Ayurvedische Selbstmassage mit Sesamöl (+ Verlosung)

Seit einiger Zeit kann ich gar nicht genug davon kriegen, mich morgens selbst mit ganz viel warmem Sesamöl zu massieren. Wenn ich schon am Bauch anfange mit den öligen Händen große, langsame Kreise zu massieren, dann schwelge ich nur so dahin, meine Augen wollen sich von alleine schließen und meine Mundwinkel können nicht anders als genüsslich tiefenentspannt wie auf einer Spa-Broschüre zu lächeln.

Mein Selbstlieberitual

Denn in diesen Momenten genieße ich etwas ganz Besonderes: Die volle Aufmerksamkeit von mir selbst. Das hat etwas von Mamas Umarmungen in der Kindheit und für mich ist die ayurvedische Selbstmassage auch eine Art Selbstlieberitual und Hommage an meinen Körper. Zusätzlich senken das warme Öl und die ruhigen Streichbewegungen mein oft aufgedrehtes Vata, stärken meine Stressempfindlichkeit für den bevorstehenden Tag, spenden mir langanhaltende Wärme und reinigen meine Haut sanft von Toxinen.

Verwöhn dich selbst einmal

Ich freue mich, wenn du es auch einmal ausprobierst. Hier verrate ich dir meine bewährtesten Praxistipps:

Vorbereitung:

  1. Kauf dir ein ayurvedisches Massageöl (ohne Aromastoffe), gereiftes Sesamöl oder Kokosöl. Das stellst du dir in dein Bad, am besten etwas Küchenrolle darunter, denn über die Zeit kann die Flasche von außen etwas ölig werden und auf Natursteinplatten hinterlässt es evtl. sogar Ränder.
  2. Leg dir ein großes Badehandtuch bereit, das du nur für deine Ölmassagen benutzt (natürlich kann man es alle paar Tage wechseln).
  3. Schau, dass dein Bad kuschelig warm ist und du ohne zu frieren eine Weile nackt sein kannst.
  4. Wenn du magst, höre dazu entspannende Yogalieder oder Mantras, dass kann die Massage sogar zu einer Art Massage-Meditation werden lassen.
  5. Setz deine Intention darauf, dass du dir eine ayurvedische Ölmassage gibst und keine Tiefenmuskelmassage mit viel Druck und es auch nicht nur ein Öl-Auftragen ist wie z. B. beim Eincremen.

Die Massage:

  • Öl nehmen: Wölbe eine Hand und gieße etwas Öl hinein, das du dann in beiden Händen gut verteilst und dabei etwas erwärmst. Es soll ruhig richtig viel Öl sein, so dass du es kaum halten kannst, ohne dass etwas runter auf dein Handtuch tropft. Während der Massage müssen die Hände leicht über alle Körperteile gleiten können, am besten nimmst du also vor jedem weiteren Körperteil eine neue Ladung Öl in die Hände.
  • Bauch: Es gibt keine Regel dafür, wo man anfangen soll – mein Lieblingsort dafür an meinem Körper ist jedoch eindeutig der Bauch. Lege deine beiden Hände dort „satt“ auf und mache große, langsame, synchrone Kreise. Die langsame Geschwindigkeit ist dabei sehr wichtig, denn sonst wirkt die Massage anregend und man riskiert schnell, nicht aufmerksam bei der Sache zu sein. Jetzt ist Genießen angesagt!
  • Brust, Schulter, Nacken: Sobald du spürst, du magst weiter gehen (das kann an einem Tag nach 30 Sekunden und an einem anderen nach 3 Minuten sein) fahre mit den öligen Händen nach oben, zu deiner Brust und umkreise diese mehrmals, dann streiche über die Schulterblätter, kreise an den Schultern und massiere deinen Nacken. Möglicherweise geht nicht immer alles synchron, schau, wie du es am angenehmsten findest. Aber nimm dir unbedingt ausreichend Zeit für jedes Körperteil.
  • Kopf: Kopf und Gesicht lasse ich meistens aus, da mein Gesicht nicht so gerne Sesamöl hat und das Haarewaschen nach einer Ölsinnflut deutlich länger dauert. Wenn du jedoch die Zeit und Muße hast, z. B. an einem Sonntag, ist die Ölmassage auf dem Kopf mit am beruhigendsten. Du kannst eine Portion Öl von oben auf den Mittelpunkt des Schädels geben und das Öl über den gesamten Kopf verteilen. Greife dir dann mit den öligen Händen unter die Haare und massiere ihn mit langsamen Bewegungen und etwas Druck.
  • Gesicht: Wenn du das Gesicht auch mitmachen möchtest, kannst du dir wahlweise auch Mandel- oder Kokosöl nehmen und es z. B. bevor du zum Rest des Körpers übergehst massieren (wie gesagt, Abfolge nach deiner Wahl). Im Gesicht gibt es so viele verschiedene Bereiche, die es genießen massiert zu werden. Mache langsame synchrone Streichungen auf der Stirn, Kreisbewegungen auf den Schläfen, kreise um die Augen herum, mache großflächige Kreise auf den Wangen, fahre dir ein paar Mal über den Nasenrücken, massiere den Bereich zwischen Nase und Oberlippe indem du mit beiden Zeigefingern von der Mitte aus zu den Mundwinkeln streichst, massiere auch die Kuhle deines Kinns und wandere dann zu den Ohren, die du mit sanften, kreisenden Bewegungen verwöhnen kannst. Als letztes forme Zeige- und Mittelfinger zu einem V, setzt die Zeigefinger hinter den Ohren an und die Mittelfinger davor und streiche so mehrmals hoch und runter.
  • Arme: Dann geht es nun mit einer Hand weiter an den Oberarm vom anderen Arm, den man mindestens 5 mal langsam bis zum Ellenbogen und zurück massiert. Streiche achtsam hoch und runter. Dann streiche weitere 5 mal denselben Oberarm von der anderen Seite und von unten, sodass er von allen Seiten ordentlich massiert wurde. Kreise anschließend ein paarmal um den Ellenbogen und massiere den Unterarm genauso wie den Oberarm, von allen Seiten ein paar Mal.
  • Hände: Bei der Hand kannst du kreativ werden, die Finger in Kreisform massieren, die Zwischenräume einzeln oder alle gemeinsam massieren, die Handinnenfläche und den Handballen mit etwas mehr Druck verwöhnen, die Handgelenke umkreisen und auch die Handoberfläche nicht vergessen. Lass deinen Körper da einfach selbst entscheiden, was dir gut tut. Dann sind der andere Arm und die andere Hand dran.
  • Rücken: Auf dem Rücken kannst du wieder synchrone Kreise ziehen, schau einfach wie weit du an den Bereich dran kommst. Gerade der untere Rücken ist meist erreichbar und extrem dankbar für die liebevolle Unterstützung.
  • Po: Massiere auch schön deine Pobacken mit synchronen Kreisen, von hinten sowie von der Seite.
  • Oberschenkel: Setz dich daraufhin auf das Handtuch. Massiere nun deine beiden Oberschenkel entweder synchron ein paar langsame Striche von oben, der Innenseite, Außenseite und von unten ODER widme dich mit beiden Händen nur einem Oberschenkel und streiche mit beiden Händen mehrmals über alle Bereiche. Finde einfach heraus, was dir am besten gefällt, ich variiere immer zwischen den beiden Varianten, da beide schön sind.
  • Knie: Kreise mehrmals um deine Knie, hier ist es am schönsten beide Hände zu nehmen und sie links und rechts von der Kniescheibe anzulegen. Massiere auch den Bereich direkt unter der Kniescheibe. Manchmal spricht das in unserem Körper am meisten belastete Gelenk zu einem und ruft „mehr, mehr, mehr“. Bleib generell bei jedem Körperteil so lange, wie es sich natürlich anfühlt und gehe erst dann weiter zum nächsten.
  • Unterschenkel: Massiere die Unterschenkel, auch hier synchron oder nacheinander, wie es dir beliebt aber unbedingt von allen Seiten.
  • Füße: Zeig her deine Füßchen! Die Füße haben so viele verschiedene Stellen, dass man sich ihnen richtig lange widmen kann. Unbedingt sollte man die Knöchel mit beiden Händen links und rechts umkreisen, das tut richtig gut. Hinten um die Achillessehne massieren (hoch und runter), dem Fußspann einige Massagestriche widmen (geh da richtig schön mit in die Wölbung des Fußansatzes), in die Zehenzwischenräume gehen, so dass du es an den „Schwimmhäuten“ richtig schön merkst, die Zehen selbst massieren und natürlich die Fußsohle mit all ihren Abschnitten. Meine Füße lieben es besonders, wenn ich mit beiden Händen einen Fuß umfasse und dann große kreisende Bewegungen mit sanftem Druck mache. Das fühlt sich so festgehalten an und tut einfach irrsinnig gut – wenn es schnell gehen soll, dann mache ich an den Füßen einfach nur diese langsamen, satten Kreise, denn sie beruhigen extrem.
  • Ausstreichen: Als letztes streiche von den Füßen an den Beinen hoch über den Bauch, kreuze deine Arme beim Streichen auf Brusthöhe und streiche hoch über die Schultern und die Arme entlang bis zu den Händen und einmal ganz zurück. Das beendet die Massage wunderbar und verbindet alle vorher einzeln massierten Teile wieder bewusst miteinander.

TIPP: Wenn dich das viele Lesen ganz aus dem Genuss bringen könnte, druck dir meine Anleitung gar nicht erst aus, sondern fang einfach an, dein Körper wird dir schon genau sagen wo du wie massieren sollst und welches Körperteil heute eine Portion extra Aufmerksamkeit braucht. Schließe generell gerne immer wieder die Augen und just enjoy, das ist das A und O!

Nach der Massage:

  1. Gerne kannst du das Öl für eine Weile drauf lassen und noch etwas in Shavasana ruhen, Pranayamas üben, meditieren oder sonst etwas im Bad erledigen. Ich zum Beispiel steige an Arbeitstagen nach spätestens 5 Minuten Einwirkzeit in die Dusche – aber es gibt auch Morgende ohne Zeitdruck, an denen ich mir so richtig Zeit nehme und mich sogar manchmal bis zu 25 Minuten massiere sowie eine längere Meditation anhänge. Eine wirklich herrlich nährende Zeit nur für mich selbst! Die von dem ayurvedischen Öl gebundenen Toxine, die aus der Haut abgesondert wurden, sollten aber auf jeden Fall abgeduscht werden.
  2. Wenn du eine morgendliche Eincremerin bist, kannst du das wie üblich nach dem Abtrocknen trotz vorherigem Einölen tun, schau, was dir dein Körper sagt.

Die anregende Alternative

Auch ganz wunderprächtig ist die anregende Garshan-Handschuh-Massage, die super hilft, dass unsere Fettpölsterchen nicht zu lange bei uns zu Besuch bleiben. Garshan-Handschuhe bestehen aus Roh-Seide und sind rau, sodass man sie genial mit schnellen und festen Strichen über den Körper huschen lassen kann. Das weckt auf und regt zudem den Kreislauf an! Wer sich mit Cellulitis plagt, kann sie auch einfach nur lokal einsetzen und den betroffenen Bereich ordentlich durchkneten und -rubbeln.

Die Hilfsmittel

Sesamöl: Wirkt erwärmend, ist also super für Frostbeulen und an kalten Tagen. Zusätzlich wirkt es beruhigend und ist das beste Öl um Vata zu senken, Kapha kann es auch gut nutzen.

Kokosöl: Wirkt kühlend und beruhigt Hautprobleme. Eignet sich genial um Pitta zu besänftigen. Gerne können die Heissblütler sonst auch Olivenöl nehmen.

Garshan Handschuhe: Ideal für Kapha, da es trocken und rau ist.

Buchtipp vom Team des Ayurveda Parkschlösschens: