziergehölz gepflanzt und findet in jedem größeren Garten seinen Platz. Mit seinen Blüten, die sich auch am Stamm bilden, ist der Judasbaum eine schöne Pflanze, die für mehrere Wochen im Jahr zum Hingucker wird.

Kanadischer Judasbaum – Herkunft und Geschichte

Die ursprüngliche Heimat des Baumes liegt in Kanada, Kalifornien und Florida. In Oklahoma ist er sogar der Staatsbaum. Die Pflanze kann als Baum oder als stark belaubter, großer Strauch kultiviert werden. In seiner Heimat wächst der Baum auch in Mischwäldern, während er in den hiesigen Regionen vorzugsweise als Zierpflanze kultiviert wird. Wie der Baum zu seinem Namen gekommen ist, teilen alte Überlieferungen mit. Judas soll sich demnach nach seinem Verrat an Jesus an genau solch einem Baum erhängt haben.

Kanadische Judasbäume können eine Wuchshöhe von bis zu 10 Meter erreichen und wachsen ebenso üppig in die Breite. Die ca. 1,5 cm großen und magentafarbenen Blüten werden schnell zum Blickfang. Das Besondere an dem Baum ist, dass die Blüten nicht nur an den Ästen wachsen, sondern auch am Stamm zu finden sind. Die Baumrinde ist rotbraun und die Blätter haben eine Herz ähnliche Form.

Giftigkeit der Pflanze

Sowohl die Früchte als auch die Samen der Pflanze sind schwach giftig. Personen, die empfindlich reagieren, können mit Nebenwirkungen bzw. leichten Vergiftungserscheinungen rechnen. Die schöne Blütenpracht ist nicht nur optisch ein Hingucker, sondern gehört auch zu den ungiftigen Teilen der Pflanze, da in den Blüten keinerlei giftige Stoffe enthalten sind.

Kanadischer Judasbaum – Blütezeit

Mit dem Monat Mai beginnt der Judasbaum zu blühen. Besonders schön ist der Blütenstand bei diesem Baum, da die einzelnen Blüten nicht nur am Geäst, sondern auch am Baumstamm blühen. In der Regel zeigen sich Stammblüten nur bei tropischen Gewächsen, sodass ein Kanadischer Judasbaum zu den Ausnahmen zählt. Als Zierpflanze ist der Baum daher ein ganz besonderer Eyecatcher.

Ende der Blühphase

Nach zwei Monaten beginnt das Ende der Blühzeit. Wer sich an der magentafarbenen Blütenpracht nicht satt sehen kann, sollte von April bis Mai ganz genau hinschauen. Nach der Blüte erblasst der Baum aber nicht, denn seine herzförmigen Blätter schimmern im Herbst in verschiedenen Tönen wie Blaugrün, Goldgelb oder Purpur.

Cercis canadensis – Schneiden und Pflege

Kanadische Judasbäume sind kräftige Pflanzen, die auch bei einem Minimum an Pflege sehr gut und gesund wachsen. Damit der Baum die volle Blüte entfalten, und auch am Stammholz blühen kann, sollten jedoch einige Pflegehinweise beachtet werden. Soll der Judasbaum in einer besonderen Form wachsen, benötigt er einen speziellen Formschnitt. Ein einfacher Rückschnitt verjüngt den Baum und fördert ein gesundes Wachstum.

  1. Bei dem Rückschnitt werden tote Pflanzenteile entfernt, wodurch der Baum gleichzeitig ausgelichtet wird. Zum Schneiden wird eine scharfe und saubere Baum- oder Astschere verwendet.
  2. Kurz bevor die Pflanze neue Triebe entwickelt, sollte der Rückschnitt erfolgen. Im Frühjahr ist daher der beste Zeitpunkt.
  3. Zuerst werden alle kranken Teile der Pflanze und die abgestorbenen Zweige und Äste entfernt.
  4. Danach werden alle Äste abgeschnitten, die durch den Frost geschädigt wurden.
  5. Im letzten Schritt werden die nach innen wachsenden Triebe und sogenannte Wassertriebe, die steil nach oben wachsen, entfernt.

Winterhart

Der Baum gehört zu den robusten Gewächsen und kann einen Winter, wenn dieser nicht zu hart ist, ohne Schaden überstehen. Bäume die schon feste in der Erde verwurzelt sind und nicht mehr zu den Jungpflanzen gehören, überstehen in der Regel auch Fröste. Jüngere Pflanzen sollten jedoch im unteren Bereich durch eine dicke Schicht Rindenmulch oder Laub geschützt werden. Zusätzlich kann ein Gartenvlies verwendet werden. Ein Vlies eignet sich auch, um die jungen Knospen vor Spätfrost zu schützen.

Kanadischer Judasbaum – Krankheiten

Zu den gefürchteten Krankheiten, die auch diese robuste Art befallen können, gehört unter anderem die Verticillium-Welke, die durch eine speziellen Pilz ausgelöst wird.

  • Wurde der Baum von dieser Welke befallen, blüht er nicht mehr und verwelkt zuerst nur an einigen Stellen.
  • Zeigt sich nach dem Entfernen der Baumrinde an den betroffenen Stellen eine dunkle Verfärbung, kann von einem Befall mit Verticillium-Welke ausgegangen werden.
  • Im Handel gibt es chemische Mittel, die im Kampf gegen die Welke helfen.
  • Neben einem Pilzbefall kann auch der falsche Standort als Ursache für eine mangelhafte Blüte infrage kommen. Fehlt es der Pflanze an Helligkeit und Sonnenlicht, kann die Bildung der Blüten ebenfalls gestört werden.
  • Viel Sonne und ein stickstoffarmer Dünger fördern ein gesundes Wachstum.

Judasbaum – Pflege und Standort

Ein Kanadischer Judasbaum nimmt im Laufe der Jahre viel Platz ein. Der Baum wächst in die Höhe und kann auch eine enorme Breite erreichen. Damit sich die Pflanze richtig entwickeln kann, und auch nach Jahren noch ausreichend Platz hat, sollte der Judasbaum möglichst freistehend gepflanzt werden. Ein Standort, an dem der Baum zwar geschützt steht, aber trotzdem ausreichend Sonne bietet, wird bevorzugt.

Auch in der Erde braucht die Pflanze ausreichend Platz, damit sich das Wurzelwerk frei entwickeln kann. Mithilfe seiner Wurzel holt sich der Judasbaum die nötigen Nährstoffe direkt aus dem Erdreich. Ist der Boden nährstoffarm, kann er mit den richtigen Düngern angereichert werden.

Der verwendete Dünger sollte jedoch möglichst wenig Stickstoff enthalten. Ein Volldünger kann zudem bei Kübelpflanzen verwendet werden, wenn der Baum nicht direkt im Freibeet kultiviert wird. Die Erde im Kübel laugt schneller aus, sodass Kübelpflanzen regelmäßig gedüngt werden sollten. Das fördert zum einen ein gesundes Wachstum und ist zum anderen gut für eine üppige Blütenpracht.