Eiweißarme Ernährung bei Nierenversagen und Co.

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Harnsäuresteine harnalkalisierende Getränke (natriumarme Mineralwässer mit über 1.500 mg/l Bicarbonat, Zitrussäfte); alkalisierende Kost (Kartoffeln, Mehlspeisen, Gemüse, Früchte);

purinarme Ernährung

Calciumoxalatsteine wenig Milch und Milchprodukte; wenig Oxalat (wenig Spinat, Rhabarber, Rote Bete, Zitrusfrüchte, Nüsse, Kakao, Schokolade); magnesiumhaltige Lebensmittel (Kartoffeln, Reis, Haferflocken, magnesiumhaltige Mineralwässer)
Kalziumphosphatsteine wenig Milch und Milchprodukte, Mineralwasser, Bohnenkaffee, konservierte Fruchtsäfte und konservierte Zitrusfrüchte
Zystinsteine 3 bis 4 l Flüssigkeit am Tag; harnalkalisierende Getränke; eiweißarme Ernährung < 0,8 g/kg Körpergewicht
Infekt-/Struvitsteine harnneutrale oder -ansäuernde Getränke (ungesüßter Tee, verdünnte Obstsäfte, Preiselbeer-, Apfelsaft); keine ausschließlich vegetarische Ernährung; bei akuten Infekten keine phosphatreichen Lebensmittel (Hart- und Schnittkäse, Innereien, Fleisch, Fisch, getrocknete Hülsenfrüchte, Kakao, Nüsse)
Xanthinsteine viel trinken; harnalkalisierende Getränke und Kost; purinarme Kost; eiweißarm
Stadium I 0,8 g Eiweiß je kg Körpergewicht;

vegetarische Ernährung

Stadium II bis 0,6 g Eiweiß je kg Körpergewicht; vegetarische Ernährung
Stadium III bis maximal 0,45 g Eiweiß je kg Körpergewicht; vegetarische Ernährung mit hoher biologischer Wertigkeit (“Kartoffel-Ei-Diät”, “Schwedendiät” u.a.); eiweißarme Ersatzprodukte (Mehl, Brot, Nudeln etc.); Flüssigkeitszufuhr je nach Urinmenge; energiereich (mindestens 35 kcal je kg Körpergewicht)
Stadium IV keine natürliche Nahrungsaufnahme; Ernährung über die Blutbahn (parenteral)

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz richten sich die Ernährungsempfehlungen nach dem jeweiligen Stadium und vorhandenen Symptomen. Mit zunehmender Verschlechterung der Nierenfunktion sinkt auch die tolerierbare Eiweißmenge, die aufgenommen werden kann. Begleiterscheinungen wie u.a. Oligurie, Anurie, Bluthochdruck und Ödeme, werden weitere Maßnahmen notwendig.

Elektrolyte

Phosphate sammeln sich im Rahmen einer Niereninsuffizienz vermehrt im Blut an.
Um dies zu vermeiden oder zu verringern, sollten phosphatreiche Lebensmittel vermieden werden.
Dazu zählen: Hart-, Schnitt- und Schmelzkäse, Innereien, Fleisch, Fisch, getrocknete Hülsenfrüchte, Kakao, Nüsse.
Durch die verminderte Eiweißaufnahme ist jedoch bereits ein wichtiger Beitrag geleistet.

Sind die Kaliumwerte im Blut erhöht, ist auch hier eine (starke) Einschränkung erforderlich. Die Besonderheit hier besteht darin, dass das für gewöhnlich gesunde Obst und Gemüse ebenfalls zu meiden wäre. Kaliumreiche Lebensmittel sind:Obst, Gemüse, Kartoffeln, Säfte, Trockenfrüchte, PilzeNüsse, Marzipan, SchokoladeMilch, JoghurtFleisch, Geflügel, FischHülsenfrüchteTomatenmark, KetchupFertigerzeugnisse aus KartoffelnKochsalzersatz auf KaliumbasisWein, SektDiese Liste schränkt die Wahl von Lebensmitteln stark ein. Doch gibt es vor allem beim Obst und Gemüse Möglichkeiten den Kaliumgehalt zu verringern.

Tipps und Tricks für die Küche:

  • Schneiden Sie Kartoffeln, Gemüse und Obst klein und wässern Sie es über Nacht in der 10-fachen Menge Wasser. Weiter sollten Sie im Anschluss das Kochwasser mehrmals wechseln und zuletzt weggießen.
  • Mischen Sie Milch mit Sahne bei Rezepten, denen Sie Milch hinzufügen sollen.
  • Schmoren Sie vorwiegend Ihr Fleisch und gießen Sie im Anschluss den Sud weg.
Hämodialyse Peritonealdialyse
Eiweiß 1,0 bis 1,2 g Eiweiß je kg Körpergewicht am Tag; möglichst biologisch hochwertiges Eiweiß 1,2 bis 1,5 g Eiweiß je kg Körpergewicht am Tag; biologisch hochwertiges Eiweiß
Natrium < 6 g Kochsalz am Tag Einschränkung nicht notwendig, da die Peritonealdialyse diese filtert.
Kalium < 2 g Kalium am Tag; kaliumreiche Lebensmittel meiden
Phosphat 1,0 bis 1,2 g am Tag; phosphatreiche Lebensmittel möglichst meiden; um Eiweißbedarf decken zu können, sind Phosphatbinder meist notwendig 1,0 bis 1,2 g am Tag; phosphatreiche Lebensmittel möglichst meiden; um Eiweißbedarf decken zu können, sind Phosphatbinder meist notwendig

Gesunde Rezepte für Nierenerkrankte

Klassisches Senfei

Zutaten für 4 Portionen

1,2 kg Kartoffeln
(vorwiegend festkochend)
8 Eier, Größe M
500 ml Wasser
500 ml Vollmilch
60 g Butter
60 g eiweißarmes Mehl
8 TL Senf
PfefferZubereitung

  1. Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. In kochendes Wasser geben und bei mittlerer Hitze etwa 15 bis 20 Minuten garen und abgießen. Währenddessen die Eier nach Belieben weich oder hart kochen.
  2. Wasser und Vollmilch in einem Messbecher verrühren. Butter in einen Topf geben und auflösen lassen. Wenn diese Blasen wirft, das Mehl sturzartig hinzugeben und gut mit einem Schneebesen verrühren. Kurz „abbrennen“, sodass sich ein leichter Film auf dem Topfboden und am Rand bildet. Unter Rühren nun das Wasser-Milch-Gemisch hinzu gießen und aufkochen lassen. Die Kochplatte ausschalten (bei einem Gasherd auf geringe Stufe einstellen) und den Senf unter die Soße rühren. Mit Pfeffer abschmecken.
  3. Die Eier schälen und mit den Kartoffeln auf Tellern anrichten. Mit der Soße übergießen und servieren.

Hähnchenkeule mit Gemüse und Zitronensoße

Zutaten für 4 Portionen
120 g Möhren
110 g Zwiebeln
120 g Kartoffeln
2 Knoblauchzehen
1 Zitrone
4 Hähnchenkeulen
Pfeffer
2 EL Olivenöl
200 ml Gemüsebrühe
Petersilie, frischZubereitung

  1. Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln und Knoblauchzehen schälen und in Würfel schneiden. Zitrone schälen und in Scheiben schneiden.
  2. Hähnchenkeulen pfeffern, Olivenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Die Hähnchenkeulen von beiden Seiten auf mittlerer Stufe anbraten, herausnehmen und beiseite stellen.
  3. Möhren, Zwiebeln und Knoblauch in die Pfanne geben und anbraten. Kartoffeln und Zitronenscheiben hinzugeben und mit der Gemüsebrühe auffüllen.
  4. Die Hähnchenkeulen hinzugeben und bei niedriger Stufe etwa 25 Minuten köcheln lassen. Ist das Fleisch weich, die Keulen herausnehmen und warm beiseite stellen.
  5. Zitronenscheiben herausnehmen und den Sud aufkochen lassen. Petersilie waschen, trocken schütteln und hacken.
  6. Hähnchenkeulen auf Tellern anrichten, mit der Gemüsesoße begießen und mit der gehackten Petersilie bestreuen.

Wirsing-Bandnudeln mit Austernpilzen

Zutaten für 4 Portionen
200 g Bandnudeln
320 g Wirsing
120 g Austernpilze
120 g Paprika, rot
3 EL Rapsöl
200 ml Hühnerbrühe
Koriander, frisch
20 ml Limettensaft
20 ml SojasoßeZubereitung

  1. Bandnudeln nach Packungsanweisung ohne Zugabe von Salz zubereiten und abgießen.
  2. Wirsing waschen, Strunk und dicke Rippen entfernen. Austernpilze putzen. Beides in Streifen schneiden. Wasser zum Kochen bringen, Wirsing hinzugeben und etwa 3 Minuten blanchieren. In ein Sieb geben und kalt abschrecken. Paprika waschen, putzen und fein würfeln. Rapsöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, Austernpilze hinzugeben und etwa 1 Minute unter Wenden anbraten, herausnehmen. Wirsing und Paprika in die Pfanne geben und etwa 4 bis 5 Minuten anbraten. Pilze wieder hinzufügen.
  3. Mit der Hühnerbrühe ablöschen. Bandnudeln hinzugeben und unterheben.
  4. Koriander waschen, trocken schütteln und Blätter abpflücken. Zusammen mit dem Limettensaft und der Sojasoße verrühren. Das Pfannengericht kurz aufkochen lassen und währenddessen mit der Koriandersoße abschmecken.

Nährwert pro Portion: 352 kcal, 13 g Eiweiß, 14 g Fett, 41 g Kohlenhydrate,
161 mg Natrium, 456 mg KaliumHilfe und Informationen bei NierenerkrankungenDie folgend aufgeführten Vereine und Verbände können Ihnen bei Fragen zu Ihrer Erkrankung weiterhelfen.

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