Stevia Pflanze

Man sollte sich von dem Namen „Honigkraut“ oder „Süßkraut“, den die Stevia auch trägt, nicht täuschen lassen. Denn Stevia schmeckt definitiv nicht nach Honig. Ihr Geschmack wird als leicht bitter und leicht lakritzig beschrieben. Zudem besitzt sie eine enorme Süßkraft, weswegen man lieber etwas sparsam dosieren sollte.

Selbst geerntete Stevia ist nicht mit dem zu vergleichen, was sich im Laden kaufen lässt, da dies noch einmal speziell industriell aufbereitet wird.

Stevia selber anbauen

Die gute Nachricht für alle Hobbygärtner: Die Stevia gedeiht auch in unseren Breitengraden. Möchte man selbst seinen eigenen Süßstoff im Garten ziehen, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man erwirbt eine Jungpflanze im Fachhandel oder man zieht eine aus den Samen. Beide Sorten sind übrigens auch online erhältlich.

Stevia oder Honigkraut kann sowohl als Zimmerpflanze verwendet werden wie auch im Beet, wobei sie im Freiland schöner und üppiger wächst. Allerdings kommt die Pflanze, wie schon erwähnt, aus Südamerika, nämlich aus Paraguay und ist äußerst Wärmeliebend. Frostnächte übersteht sie eher nicht. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie die Stevia gerne draußen anbauen möchten.

Eine Möglichkeit um die Stevia erfolgreich im Garten wachsen zu lassen, ist zum Beispiel die Pflanze ab Juni bis zum Frühherbst nach draußen zu setzen, sie dann auszugraben und drinnen überwintern zu lassen. Sie gedeiht aber, wie gesagt, auch hervorragend als reine Zimmerpflanze.

Übrigens ist nur Stevia rebaudiana in der Lage den gewünschten Süßstoff zu produzieren.

Folgendes sollte beachtet werden, damit die Pflanzen auch schön wachsen und gedeihen können:

  • Der Standort sollte möglichst sonnig, windgeschützt und warm sein
  • Der Topf sollte mindestens zwei Liter Fassungsvermögen haben, da die Stevia leichte Erde bevorzugt. Diese sollte zudem mit Flusssand angereichert sein.
  • Die Stevia mag es in den Sommermonaten gerne feuchter, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass keine Staunässe entsteht, da sonst Wurzelfäule entstehen kann.
  • Optimal ist ein ständiger Wechsel zwischen Feuchtigkeit und Trockenheit. Schließlich ist die Stevia eine subtropische Pflanze
  • Im Winter kann man die Pflanze ruhig ein wenig ruhen lassen, zurückschneiden und mäßig gießen
  • Sie sollte alle zwei bis drei Wochen mit Dünger versorgt werden.
  • Abgestorbene Triebe sollten sofort entfernt werden

Eine Stevia wird bei korrekter Pflege fünf bis sechs Jahre alt. Damit sie auch schön gedeihen kann, sollte die Erde alle zwei Jahre ausgetauscht werden. Stevia sollte ähnlich wie Basilikum geerntet werden, also einfach die Triebspitzen abkneifen oder zupfen. Außerdem wächst die Pflanze so auch schöner.

Die Stevia Pflanze selbst verarbeiten

Die beste Erntezeit ist September, aber natürlich können die Blätter auch zu jeder anderen Zeit abgezupft werden. Allerdings sollte man den älteren Trieben den Vorzug geben: Sie enthalten mehr Steviosoid als die jungen Blätter des Honigkrauts. Verarbeitet werden können sowohl frische als auch die getrockneten Blätter.

Im ganzen süßen sie Kaffe oder Tee, kleingehackt können die frischen Blätter in Pudding oder Salaten ihren Einsatz finden.

Egal ob man sich für getrocknete oder frische Blätter entscheidet, man sollte sie äußerst sparsam verwenden. Eventuell muss man am Anfang ein bisschen rumprobieren, bis man die richtige Dosierung gefunden hat.

Getrocknete Blätter verarbeiten

Viele Besitzer einer Stevia Pflanze bevorzugen es, die geernteten Blätter trocknen zu lassen um sie später zu verarbeiten. Der Grund dafür liegt klar auf der Hand: Getrocknete Blätter haben einfach eine längere Haltbarkeit. Um sie optimal trocknen zu können, sollten die Blätter unter Zuhilfenahme einer Nadel auf einer Schnur aufgefädelt werden und zum trocknen an einem warmen und trockenen Ort aufgehängt werden.

  • Sind die Blätter gut durchgetrocknet, werden sie abgenommen und in einem lichtgeschützten Gefäß aufbewahrt.
  • Bei Bedarf kann man sie dann in einem Mörser zermahlen und zum Süßen nehmen.
  • Achtung! Zermahlene Stevia-Blätter haben eine enorme Süßkraft. Ein Teelöffel hat ungefähr die Süße von zwei Tassen Zucker, um einen ungefähren Richtwert zu nennen.

Süßstoff selbst kochen

Man kann aus den Blättern, egal ob frisch oder getrocknet, auch ganz einfach selbst einen Süßstoff kochen:

  1. Einen halben Liter Wasser in einen Kochtopf geben und zum kochen bringen.
  2. Zwei gute Handvoll kleingeschnittene Stevia-Blätter hineingeben und kurz aufkochen lassen.
  3. Danach die Herdplatte zurückschalten und den Aufguss zehn Minuten beigeschlossenem Deckel köcheln lassen.
  4. Anschließend abkühlen und abseihen. Sind dann immer noch Blattstückchen in dem Sud, kann man diesen durch ein sauberes Mulltuch schütten.
  5. Der selbstgekochte Süßstoff sollte nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahrt und schnellstmöglich aufgebraucht werden.
  • Kleiner Tipp: Die Stevia Blätter am besten im Sommer ernten und trocknen lassen und dann im Winter auskochen.

Stevia und backen

Nicht jeder Kuchen gelingt mit Stevia. Das liegt daran, dass Zucker neben seiner süßenden auch eine konservierende Wirkung hat. Ein Biscuit-Teig wird mit Stevia nicht gelingen.

Ganz hervorragend ist Stevia aber geeignet zum Beispiel für Mürbe- oder Hefeteig. Ganz hervorragend gelingt auch Käsekuchen mit dem natürlichen Süßungsmittel.

Auch Topfencremes oder Pudding eignen sich für die Herstellung mit Stevia. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Stevia eine höhere Süßkraft besitzt als Zucker. Lieber am Anfang etwas weniger dazu geben und gegebenenfalls dann nachsüßen.

Prinzipiell lassen sich alle Rezepte die zum Beispiel auf Aspartam basieren auch mit Stevia zubereiten. Rezepte findet man Online oder in speziellen Backbüchern zum Beispiel für Diabetiker.

Stevia ist eine wirklich hervorragende Alternative zum herkömmlichen Haushaltszucker und lässt sich auch relativ einfach selbst herstellen. Allerdings sollte man darauf achten, dass Stevia nicht zu allem schmeckt.