Organuhr – Leben im Rhythmus der Natur 

Man ist es gewohnt, im Alltag zu funktionieren. Dabei ist der Körper in den Rhythmus der Natur eingebunden und folgt so seinem ganz eigen Takt. Auch unsere Organe sind an diesen Rhythmus gekoppelt. Gerät dieser Rhythmus aus dem Gleichgewicht, sind Stress und Überforderung die Folge. Im Körper herrscht dann eine Disharmonie, die sich in Krankheit und Schwäche äußert und auf eine Störung des inneren Gleichgewichts hinweist.

Die Organuhr kann dabei helfen, wieder in den Biorhythmus zurückzufinden. Sie hat ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), und das Ziel, Disharmonien im Körper frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu behandeln. Die Organuhr ist Teil dieses Konzeptes und veranschaulicht, wie die Organe an den Zyklus der Natur gekoppelt sind.

Die Organuhr zeigt in einem zwei Stunden Rhythmus den Fluss der Lebensenergi Qi an. Dabei sind die 24 Stunden eines Tages in 12 Doppelstunden eingeteilt. Jedes Organ ist an einen von 12 Meridian gekoppelt und hat zwei Stunden pro Tag seine Hochzeit/Maximalzeit. In diesen zwei Stunden fließt besonders viel Qi durch diesen Meridian.

Kommt es zu einer Störung eines Funktionskreises, kann sich diese Störung in andere Funktionskreise ausbreiten, wenn man die Ursache der Störung nicht behebt. Dabei ist es wenig hilfreich, Schmerzen und Beschwerden mit schmerzstillenden Medikamenten zu begegnen, da man die Symptome so zwar lindert, die Ursache der Schmerzen aber nicht behebt.

Die 12 Hautmeridiane bilden einen Energiekreislauf. Das Qi fließt von einem zum anderen Organ und gibt dabei die aufgebaute Energie immer an das nächste Organ weiter. Dabei durchfließt die Lebensenergie Qi innerhalb eines Tages den gesamten Körper. Der Kreislauf des Qi durchläuft die Meridiane in folgender Reihenfolge:

  • Lungenmeridian 3 – 5 Uhr
  • Dickdarmmeridian 5 – 7 Uhr
  • Magenmeridian 7 – 9 Uhr
  • Milzmeridian 9 – 11 Uhr
  • Herzmeridian 11 – 13 Uhr
  • Dünndarmmeridian 13 – 15 Uhr
  • Harnblasenmeridian 15 – 17 Uhr
  • Nierenmeridian 17 – 19 Uhr
  • Perikardmeridian 19 – 21 Uhr
  • Dreifacherwärmermeridian 21 – 23 Uhr
  • Gallenblasenmeridian 23 – 1 Uhr
  • Lebermeridian 1 – 3 Uhr

Das Qi durchfließt täglich zur selben Zeit immer denselben Meridian und kann im Idealfall ungehindert seine Bahnen ziehen. Wenn es zu einer Blockade auf einem der Meridiane kommt, kann das Qi nicht mehr ungehindert fließen und es kommt zu einem Energiestau. Fühlt man sich zum Beispiel immer zur selben Zeit unwohl, hat Schmerzen oder wacht nachts immer zur selben Zeit auf, kann es sein, dass es in jenem Meridian, der zu dieser Zeit seine Hochphase hat, das Qi nicht frei fließen kann.

Durch gezielte Übungen, wie Tai-Chi oder Qi-Gong Übungen, oder auch durch den Verzehr bestimmter Heilkräuter, kann man bestimmte Organe stärken und auch vorbeugend schützen. Diese Übungen sollten stets zu den Hochzeiten der jeweiligen Organe gemacht werden. Allerdings sollte man die Hochphasen zwischen 23 Uhr und 3 Uhr meiden und dem Körper zu dieser Zeit uneingeschränkte Ruhe gönnen. In solchen Fällen sollte man dann auf die Hochzeit des Partnermeridians zurückgreifen.

Partnermeridiane

Jedes Organ hat ein Schwesterorgan. Ein Yin-Organ wird immer in Zusammenhang mit einem Yan-Organ gesehen. Folglich sind deren Meridiane Partnermeridiane.

OrganSchwesterorgan
LungeDickdarm
MagenMilz-Pankreas
HerzDünndarm
BlaseNiere
Perikard3facher Erwärmer
GallenblaseLeber

Zu den Minimalzeiten sollte man den Organen möglichst schonen. Der Magenmeridian hat zum Beispiel von 19 bis 21 seine Ruhephase. Zu dieser Zeit sollte man tunlichst auf reichhaltige Mahlzeiten verzichten, da das Essen zu später Zeit nicht mehr richtig verdaut wird und unangenehm im Magen liegen kann. Die Folge kann ein unruhiger und somit wenig erholsamer Schlaf sein. Ist aufgrund des Arbeitsalltages auf eine späte Mahlzeit nur schwer zu verzichten, sollte man möglichst auf leicht verdauliche Speisen zurückgreifen.

Anhand der Organuhr kann man sich einen guten Überblick verschaffen, welche Funktionen die Organe zu ihren Hochzeiten nachgehen und was geschieht, wenn es zu Blockaden der einzelnen Meridiane kommt.

Jedes Organ äußert eine Disharmonie im Energiefluss durch unterschiedliche Symptome. Orientiert man sich und anhand der Organuhr und richtet seinen Tagesablauf danach, wird man feststellen, dass man sich schon nach ein paar Wochen fitter und gesünder fühlt. Ein Leben im Einklang mit dem Rhythmus der Natur sorgt für einen ausgeglichen Gemütszustand und eine ruhigen Schlaf.

Bei ersthaften gesundheitlichen Beschwerden sollte man sich immer an einen Mediziner wenden und nicht selbstständig handeln. Man sollte die Organuhr nutzen, um die Funktionsweise der Organe zu verstehen und sie ggf. zu stärken, damit aber nicht eigenständig versuchen, schwerwiegende Krankheiten heilen zu wollen.

Zeit der Leber: 1 – 3 Uhr

Die Leber hat nach der Organuhr ihre Maximalzeit von ein bis drei Uhr, während der Dünndarm sich in seiner Ruhephase befindet. Die Leber arbeitet eng mit der Gallenblase zusammen. Die beiden sorgen für eine Entgiftung des Körpers und des Geistes. Auch die Haut regeneriert sich in dieser Zeit.

Der Kreislauf läuft jetzt auf Sparflamme. Konzentrations- und Leistungsfähigkeit befinden sich auf ihrem Tiefpunkt, weshalb man sich während dieser Zeit besser nicht ans Steuer setzt. In dieser Phase sollte der Schlaf möglichst nicht gestört werden, um frisch in den neuen Tag starten zu können.

In der TCM bezeichnet man die Leber als „Haus der Seele“. Bei einer ausgeglichenen Leberenergie können Pläne gut in die Tat umgesetzt werden. Entschlossenheit und Tatendrang werden ebenfalls mit einer sich im Gleichgewicht befindenden Leberenergie in Verbindung gebracht.

Zusammen mit der Lunge sorgt die Leber für die Verbreitung des Qi. So gelangt die Lebensenergie in den gesamten Organismus.

Symptome bei einer Blockade des Gallenblasenmeridians

Kommt es zu einer Blockade auf dem Lebermeridian, kann sich dies in Augenproblemen äußern.

Folgende Symptome können ein Anzeichen für einen Mangel an Leber-Qi sein:

  • Bindehautentzündung
  • Schlafstörungen
  • Probleme mit der Haut
  • Verdauungsprobleme und Bauchschmerzen
  • Schwindel und Migräne
  • Durchschlafprobleme in der Zeit von Eins bis Drei
  • Muskelzucken

Das Leber-Qi kann mit geeigneten Maßnahmen gezielt gestärkt werden. Dazu gehört die Verwendung von Heilpflanzen ebenso, wie das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur.

Heilpflanzen zur Stärkung des Lebermeridians

Mariendistel kann helfen, die Leberzellen zu regenerieren. Dazu kann sowohl einen Tee getrunken, als auch eine Tinktur pur genommen werden.

Atem- und Bewegungstechniken

Die Leber kann gezielt mit Bewegungsübungen und Atemtechniken gestärkt werden. Empfehlenswert sind Qi-Gong Übungen. Qigong ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Das stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li: Innere Übungen zur Stärkung der Lebensenergie“

Zeit der Lunge: 3 – 5 Uhr

Die Organuhr beginnt nach der Lehre der traditionellen chinesischen Medizin um 3 Uhr nachts.

Zwischen drei und fünf Uhr strömt das Qi durch den Lungenmeridian. Die Harnblase hat jetzt ihre Ruhephase. Der Partnermeridian der Lunge ist der Dickdarm. Beide Organe sind reinigend.

Während der Lungenzeit bereitet sich der Körper auf den nächsten Tag vor. Die Produktion des Schlafhormons Melatonin ist zwischen drei und vier Uhr am größten, was für einen tiefen Schlaf sorgt. Die Lunge vollzieht einen Reinigungsprozess und sammelt Kraft, damit man gestärkt in den neuen Tag starten kann. Es ist empfehlenswert bei geöffnetem Fenster zu schlafen, um die Luge mit ausreichend frischer Luft zu versorgen. So kann sie optimal neue Energie tanken und ausreichend Abwehrkräfte aufbauen. Der Blutdruck sinkt in der Nacht auf sein Minimum und steigt in der Zeit zwischen vier und fünf Uhr wieder an.

Die Lunge gilt in der traditionellen chinesischen Energie als Verteilerzentrum und stellt durch das Ein- und Ausatmen eine Verbindung zwischen unserm Körper und der Außenwelt dar. Sie verbindet quasi das uns umgebende Qi mit dem uns innewohnenden Qi. Sie treibt nicht nur den Fluss der Lebensenergie an, sondern auch unsere Blutzirkulation. Die Lunge versorgt den Körper mit all den notwendigen Nährstoffen und regelt die Temperatur und den Feuchtigkeitshaushalt des Organismus.

Symptome bei einer Blockade des Lungenmeridians

Kommt es zu Blockaden auf dem Lungenmeridian, kann sich dies durch Husten, Hautbeschwerden, Asthmaanfälle und Traurigkeit in dieser Zeit äußern. Auch Hitzewallungen können verstärkt auftreten. Besonders anfällig ist die Lunge gegen vier Uhr.

Anfällig ist die Lunge für Kälte, Feuchtigkeit und Wind. Bei Störungen des Lungen-Qi werden Nährstoffe nicht mehr optimal im Körper verteilt. Anzeichen für Probleme mit dem Lungenmeridian können sich unterschiedlich äußern.

  • So steigt beispielsweise die Anfälligkeit für Infekte.
  • Negative Gefühle können sich leicht Raum verschaffen und Melancholie kann sich breit machen.
  • Es kann zu Schlafproblemen in der Zeit zwischen drei und fünf Uhr kommen.
  • Allergien können verstärkt auftreten.
  • Heiserkeit kann auftretet.
  • Gelegentlich kann es auch zu Atemnot und Kurzatmigkeit kommen.
  • Verstärktes Schwitzen, ein erhöhter Harndrang und Müdigkeit können auftreten
  • Auch Hautprobleme wie Hautausschlag und Entzündungen können Anzeichen für eine bestehende oder anfängliche Disharmonie sein.

Sollten verstärkt ein oder mehrere Symptome auftreten, kann man das Lungen-Qi gezielt stärken. Zu geeigneten Maßnahmen gehört die Verwendung von Kräutertees ebenso, wie das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur.

Heilpflanzen zur Stärkung des Lungenmeridians

Tees aus Heilpflanzen wie Holunderblütentee und Lindenblütentee eigen sich besonders bei einer beginnenden Erkältung.

Leidet man unter Harnwegsinfekten, kann Meerrettich ein geeignetes Naturrezept sein. Er sollte mehrmals täglich eingenommen werden. Er kann sowohl frisch, als auch gerieben verzehrt werden.

Bei einem schwachen Bindegewebe wird ein Tee aus Zinnkraut empfohlen.

Atemtechniken zur Stärkung des Lungenmeridians

Auch Atemtechniken können helfen, die Lunge zu stärken. Empfehlenswert sind Qi-Gong Übungen. Qi-Gong ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Das stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li: Innere Übungen zur Stärkung der Lebensenergie“

Zeit des Dickdarms: 5 – 7 Uhr

Wie die Lunge ist auch der Dickdarm ein reinigendes Organ. Während die Lunge für die feinstoffliche Reinigung ist, kümmert sich der Dickdarm ums Grobe. Er sorgt für die Entfernung von Abfallstoffen, in dem er überflüssigen Ballast ausscheidet.

Nach dem Glauben der Organuhr, hat der Dickdarm in der Zeit von fünf bis sieben seine energiereichste Phase. Unser Körper breitet sich langsam auf das Aufwachen und Aufstehen vor und die Körpertemperatur steigt langsam wieder an. In dieser Zeitphase fällt es besonders leicht, den Darm zu entleeren, da die er Dickdarm jetzt seine größte Kraft entfaltet.

Der Dickdarm liebt die Regelmäßigkeit und gerät leicht aus dem Gleichgewicht, wenn man in einer ungewohnten Umgebung ist, oder auf Reisen. Aber auch ungesunde Ernährungsgewohnheiten schaden dem Wohlbefinden des Dickdarms. Bei einer Störung der Dickdarmfunktion kann es zu chronischen Erkrankungen kommen, da giftige Substanzen im Körper zurückbleiben.

Es empfiehlt sich, den Tag gemächlich anzugehen und gleich nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser zu trinken. So wird der Flüssigkeitsverlust der Nacht wieder ausgeglichen.

Auch auf geistiger Ebene sollte man Loslassen. Man sollte sich von Kummer und Sorgen befreien, um unbeschwert in den neuen Tag starten zu können. Hält man zu sehr an Überflüssigem fest, kann das Qi nicht optimal fließen.

Symptome bei einer Blockade des Dickdarmmeridians

Kommt es zu einer Blockade des Dickdarm-Qi, kann sich dies in einer Reihe körperlicher Beschwerden äußern. Probleme mit der Lendenwirbelsäule gehören ebenso zu den Beschwerden, wie Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Krämpfe und Allergien. Selbst Denkprozesse können beeinträchtigt werden.

Bei Verstopfung kann es zusätzlich auch zu Migränen-Attacken und Kopfschmerzen kommen, da sich giftige Stoffe im Körper befinden. Selbst Mundgeruch, Mandelentzündungen und Zahnschmerzen können die Folge einer Blockade des Dickdarm-Qi sein. Um das Qi nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, kann man vorbeugend einige Dinge beachten.

  • So sollte man sich stets Zeit für den Toilettengang nehmen.
  • Hektik beim Essen vermeiden. Die Mahlzeit sollte möglichst in Ruhe genossen werden.
  • Ein übermäßiger Kaffeekonsum kann sich negativ auf das Dickdarmgleichgewicht auswirken.
  • Fleisch und Süßigkeiten sollte nur in Maßen verzehrt werden.
  • Auf Rauchen sollte ganz verzichtet werden.

Sollten Probleme mit dem Dickdarm verstärkt auftreten, kann das Dickdarm-Qi gezielt gestärkt werden. Zu geeigneten Maßnahmen gehört die Verwendung von Kräutertees ebenso, wie das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur.

Auf scharfe und stark gewürzte Speisen sollte ebenso verzichtet werden, wie auf sehr heiße.

Heilpflanzen für einen starken Dickdarmmeridian

Pu-Erh-Tee eignet sich bei Verstopfung. Er soll die Verdauung anregen und entschlackend wirken. Außerdem soll er für ein Gleichgewicht zwischen Yin und Yang sorgen und soll das Immunsystem stärken.

Heidelbeertee soll die Darmtätigkeit bremsen und gut bei Durchfall sein. Dazu werden 3 EL Heidelbeeren in ½ Liter Wasser für 10 Minuten leicht geköchelt.

Ein Tee aus Salbeiblättern kann auch stärkend auf den Dickdarm wirken.

Atemtechniken zur Stärkung des Dickdarmmeridians

Auch Atemtechniken und Bewegungsübungen können helfen, den Dickdarm zu stärken. Empfehlenswert sind Qi-Gong Übungen. Qi-Gong ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Das stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li: Innere Übungen zur Stärkung der Lebensenergie“.

Zeit des Magens: 7 – 9 Uhr

Während der Magen laut Organuhr in der Zeit von sieben bis neun Uhr seine Maximalzeit hat, befindet sich der Kreislauf/ Perikard in der Ruhephase. Die Produktion des Stresshormons Cortisol jetzt am größten. Es hilft dabei, den Körper zu beleben und aufwachen zu lassen. Diese Zeit ist auch bestens geeignet, um mit Gymnastik den Kreislauf in Schwung zu bringen und Atemübungen durchzuführen.

In dieser Zeitspanne empfiehlt es sich auch, ausgiebig zu frühstücken. Da der Magen jetzt seine stärkste Aktivität zeigt, sollte das Frühstück möglichst reichhaltig sein. Der Körper braucht nach dem Reinigungsprozess gezielt Nährstoffe, um wieder mit Energie versorgt zu werden.

Laut der TCM eigenen sich besonders warme Speisen für den Start in den Tag. Eine warme Suppe oder ein Haferbrei, Grießbrei, Porridge und gedämpftes Obst sind ideal, um den Tag zu beginnen. Die traditionelle chinesische Medizin rät auch dazu, besonders morgens ausgiebig zu essen, mittags eine Kleinigkeit zu essen und abends die kleinste Mahlzeit des Tages zu sich zu nehmen.

Symptome bei einer Blockade des Magenmeridians

Bei einer Störung des Magen-Qi kann es leicht zu einer Übersäuerung kommen. Dies äußert sich in Sodbrennen und Aufstoßen. Da der Magen laut TCM nicht nur für die Nahrungsaufnahme, sondern auch für die geistige Nahrungsaufnahme zuständig ist, kann eine Blockade auf dem Magenmeridian auch zu Sorgen, allgemeiner Melancholie, Traurigkeit und Kopfschmerzen führen.

Probleme mit dem Magen-Qi können sich in den folgenden Anzeichen äußern:

  • Sodbrennen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit am Morgen
  • Völlegefühl
  • Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre
  • Mundgeruch
  • Häufiges Grübeln

Sollten ein oder mehrere dieser Probleme verstärkt auftreten, kann das Magen-Qi gezielt gestärkt werden. Zu geeigneten Maßnahmen gehört die Verwendung von Heilkräutern ebenso, wie das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur.

Bei regelmäßig auftretendem Sodbrennen und Magenschmerzen sollten heiße und scharf gewürzte Gerichte tunlichst gemieden werden. Empfehlenswert ist zum Beispiel ein warmer Milchreis mit Zimt.

Heilpflanzen für einen starken Magenmeridian

Bei Magenschmerzen und Problemen mit dem Magen kann ein Tee aus Kamillenblüten, frischer Pfefferminztee, sowie Tee aus Melisse und Scharfgabe geeignet sein. Die Heilpflanzen lassen sich auch gut kombinieren und können einen stressanfälligen und nervösen Magen beruhigen.

Bei akutem Sodbrennen kann man ultrafeine Heilerde trinken oder rohen Kartoffelsaft schluckweise zu sich nehmen.

Atemtechniken

Auch Bewegungsübungen und Atemtechniken können helfen, den Magen zu stärken. Empfehlenswert sind Qi-Gong Übungen. Qigong ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Das stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li: Innere Übungen zur Stärkung der Lebensenergie“.

Zeit der Milz: 9 – 11 Uhr

In der Zeit von neun bis elf hat hat nach der Organuhr die Milz und die Bauchspeicheldrüse ihre Maximalzeit, während sich der sogenannte Dreifacherwärmer in seiner Ruhezeit befindet. Die Milz repräsentiert die Mitte unseres Körpers und sorgt für Zentriertheit. Laut der traditionellen chinesischen Medizin ist der Milz der Partnermeridian des Magens und stellt das wichtigste Verdauungsorgan dar. Sie zieht die Lebensenergie Qi aus der Nahrung und befördert sie in alle Funktionskreise. Die Milz sorgt für ein harmonisches Gleichgewicht.

Der Körper befindet sich während der Milzzeit in seinem Leitungshoch, da die Adrenalinausschüttung jetzt ihren Höhepunkt erreicht. Man kann sich in der Milzzeit besonders gut konzentrieren und fokussieren. Darum sollte man wichtige Aufgaben und Prüfungen, wenn möglich in diese Zeit legen.

Da der Körper am Vormittag auch am widerstandsfähigsten ist, eignet sich diese Zeit gut für Arztbesuche und Operationen. Wichtige Abwehrfunktionen werden vom Milzkreislauf gesteuert und sorgen für eine gute Wundheilung. Man sollte seinen Körper in der Milzzeit nicht mit schwerverdaulichem Essen belasten, sondern die hohe Leistungsbereitschaft ausnutzen.

Bei einem Nahrungsüberfluss oder einem Übermaß an Informationen, kann die Milz aus dem Gleichgewicht geraten.

Symptome bei einer Blockade des Milzmeridians

Bei einem Mangel des Milz-Qi kann es zu Störungen im Verdauungsapparat kommen. Auch Rastlosigkeit und Müdigkeit können Anzeichen für eine Disharmonie der Milz sein.

Weitere Symptome sind:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verdauungsprobleme
  • Übertriebener oder mangelnder Appetit
  • Erschöpfung
  • Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • Schwere Beine und Wassereinlagerungen

Sollten die aufgelisteten Beschwerden verstärkt auftreten, sollte das Milz-Qi gestärkt werden. Zu geeigneten Maßnahmen gehört die Verwendung von Heilkräutern ebenso, wie das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur.

Heilpflanzen zur Stärkung des Milzmeridians

Bei häufig widerkehrender Müdigkeit und Abgeschlagenheit kann ein Tee aus Passionsblumen förderlich sein.

Zur Entlastung des Verdauungstrakts wird eine Mischung aus Rosmarin, Thymian, Melisse, Brennnesseln und Fenchelsamen empfohlen. Die Heilpflanzen werden dafür zu gleichen Teilen gemischt, mit Wasser überbrüht und als Tee getrunken. Die Ziehzeit beträgt ca. 15 Minuten.

Atem- und Bewegungstechniken

Die Milz kann auch mit Bewegungsübungen und Atemtechniken gestärkt werden. Empfehlenswert sind Tai-Chi Übungen. Tai-Chi ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Tai Chi Chuan – Yang-Stil: Sanfte Bewegungsformen für Einsteiger“.

Zeit des Herzens: 11 – 13 Uhr

Der Herzmeridian kontrolliert das Kreislaufsystem und sorgt für das emotionale Gleichgewicht. Nach dem Konzept der Organuhr, hat er seine Maximalzeit von elf bis 13 Uhr. Zu dieser Zeit befindet sich die Gallenblase in ihrer Ruhezeit. In der Herzzeit sollte der Energiehaushalt für den verbleibenden Tag aufgefüllt werden. Um 12 Uhr hat der Körper seine maximale Leistungskraft erreicht. Diese Zeit ist für Besprechungen und Telefonate gut geeignet.

Ab 12 Uhr lässt die Konzentration langsam nach und der Körper breitet sich auf die Verdauung des Mittagessens vor. Die Produktion der Magensäure beginnt. Diese Zeit eignet sich für eine Pause, in der man sich mit Freunden trifft und kommuniziert. Körperliche Überanstrengung und Stress sollte vermieden werden.

Damit der Funktionskreis der Milz und des Magens nicht überlastet wird, sollten nur leicht verdauliche Speisen gegessen werden und Fleisch, wenn überhaupt, nur in kleinen Mengen.

Laut der TCM ist das Herz der Herrscher aller Funktionskreise. Ein ungestörtes Herz-Qi sorgt für Ausgeglichenheit und innere Ruhe.

Symptome bei einer Blockade des Herzmeridians

Blockaden des Herz-Qi können zu Beklemmungen und innerer Unzufriedenheit führen. Man fühlt sich bedrückt und lässt sich leicht reizen.

Weitere Symptome für eine Disharmonie des Herzmeridians sind:

  • Kurzatmigkeit
  • Sprachstörungen
  • Bedrücktheit
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Schlaflosigkeit
  • Innere Unruhe
  • Lustlosigkeit
  • Innere Kälte
  • Emotionslosigkeit

Sollten Symptome, die auf eine Blockade des Herzmeridians hindeuten verstärkt auftreten, kann das Herz-Qi gezielt gestärkt werden. Geeignete Maßnahmen sind beispielsweise die Verwendung von Kräutertees und das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur. Fettreiche Nahrungsmittel wie fettes Fleisch, Sahne und Butter sollten nur in geringen Mengen verzehrt werden.

Heilpflanzen

Ein Mangel an Herz-Qi kann sich negativ auf das Befinde auswirken. Bei Antrieblosigkeit und Bedrücktheit kann Johanniskraut stimmungsaufhellend wirken.

Bei innerlicher Kälte und Frösteln empfiehlt es sich, Speisen und Getränke vermehrt mit Zimt zu würzen. Zimt kann wärmend wirken und verschafft außerdem ein wohliges Gefühl.

Bei Schwächezuständen kann ein frisch aufgegossener Rosmarintee helfen. Er soll belebend und kreislaufanregend wirken. Dazu am besten einen frischen Rosmarinzweig mit Wasser überbrühen und 15 Minuten ziehen lassen.

Atem- und Bewegungstechniken

Das Herz kann gezielt mit Bewegungsübungen und Atemtechniken gestärkt werden. Empfehlenswert sind Tai-Chi Übungen. Tai-Chi ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Tai Chi Chuan – Yang-Stil: Sanfte Bewegungsformen für Einsteiger“.

Zeit des Dünndarms: 13 – 15 Uhr

Der Dünndarmmeridian ist der Partnermeridian des Herzens. Er unterstützt diesen bei der Verarbeitung von Eindrücken; sowohl von inneren, als auch von äußeren. Während der Dünndarm von 13 bis 15 Uhr seine energetisch höchste Phase hat, befindet sich die Leber in der Ruhephase.

Nach der Organuhr verwendet in dieser Zeit der Körper viel Kraft für die Verdauung. Ein Mittagstief macht sich bemerkbar und man sollte sich in dieser Zeit, wenn möglich, etwas Ruhe gönnen. Es kommt zu einer geringen Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und die Konzentrationsfähigkeit geht etwas zurück. Wer es sich leisten kann, ist mit einem kurzen Mittagsschlaf oder einem kleinen Spaziergang gut beraten. Körperlich anstrengende Arbeiten sollten eher vermieden werden.

Ab 14 Uhr nimmt die Konzentrationsfähigkeit wieder zu und der Körper steuert auf eine zweite Hochphase zu. Das Abwehrsystem arbeitet jetzt besonders aktiv und das Immunsystem ist gestärkt. Der Körper bereitet sich auf die Nachmittagsaktivitäten vor.

Laut der TCM schützt der Dünndarm die Energie des Herzens. Herzerkrankungen können sich folglich auch in einem gestörten Dünndarm äußern.

Symptome bei einer Blockade des Dünndarmmeridians

Bei Blockaden des Dünndarmmeridians kann es zu Beschwerden im Bauchbereich kommen. Auch Erschöpfungszustände können sich als Folge einer Disharmonie des Dünndarms äußern.

Weitere Symptome für eine Disharmonie des Dünndarmmeridians sind:

  • Bauchkrämpfe
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Rastlosigkeit
  • Innere Unruhe
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Angstzustände

Bei vermehrt auftretenden Symptome, die auf eine Blockade des Dünndarmmeridians hindeuten, kann man das Dünndarm-Qi gezielt stärken. Geeignete Maßnahmen sind beispielsweise die Verwendung von Heilpflanzen und das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur.

Heilpflanzen

Baldrian, Hopfenblüten und Johanniskraut beruhigen können als Tee zubereitet eine gereizte Blase beruhigen. Die Zutaten müssen dazu zu gleichen Teilen gemischt und mit Wasser aufgebrüht werden. Der Tee sollte ca. 15 Minuten ziehen.

Bei innerer Unruhe und Rastlosigkeit soll Lavendel beruhigend wirken. Für einen Lavendeltee sollte man 1 TL Lavendelblüten für 10 Minuten in heißem Wasser ziehen lassen. Lavendelöl in einer Duftlampe verströmt einen angenehmen Duft und beruht gleichzeitig die Gemüter.

Atem- und Bewegungstechniken

Mit Bewegungsübungen und Atemtechniken kann der Dünndarm gezielt gestärkt werden. Empfehlenswert sind Tai-Chi Übungen. Tai-Chi ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Tai Chi Chuan – Yang-Stil: Sanfte Bewegungsformen für Einsteiger“

Zeit der Harnblase: 15 – 17 Uhr

Nach dem Mittagstief fließt gemäß dem Konzept der Organuhr nun die Lebensenergie verstärkt durch den Blasenmeridian. Die Funktion der Blase ist eng mit dem der Niere verbunden. Die beiden sind Partnermeridiane. Während der Blasenzeit hat die Lunge ihre Ruhephase.

Wenn das Qi durch die Harnblase fließt, läuft diese auf Hochtouren und es kommt zur vermehrten Harnausscheidung. Dabei entledigt sich der Körper der Abfallstoffe, die von der Blase aufgenommen und entsorgt werden. In der Blasenzeit sollte folglich viel getrunken werden. Möglichst stille Wasser und ungesüßter Tee.

Laut TCM steht ein starker Blasenmeridian für ein entschiedenes Handeln. Wer morgens keine Zeit hatte, wichtige Dinge zu erledigen, der kann dies in der Zeit um 16 Uhr nachholen. Jetzt hat der Körper sein zweites Leistungshoch und ist bereit für körperlich und geistig fordernde Aufgaben. Auch sportliche Betätigungen sind ideal für die Nachmittagszeit.

Symptome bei einer Blockade des Blasenmeridians

Gerät die Blase aus dem Gleichgewicht und leidet unter einem Qi-Mangel, kann es vermehrt zu Harnwegsinfekten kommen.

Symptome können sich äußern in:

  • Vermehrtem Harndrang
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Harnwegsentzündungen
  • Rückenschmerzen und Nackenprobleme
  • Abgeschlagenheit

Es gibt einige Maßnahmen, mit denen man das Blasen-Qi stärken kann. So bieten sich beispielsweise die Verwendung von Heilpflanzen und das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur an.

Heilpflanzen zur Stärkung des Blasenmeridians

Eukalyptusöl soll bei krampfartigen Harnwegsbeschwerden helfen, indem man den Unterbauch mit einigen Tropfen von dem ätherischen Öl einreibt.

Ein Tee aus Brennnesselblättern soll harntreibend wirken und sollte bei Harnwegsinfekten mehrmals täglich getrunken werden.

Ingwerwasser kann die Beschwerden einer Blasenentzündung lindern. Dazu ein Stück Ingwer in feine Scheiben schneiden oder raspeln und für eine viertel Stunde im Wasser ziehen lassen.

Atem- und Bewegungstechniken für einen starken Blasenmeridian

Man kann die Blase gezielt mit Bewegungsübungen und Atemtechniken stärken. Empfehlenswert sind Tai-Chi Übungen. Tai-Chi ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Tai Chi Chuan – Yang-Stil: Sanfte Bewegungsformen für Einsteiger“

Zeit der Niere: 17 – 19 Uhr

Am frühen Abend fährt der Körper langsam runter. In der Regel ist die meiste Arbeit jetzt erledigt und man kann sich langsam entspannen. Die Lebensenergie Qi fließt von 17 bis 19 Uhr durch den Nierenmeridian und speichert dort die Energie, während der Dickdarm in seiner Ruhephase ist.

Magen und Milz beginnen mit ihrer Regenerationszeit und bereiten sich auf den nächsten Tag vor. Mahlzeiten in dieser Zeit sollten nicht zu üppig sein und nicht zu spät verzehrt werden. Auf Salate sollte am Abend ebenfalls verzichtet werden, da er lange braucht um verdaut zu werden. Es bilden sich lästige Gärstoffe, die einen Nachts nicht zur Ruhe kommen lassen.

Der frühe Abend ist geeignet, um Meditationsübungen oder Yoga zu machen. So kann man den Tag entspannt ausklingen lassen und sich langsam entspannen.

Laut der TCM und damit auch der Organuhr reguliert die Niere den Energiehaushalt. Auch ist sie für das Wachstum und die Fortpflanzung zuständig und steuert die Sexualfunktionen und die Fruchtbarkeit.

Kommt es zu einem Qi-Magel, kann sich dies durch Schlaflosigkeit äußern. Im Kindesalter können Wachstumsstörungen auf einen gestörten Nierenmeridian hinweisen.

Symptome bei einer Blockade des Blasenmeridians

Gerät das Nieren-Qi aus dem Gleichgewicht, kann sich dies in sexuellen Problemen äußern.

Die folgenden Symptome können auf eine Blockade des Nierenmeridians verweisen:

  • Augenringe
  • Antrieblosigkeit und Erschöpfung
  • Ständiger Harndrang
  • Müdigkeit in der Zeit von 17 – 19 Uhr und Schlafstörungen
  • Probleme mit dem Ohren wie verminderte Hörleistung
  • Ängstlichkeit und Entscheidungsschwäche

Sollten Symptome, die auf eine Blockade des Nierenmeridians hindeuten verstärkt auftreten, kann man das Nieren-Qi gezielt stärken. Geeignete Maßnahmen sind beispielsweise die Verwendung von Heilkräutern und das Praktizieren von Akupressur, Atemübungen und/oder Bewegungsübungen.

Heilpflanzen für einen straken Nierenmeridian

Bei Antriebslosigkeit und Erschöpfungszuständen kann ein Tee aus Zinnkraut helfen. Der Tee sollte möglichst in der Nierenzeit getrunken werden.

Bei Müdigkeit und Schlafproblemen empfiehlt sich ein Tee aus Hopfenblüten und Lavendelblüten.

Atem- und Bewegungstechniken

Die Niere kann gezielt mit Bewegungsübungen und Atemtechniken gestärkt werden. Empfehlenswert sind Tai-Chi Übungen. Tai-Chi ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Tai Chi Chuan – Yang-Stil: Sanfte Bewegungsformen für Einsteiger“

Zeit des Kreislaufs/Perikard: 19 – 21 Uhr

Der Perikard (Kreislauf/Herzbeutelmeridian) ist ein funktioneller Meridian. Er wird anatomisch keinem Organ zuschreiben. In der Schulmedizin stellt der Perikard, ebenso wie sein Partnermeridian der Dreifache Erwärmer, grob gesagt, den Stoffwechsel dar.

Ab 19 Uhr sollte der Körper langsam zur Ruhe kommen – das sieht nicht nur das Konzept der Organuhr so, sondern auch die westliche Medizin. Blutdruck und Puls werden heruntergefahren und der Magen befindet sich in der Ruhephase, während das Qi durch den Herzbeutelmeridian fließt. Seine Aufgabe ist es, das Herz vor negativen Einflüssen zu schützen. Außerdem steuert er die Libido und stabilisiert den Kreislauf.

Das Abendessen sollte zu dieser Zeit möglichst schon erledigt sein. Muss man aus beruflichen oder sonstigen Gründen nach 19 Uhr essen, sollte man auf wenig belastende leichte Kost zurückgreifen. Salat und fettes Essen sollte möglichst gemieden werden, da die Verdauungsorgane schon im Ruhemodus sind und gerade Salat im Körper lange gärt und dabei Gase entstehen, die den Schlaf beeinträchtigen können.

Die Abendstunden sind bestens geeignet, um es sich gemütlich zu machen – sei es, sich mit Freunden zu treffen, Musik zu hören oder ein Buch zu lesen.

In der TCM wird der Perikard auch „Meister des Herzens“ genannt und soll die Emotionen im Gleichgewicht halten.

Symptome bei einer Blockade des Herzbeutelmeridians

Kommt es zu einem Qi-Mangel des Perikard, kann sich das in Kreislaufbeschwerden äußern. Eine Blockade kann sich in den folgenden Symptomen äußern:

  • Herzrasen
  • Bluthochdruck
  • Schwindel
  • Rastlosigkeit und Nervosität
  • Magenbeschwerden
  • Panikgefühle
  • Verdauungsstörungen
  • Fieber

Bei vermehrt auftretenden Symptome, die auf eine Blockade des Herzbeutelmeridians hindeuten, kann man das Kreislauf-Qi gezielt stärken. Geeignete Maßnahmen sind beispielsweise die Verwendung von Kräutertees und das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur.

Heilpflanzen zur Stärkung des Perikard

Bei Herz-Kreislauf-Beschwerden kann ein Tee aus Weißdornblüten beruhigend wirken. Der Tee sollte möglichst zwischen 19 und 21 Uhr getrunken werden.

Atem- und Bewegungstechniken

Atemtechniken können helfen, den Kreislauf zu stärken. Empfehlenswert sind Qi-Gong Übungen. Qi-Gong ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Das stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li: Innere Übungen zur Stärkung der Lebensenergie“

Zeit des Dreifachen Erwärmers: 21 -23 Uhr

Der Dreifache Erwärmer lässt sich, ebenso wie der Perikard, anatomisch keinem Organ zuschreiben. In der Schulmedizin stellen sie, grob gesagt, den Stoffwechsel dar. In der TCM werden sie als Sonderenergiebahnen bezeichnet. Der Dreifache Erwärmer hat seine Hochphase von 21 bis 23 Uhr, während die Milz und die Bauchspeicheldrüse sich in ihrer Ruhephase befinden.

Die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin beginnt langsam und der Körper bereitet sich auf die Nachtruhe vor. Man sollte jetzt nur noch Flüssigkeit zu sich nehmen – am besten Wasser oder Kräutertees. Auf Nahrung sollte man nach Möglichkeit verzichtet, da sich die Verdauungsorgane bereits im Schlafmodus befinden.

In den späten Abendstunden sollte auch der Geist langsam zur Ruhe kommen und sich nicht mehr mit belastenden Gedanken beschäftigen. Nur wer abschalten kann, findet eine geruhsame Nacht. Mit Entspannungsübungen und Meditationsübungen kann der Tag langsam zu Ende gebracht werden.

  • Laut TCM reguliert der Dreifache Erwärmer das Nervensystem und wirkt sich auf alle Organe aus.
  • Er reguliert den Flüssigkeitshaushalt, das Temperaturempfinden und das Immunsystem.
  • Er sorgt für einen harmonischen Ablauf der Organfunktionen.

Symptome bei einer Disharmonie des Dreifachen Erwärmers

Kommt es zu einer Disharmonie des Dreifachen Erwärmers, kann sich dies in folgenden Symptomen äußern:

  • Einschlafstörungen
  • Temperaturempfindlichkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Niedriger Blutdruck
  • Krankheitsgefühl
  • Unterleibsschmerzen

Sollten die aufgelisteten Beschwerden verstärkt auftreten, kann das Qi des Dreifachen Erwärmers gestärkt werden. Zu geeigneten Maßnahmen gehört die Verwendung von Heilpflanzen ebenso, wie das Praktizieren von Atemübungen, Bewegungsübungen oder Akupressur.

Heilpflanzen zur Stärkung des Dreifachen Erwärmers

Bei kalten Händen und Füßen kann Zimtöl helfen, den Temperaturunterschied wieder auszugleichen. Dazu werden allerdings helfende Hände benötigt. Ein paar Tropfen Zimtöl in eine Schüssel mit Wasser geben und sich von einem Helfer den Rücken damit mit einer Büste massieren lassen.

Bei Einschlafstörungen kann Hopfen entspannen. Dazu werden Hopfenblüten mit Wasser überbrüht und 15 Minuten ziehen gelassen. Der Tee sollte eine Stunde vor dem zu Bettgehen getrunken werden.

Atem- und Bewegungstechniken für einen starken Dreifachen Erwärmer

Atem- und Bewegungstechniken können helfen, den Dreifachen Erwärmer im Rahmen der Organuhr zu stärken. Empfehlenswert sind Qi-Gong Übungen. Qigong ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Das stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li: Innere Übungen zur Stärkung der Lebensenergie“.

Zeit der Gallenblase: 23 – 1 Uhr

Die Lebensenergie fließt zwischen 23 und ein Uhr nachts verstärkt durch den Gallenmeridian, während sich das Herz ausruht. In der Zeit um Mitternacht treten nach der Organuhr deshalb besonders häufig Gallenkoliken auf. Auf Alkohol, Essen und Rauchen sollte man jetzt verzichten. Die Herzfrequenz, die Temperatur, der Blutdruck und der Stoffwechsel werden langsam runtergefahren.

Idealerweise sollte man zwischen 22 und 23 Uhr Schlafen gehen, damit man um 23 Uhr bereits schläft. Sollten noch Dinge erledigt werden, ist es besser, früher aufzustehen und sie in den Morgenstunden zu erledigen, als bis spät in die Nacht hinein zu arbeiten. Man leidet sonst am folgenden Tag. Der Körper braucht den Schlaf, denn in der Nacht regeneriert sich das Yin. Im Schlaf wird der Körper gereinigt und Dinge werden neu geordnet.

Laut der TCM ist die Gallenbase der Leber untergeordnet, ihrem Partnermeridian. Sie unterstützt die Leber in ihren Funktionen. Außerdem soll die Gallenblase uns bei zu treffenden Entscheidungen bestärken.

Symptome bei einer Blockade des Gallenblasenmeridians

Da die Gallenblase zum Verdauen von Fetten benötigt wird, kommt es bei einer Blockade des Gallen-Qi zu einer gestörten Fettverdauung. Auch können eine Trigeminusneuralgie, ein Hexenschuss, oder Tinnitus spontan auftreten.

Weitere Symptome für einen Mangel an Gallen-Qi können sein:

  • Durchfall
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Müdigkeit
  • Verspannungen und Nackenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Gallensteine
  • Völlegefühl nach fettreichem Essen

Im Fall, dass die aufgelisteten Beschwerden verstärkt einzeln oder gehäuft auftreten, kann das Gallen-Qi gezielt gestärkt werden. Zu geeigneten Maßnahmen gehört die Verwendung von Heilkräutern ebenso, wie das Praktizieren von Bewegungsübungen, Atemübungen oder Akupressur.

Heilpflanzen für einen starken Gallenblasenmeridian

Bei Gallenbeschwerden wirkt ein Pfefferminztee beruhigend.

Bei Problemen mit der Verdauung und bei Völlegefühlen können bittere Kräuter und Gemüse wie Chicorée, Radicchio, Löwenzahn, etc. die Beschwerden lindern.

Ein Tee aus der Wegwarte kann Linderung bei Kopfschmerzen schaffen.

Atem- und Bewegungstechniken zur Stärkung des Gallenblasenmeridians

Die Gallenblase kann gezielt mit Bewegungsübungen und Atemtechniken gestärkt werden. Empfehlenswert sind Qi-Gong Übungen. Qigong ist ein altbewährtes Element aus dem Daoismus. Übungen finden sich in dem Buch „Das stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li: Innere Übungen zur Stärkung der Lebensenergie“.

Ursprünge der Organuhr in der TCM

Die traditionelle chinesische Medizins, kurz TCM, ist die Lehre von der uns innewohnenden und uns umgebenden Energie. In der TCM geht man davon aus, dass alles, unsere gesamtes Erdensystem und jedes Lebewesen, den Gesetzen der Natur unterliegt. Alles ist miteinander verbunden – das Universum, die Mondphasen, die Jahreszeiten und das menschliche Leben. Der Mensch wird dabei als Einheit von Körper Geiste und Seele betrachtet. Das gesamte System befindet sich im stetigen Kreislauf.

Organe haben in der TCM eine andere Bedeutung, als in der westlichen Medizin. Sie werden nicht nur als eigenständiges Organ mit anatomischer Bedeutung betrachtet, sondern ihnen werden auch Emotionen und Gefühle zugeschrieben.

Viele Aspekte der TCM beruhen auf der Weltanschauung des Daoismus. Idealerweise lebt der Mensch mit sich und der Welt im Einklang. Elemente, die die TCM aus dem Daoismus übernommen haben, sind zum Beispiel

  • die Lehre der Wandlungsphasen
  • die kosmische Vorstellung von Himmel und Erde
  • das Konzept der Lebensenergie Qi
  • das Konzept von Yin und Yang
  • Therapietechniken

Das Gegensatzpaar Ying und Yang

Das Gegensatzpaar Yin und Yang ist in der traditionellen chinesischen Medizin allgegenwärtig. Yin und Yang sind in jedem Wesen, in jedem Körper und in jedem Organ zu finden.

Yin bedeutet auf Chinesisch „wolkig, dunkel, schattiger Ort“. Es symbolisiert das Weibliche, die Nacht und die Dunkelheit. Dem Ying werden auch die Adjektive passiv, schwach, feucht und kalt zugeordnet.

Das Yang hingegen stellt das Männliche dar. Auf Chinesisch bedeutet es so viel wie „sonnige Anhöhe, sehr hell“. Das Yang wird als stark, aktiv, trocken und warm bezeichnet.

In der TCM steht das Yin für die Energieleere, das Kalte und das Innen, während das Yang für die Energiefülle, die Hitze und das Außen steht. Auf jeden Höhepunkt folgt ein Tiefpunkt und umgekehrt und es herrscht ein allgegenwärtiger Wandel zwischen Yin und Yang.

Im Verlauf eines Tages nimmt das Yang ab 0 Uhr kontinuierlich zu, bis es um 12 Uhr mittags seine maximale Kraft erreicht hat. Von da an nimmt es wieder ab und das Ying wird stärker, bis dieses um Mitternacht seinen Höhepunkt erreicht hat. Und von da an nimmt der ewige Kreislauf seinen Lauf.

Yin und Yang befinden sich im ewigen Wechselspiel. In Bezug auf unser Dasein bedeutet dies so viel wie, alles befindet sich in einem ewigen Kreislauf. Man ist eingebettet in den natürlichen Kreislauf der Natur. Wir sollten uns an den natürlichen Kreislauf anpassen und ruhiger werden, wenn das Yin zunimmt und aktiv sein, wenn das Yang an Kraft gewinnt.

Lebenskraft Qi und das Meridiansystem

Im Körper gibt es 12 Hauptmeridiane und weitere Meridiansysteme, die alle miteinander vernetzt sind. Jeder Hauptmeridian ist einem Organ zugeordnet ud bildet mit ihm und seinem Partnermeridian zusammen einen Funktionskreis.

Im Zeitraum von 24 Stunden durchströmt die Lebenskraft Qi das komplette Meridiansystem. Dabei fließt das Qi für jeweils 2 Stunden pro Tag durch jeden Hauptmeridian. Während dieser Zeit wird der jeweilige Meridian intensiver mit Energie versorgt, als die restlichen Meridiane. Diese zwei Stunden werden auch als Maximalzeit des jeweiligen Meridians genannt. Genau 12 Stunden nach dieser Zeit ist dieser Meridian in seiner Ruhephase. Dieser Rhythmus wiederholt sich täglich, immer zu genau derselben Zeit.

Die Hauptmeridiane verlaufen direkt unter der Hautoberfläche und sind leicht durch Akupunktur oder Akupressur zu stimulieren. Da jeder Hauptmeridian an ein Organ gekoppelt ist, kann man über das Meridiansystem auf das zugeordnete Organ einwirken.

In einem gesunden Körper kann die Lebenskraft Qi ungehindert durch den Körper strömen. Gerät der Körper jedoch aus dem Gleichgewicht, sei es durch innere oder äußere Umstände, kommt es zu Blockaden auf den Meridianen und das Qi kann nicht mehr ungehindert fließen. Es kommt zu einer Schwäche im Funktionskreis und die Folge können sowohl körperliche, als auch seelische Beschwerden sein.

Ziel der traditionellen chinesischen Medizin ist es, solche Störungen des Qi frühzeitig zu erkennen und frühzeitig zu behandeln. Mit Hilfe der Organuhr kann man Disharmonien im Körper leichter erkennen.

Die Organuhr hilft, den Körper besser zu verstehen und Beschwerden besser zu bewerten. Sie gibt Aufschluss darüber, zu welchen Zeiten man ein bestimmtes Organ stärken kann und wann man seine Organe möglichst entlasten sollte. Dabei sollte man zur Stärkung eines Organs möglichst die Maximalzeit nutzen, da das Organ zu dieser Zeit seinen energetischen Höhepunkt hat.

Nicht jeder ist in der Lage, seinen Tag nach der Organuhr auszurichten. Doch wer es sich leisten kann, seinen Tagesablauf frei einzuteilen, der sollte ihn möglichst auf den natürlichen Rhythmus ausrichten und kann dazu die Organuhr als Anhaltspunkt nehmen.