Kugelrunde Tatsachen oder: Big News von Yogimama

Letztes Jahr gab es nahezu auf jedem Blog ein „Fazit“ oder einen „Jahresrückblick“, den ich zugegebenermaßen sehr gern gelesen habe. Es gibt doch einfach nichts Schöneres, als ganz offiziell im Tagebuch anderer stöbern zu dürfen.

Gleichzeitig war ich ein wenig neidisch, wie selbstverständlich und leichtfüßig viele meiner Blogger-Kolleginnen die persönlichsten Geschichten raushauen. Damit tu ich mich selbst nämlich immer etwas schwer. Gerne würde ich euch jede Woche von meinen intimsten Gedanken, meinen spirituellen Fortschritten und meinem endlich überwundenen Headfuck zu erzählen (entschuldigt das grobe Wort). Doch eins steht fest: Ich habe es einfach nicht in mir – zumindest nicht konstant! Bei mir läuft das Ganze eher Phasenweise ab. Und im Moment habe ich eine Phase, in der der Mitteilungsdrang ziemlich stark ist. Deswegen versuche ich mich heute auch mal daran, persönlich zu werden.

Ich habe nämlich BIG NEWS: Ich werde Mama.

Und während für viele Frauen dies eine ganz selbstverständliche Konsequenz ihres Lebensweges ist, ist es für mich auch ein BIG DEAL. Ich hatte mich nämlich viele, viele Jahre von dem Gedanken verabschiedet, Mama zu werden. Meine romantische Situation hat es nicht zugelassen (kein adäquater Kerl in der Nähe, mit dem man auch nur im Ansatz darüber nachdenken würde). Mein gesundheitliches Befinden sprach dagegen (Einnahme von Medikamenten, bei denen stark davon abgeraten wurde, ein Baby anzusetzen). Und dazu kam natürlich der starke Drang nach Selbstverwirklichung und Freiheit (Yoga, Reisen, Meditieren und, in den Jahren davor, feiern, schlafen, abhängen…).

Obendrauf gab es dann auch noch eine nebenbei ausgeplauderte Diagnose von einem Vertretungs-Frauenarzt, es könne für mich schwer werden, Babys zu bekommen.

Wie du dir sicher vorstellen kannst, sitzt so eine Aussage erst mal. Ich habe lange Jahre diese Worte im Kopf gehabt und mich schon mit der Möglichkeit abgefunden, mein Leben als Yogini ohne eigene Kinder zu verbringen.

Wenn da nicht diese Stimme gewesen wäre, die ganz klar JA zu Motherhood gesagt hätte. 

Für mich gab es eine Menge zu regeln und ich habe diese Aufgabe ziemlich ernst genommen. Also erstens: Männerproblem zusammen mit einer Therapeutin angucken. Wieso immer diese unzuverlässigen Hallodris? Sind da vielleicht ein paar Daddy-Issues zu bearbeiten? Und gibt es da vielleicht doch den tiefen Wunsch nach Familie, Babys und einer Schar Haustiere, den ich mich bisher noch gar nicht getraut habe, auszusprechen?

Zweitens: Körper und Geist zusammen mit alternativen Therapeuten, Yogalehrern und Meditation wieder fit machen. Warum bin ich ständig krank? Und was kann ich tun, damit ich mich besser fühle? Vielleicht den Job wechseln? Oh ja! Endlich mein eigenes Ding (Happy Mind Mag) starten? Aber hallo! Meine Selbstbestimmung leben? Yes please!

Drittens: Selbstverwirklichung ausleben. Zum Yoga gehen, bis die Schwarte kracht. Party machen bis morgens um 5 und merken, dass es gar keinen Spaß mehr bringt. Reisen, reisen, reisen. Lesen, lesen, lesen. 5 Folgen Serie am Stück gucken, bis die Augen quadratisch sind. Um 5 Uhr für Sadhana aufstehen oder bis 10 Uhr schlafen. Mit Freundinnen in Cafés abhängen. Und immer mehr feintunen, wo die wirklichen Bedürfnisse liegen.

Es hat mir immer wahnsinnig gutgetan zu sehen, dass viele Frauen in der Yogaszene auf das ganze Mama-Ding verzichtet haben. Ihr Leben dem spirituellen Lifestyle verschreiben, sich ihren Yogischülern oder Coaching-Klienten widmen, ein erfolgreiches Business gründen, 4-Wöchige Schweigeretreats machen und die kalten Monate des Jahres in einem Ashram in Indien vertrödeln. Ich fand das toll und beeindruckend.

Gleichzeitig wusste ich immer tief in mir drin, dass ich wirklich, wirklich gerne Mama sein möchte

Wenn die Umstände stimmen, wohlgemerkt. Auf keinen Fall im Alleingang oder mit jemandem, der den Titel „Papa meines Babys“ nicht verdient. Dann hab ich meinen Freund im Mai vor 3 Jahren getroffen und plötzlich war er da: Der Mann, mit dem ich mich reproduzieren wollte. Natürlich haben wir anstandshalber noch einige Zeit abgewartet, aber es war uns nach wenigen Monaten klar, dass wir das Abenteuer „eigene kleine Familie“ zusammen angehen werden. Von der Entscheidung, die Pille abzusetzen bis zum tatsächlichen positiven Test sind 12 Monate vergangen, von denen ich 6 Monate damit verbracht habe, meinen Körper von den Nachwirkungen dieser blöden Antibabypille zu heilen und ihn in einen Temple of Love zu verwandeln, in dem ein Baby gerne wohnen möchte. Die anderen 6 Monate haben wir, wie es im Fachjargon so schön heißt, „geübt.“

Ja. Und nun ist es soweit. Ich bin im 6. Monat schwanger und im Mai kommt unsere kleine Tochter zur Welt.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue! Und auch wenn mich sonst schwer tue, mein persönliches Leben auf meinem Blog zu teilen, kann ich es diesmal einfach nicht für mich behalten. Ich möchte es in die Welt hinausbrüllen und mit euch teilen! Ich werde Mama!

Was das konkret für das neue Jahr bedeutet? Es könnte sein, dass hier auf dem Blog verstärkt Yogamama und Buddhababy Themen zum Tragen kommen. Dass ich euch mit Bauch und Baby-Fotos auf Instagram nerve. Dass, ab Mai, die Versandzeiten im Happy Mind Shop ein wenig angepasst werden müssen. Dass ich später auf eure Emails antworte. Dass mich das Internet immer weniger interessiert, dafür aber der Inhalt von Windeln.

Es bedeutet aber ebenso, dass wir, wenn wir ganz still werden, genau hören, was unser Herz uns zuruft und es manchmal einfach ein wenig Unterstützung von außen braucht, damit wir den Mut haben der Stimme zu folgen. Ich habe mich, wie es sich jetzt anfühlt, lange Jahre darauf vorbereitet Mama zu werden und erst, als ich angefangen habe, mir ALLE Aspekte meines Lebens anzuschauen, hat mir das Universum den besten Mann der Welt vorbeigeschickt, um mit ihm Babys zu machen.

Ich kann voller Freude und Glück sagen, dass dieses Baby sich zum genau richtigen Zeitpunkt auf die Reise zu uns begeben hat – nämlich in dem Moment, in dem wir es von Herzen eingeladen haben, und nicht aus einer Haltung des „Haben wollens“ heraus. Denn Babys lassen sich, meiner Erfahrung nach, sehr ungern zwingen sondern möchten aus Liebe entstehen.

Und ganz egal welchen Gedanken du für dein nächstes Jahr gefasst hast, mit welcher Idee du „schwanger“ bist- ob Yogalehrer-Ausbildung, eine Weltreise, ein neues Business oder Familie gründen –  lass diese leise Stimme in dir immer lauter werden. Hol dir Unterstützung bei Therapeuten, Heilern, Coaches, Yogalehrern oder deinen Lieblingsbloggern, wenn du einen kleinen Push in die richtige Richtung benötigst. Lass nichts unversucht, um deinen Traum umzusetzen. Dream big! Ich wünsche dir von tiefstem Herzen das Allerbeste und nichts als Mut und Leichtigkeit für dein Vorhaben.