Risikolebensversicherung – Ratgeber & Insidertipps!

Themen auf dieser Seite

  • Formen der Risikolebensvers.
  • Fallende Versicherungssumme
  • Gesundheitsprüfung
  • Testsieger im Überblick
  • Absetzung von der Steuer
  • Vorzeitige Kündigung

Kosten: So berechnet sich der Beitrag für eine Police

Der Beitrag zur Risiko­lebens­versicherung ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Entscheidend sind das Alter, der Gesund­heits­zustand sowie das Gewicht des Kunden, Beruf und Bildungsstand. Für höhere Beiträge sorgen zudem gefährliche Hobbys sowie regel­mäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum. Vor allem Rauchen hat immense Kostenzuschläge zur Folge. So zahlen Raucher bei man­chen Anbietern mehr als doppelt so hohe monatliche Beiträge wie Nicht­raucher (Infos zur Rauchentwöhnung). Da sich die Leistungen der Versicherer kaum unter­scheiden, ist vor allem der Beitragsvergleich lohnenswert. Experten empfehlen, sich Ange­bote ver­schie­dener Versicherer der gleichen Preisklasse einzuholen und sich dann zu entscheiden.

Für wen lohnt die Risikoleben

Eine Risikolebensversicherung wird be­nö­tigt, sofern Angehörige abgesichert werden müssen, die ohne das Einkommen des Versicherten große finanzielle Schwie­rig­keiten erleiden würden. Besonders wichtig für Hauptverdiener und Eltern mit Kindern bzw. Alleinerziehende. In der Regel weniger wichtig für Schüler, Studenten, Azubis so wie Singles ohne Kinder.

Nachteile:

  • Abschluss eines bindenden Vertrages mit Mindestlaufzeiten
  • Geringer Rück­kaufs­wert bei vorzeitiger Kündigung
  • Selten Auszahlung bei Selbstmord
  • Nach Ablauf der Versicherungszeit in der Regel keine Auszahlung

Vorteile:

  • Finanzielle Ab­si­che­rung der Hin­ter­­bliebenen
  • Absicherung der Immobilien­finanzierung
  • Beiträge steuerlich absetzbar
  • Flexible Beiträge und Laufzeiten

Wichtige Formen der Risikoleben auf einen Blick

(Finanztest 04/2013)
 (VBZ NRW)

Info: Teure Extra-Leistungen lohnen kaum

Experten raten davon ab, für die Risikolebensversicherung teure Extras zu vereinbaren. Die versprochenen Boni und Sonderzahlungen würden häufig nur in sehr seltenen Fällen ausgezahlt. Besser sei es, sofort eine höhere Versicherungssumme abzuschließen.

Versicherungsverträge mit fallender Versicherungssumme

Das ersehnte Eigenheim, das erste eigene Auto oder doch die geplante Weltreise – all diese Dinge sind neben großen Wünschen auch mit hohen Kosten in Verbindung zu bringen. So werden beim Kauf oder dem Bau einer Immobilie häufig Kredite vereinbart (Bsp. Online Kredit bei SMAVA). Diese werden in der Regel über Jahrzehnte hinweg getilgt. Verbraucher kommen ihrem Traumobjekt damit ein gutes Stück näher, doch der unerwartete Tod des Hauptverdieners hat infolgedessen oft verheerende Folgen. Viele Experten empfehlen betreffenden Personen daher zusätzlich zum Immobilienkauf eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Eine besonders günstige Variante hierfür ist die Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme. Dabei wird die Versicherungssumme regelmäßig an die Höhe der noch offenen Kreditsumme angepasst. Das Prinzip, je höher die Tilgung, desto weniger Risikoabsicherung wird benötigt, ist für Immobilienkäufer in der Regel günstiger als ein Tarif mit Festbeitrag. Jedoch wird die fallende Variante ausschließlich zur Immobilienabsicherung abgeschlossen. Ist der Kredit getilgt, wird theoretisch eine neue Lebensversicherung notwendig.

Vorsicht bei Kündigung

Bei Risikolebensversicherungen mit fallender Versicherungssumme kann die Kündigungsfrist von den Standards abweichen. Dies gilt insbesondere, sofern die Darlehen und Restschuldversicherung vertraglich miteinander verbunden ist. Eine Kündigung ist dann oft nur möglich, wenn das Darlehen auf einen Schlag per Sondertilgung gezahlt wird oder eine Umschuldung am Ende der Vertragslaufzeit stattfindet. Eine Umschuldung innerhalb der Vertragslaufzeit kostet in der Regel zudem eine hohe Vorfälligkeitsgebühr. Die Kündigungsbedingungen sollten somit ganz genau vor Vertragsabschluss geprüft werden.

Unisex in der Risikolebensversicherung

Anstieg der Beträge für Frauen umSeit Ende 2012 dürfen nur noch Unisex-Tarife angeboten werden. Finanztest hat ermittelt, dass der Beitrag dadurch für Frauen im Schnitt um bis zu 31 Prozent gestiegen ist, während die Unisex-Tarife für Männer in der Risikolebensversicherung nur um 9 Prozent günstiger geworden sind.

Die neuen Unisex-Bedingungen gelten nur für Neuverträge. Alle Optionen, die im Vertrag festgehalten wurden, werden nach den ursprünglichen Bedingungen behandelt. Wurde im Vertrag etwa die Option eingebettet, dass der Kunde nach einer Heirat die Versicherungs­summe erhöhen kann, gilt dies nicht als Neuabschluss. Gleiches gilt für eine automatische Vertragsverlängerung.

Ausnahme: Wurde im Vertrag anfänglich keine Regelung zu Beitragsveränderungen getroffen, kann eine nach­trägliche Anpassung des Tarifs als Neuabschluss gelten.

Gesundheitsprüfung erfolgreich bestehen

Vor Vertragsschluss verlangt der Versicherer in der Regel eine schriftliche Gesund­heits­prüfung. Die Gesundheitsfragen benötigt der Versicherer zur Kalkulation des Erkrankungsrisikos. Bestimmte Lebens­gewohn­heiten oder schwerwiegende Vorerkrankungen können daher zu Risiko­zuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen.

Mögliche Fragen der Gesundheitsprüfung zur Risikolebensversicherung sind:

  • Wie alt sind Sie
  • Wie groß sind Sie
  • Welches Gewicht haben Sie derzeit
  • Welche Hobbys pflegen Sie
  • Rauchen Sie
  • Greifen Sie regelmäßig auf Genussmittel zurück
  • Wann hat Ihr letzter Artztbesuch stattgefunden

Hinzu kommen speziellere Fragen zu zurückliegenden Erkrankungen, wie Ope­ra­tionen oder ein Herzinfarkt. Aber auch der aktuelle Gesundheitszustand wird genauer überprüft. So wird in der Regel abgefragt, ob Krankheiten der Atem­wegs­organe, organische Beschwerden, Diabetes oder Nervenleiden vor­liegen. In manchen Fällen müssen als Nachweis ärztliche Atteste vorgelegt werden.

Ohne Gesundheitsprüfung

Manche Versicherungen bieten die Risiko­lebens­versicherung auch ohne Gesundheitsfragen an. Diese Tarife sind jedoch um einiges teurer als eine Risikolebensversicherung mit anfänglicher Gesundheitsprüfung. Auf Grund der sehr hohen Beiträge sollten solche Tarife daher mit Bedacht ausgewählt werden. Im Regelfall ist sie nur für sehr schwer Erkrankte eine Option. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass viele Versicherungen erst nach einer Wartezeit von 12 bis 36 Monaten im Todesfall zahlen.

Aktuelle Testsieger (Stand 2015)

Anbieter Jahresbeitrag Industriemechaniker Jahresbeitrag Verwaltungsfachangestellter
Europa 192 € 176 €
HUK24 221 €
DLVAG 228 €
Cosmos Direkt 231 € 231 €
My Life 231 € 231 €
Hannoversche (Tarif FT1) 232 € 232 €
WGV (Tarif Basis/R1) 240 € 240 €
Credit Life 257 € 257 €
Hannoversche (Tarif T1N) 278 €
Canada Life 291 €
Cardif 295 € 238 €
WGV (Tarif Optimal/R5) 297€ 240 €
Ergo Direkt 260 €

 

Top 3 10 Jahre Vertragslaufzeit 20 Jahre Vertragslaufzeit 30 Jahre Vertragslaufzeit
Testsieger Deutsche Leben Deutsche Leben Deutsche Leben
Platz 2 Continentale Continentale Continentale
Platz 3 Karlsruher Karlsruher WWK

Quelle: Franke und Bornberg

Risikolebensversicherung umwandeln

Wird die Risiko­lebens­versicherung nicht mehr für den Hinter­bliebenen­schutz benötigt, kann diese in vielen Fällen in den ersten zehn Jahren in eine Kapitallebensversicherung umge­wandelt werden. Bei manchen Tarifen wird der Wechsel bereits von vornerein in die Kosten einkalkuliert. Möglich ist aber auch, dass der Versicherer nachträglich Zuschläge verlangt.

Erbschaftssteuer vermeiden

Die Erbschaftssteuer fällt nur an, sofern der Versicherungs­nehmer und der Bezugsberechtigte nicht identisch sind. Dieses Problem kann umgangen werden, indem bei Vertragsabschluss beispiels­weise die Partnerin die Versicherung für ihren Partner abschließt (sie zahlt somit auch die Beiträge) und im Vertrag als Bezugsberechtigte eingetragen wird.

Beitragsfreistellung

Fehlen vorübergehend die finanziellen Mittel zur Zahlung der Beiträge, muss diese nicht zwangsläufig gekündigt werden. Als Ausweichmöglichkeit können Kunden eine Beitragsfreistellung oder die Herabsetzung der Versicherungsumme vereinbaren. Zu beachten ist jedoch, dass diese Optionen nicht bei jeder Risikoversicherung möglich sind. Prüfen Sie hierfür gründlichen den Versicherungstarif.

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Regelungen zur Absetzung von der Steuer

Steuerart Versteuerung bei Auszahlung Freibetrag
Lohnsteuer Fällt nicht an
Erbschaftssteuer Muss entrichtet werden, sofern der jeweilige Freibetrag überschritten wurde Unverheiratete Paare: 20.000 Euro; Kinder: 400.000 Euro; Verheiratete: 500.000 Euro

In der Steuerklärung werden Beiträge zur Risiko­lebens­versicherung als sogenannte Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Einkommens­steuer­gesetz (EstG)) eingetragen. Somit ist sind die Kosten bis zu einer bestimmten Höchstgrenze steuerlich absetzbar.

Verbundene Lebens­versicherungen

Ehepaare haben, wenn die Summe ausgezahlt wird, einen Freibetrag von 500.000 Euro. Kinder verfügen über einen Freibetrag von 400.000 Euro. Ist das Paar dagegen nicht verheiratet, beträgt der Freibetrag 20.000 Euro. Ist die Summe höher, fällt die Erbschaftssteuer an, sofern der Verstorbene die Lebensversicherung selbst bezahlt hat. Es macht einen Unterschied, wenn der Erbe die Police abgeschlossen hat.

Am praktischen Beispiel: Die Partnerin schließt für ihren Ehemann eine Lebensversicherung ab. Der Versicherte ist demnach der Ehemann, die Versicherungsnehmerin die Frau. Ihr Mann muss vorher allerdings dem Vertrag zustimmen. Dann ist die Summe bei Auszahlung steuerfrei.

Beispiel Verwaltungsfachangestellte

Die folgende Auflistung bezieht sich auf eine verbundene Lebens­versicherung bei 35-jährigen Paaren. Dabei wurde zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterschieden. Die Versicherungs­summe beträgt 250.000 Euro. Der Vertrag läuft bis zum 65. Lebensjahr. Die fünf günstigsten Anbieter sind laut Stiftung Warentest MyLife, Cosmos Direkt, WGV, Hannoversche, Interrisk (ca. 600 Euro bis ca. 700 Euro Jahresbeitrag für Paare / Nichtraucher). Zu den fünf günstigsten Tarifen für Raucher gehören vier Tarife der Interrisk sowie ein Tarif der Cosmos Direkt (ca. 1.270 Euro bis 1.580 Euro Jahresbeitrag).

Regelungen zur vorzeitigen Kündigung

Die Kündigung der Risi­ko­lebensversicherung ist bei Einhaltung der Kündi­gungs­frist in der Regel problemlos möglich. Bei einer vorzeitigen Kündigung oder dem Auslaufen der Vertragslaufzeit wird die vereinbarte Versicherungssumme jedoch nicht ausgeschüttet. Stattdessen wird der sogenannte Rückkaufwert erstattet. Dieser setzt sich aus einem Teil der Versicherungssumme zusammen, von welcher zusätzlich eine Stornogebühr abgezogen wird.

Checkliste: So kündigen Sie richtig

1. Kündigungsfrist beachten: Bei jährlicher Beitragszahlung kann der Vertrag bei einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Jahresende gekündigt werden. Bei monatlicher Zahlung kann die Vertragspflicht auch monatlich aufgelöst werden

2. Vergleich einholen: Holen Sie noch vor der Kündigung Vergleichsangebote ein und warten Sie erst die Vertragsabnahme des gewünschten Anbieters ab. So ist garantiert, dass Sie wirklich eine Police erhalten.

3. Laufzeitbeginn wählen: Wählen Sie den Vertragsbeginn so, dass die neue Versicherung beginnt, wenn der alte Vertrag endet

4. Vertrag kündigen: Kündigen Sie schriftlich und schicken Sie die Kündigung so ab, dass diese noch vor Ablauf der Kündigungsfrist beim Versicherer ankommt. Fordern Sie eine Kündigungsbestätigung an.