Yoga & Ayurveda – Teil 1

Wer regelmäßig Yoga übt, stößt sicherlich eines Tages auch auf Ayurveda. Aber was verbindet Yoga und Ayurveda und wie kann man das Wissen des Ayurvedas in seine Yogapraxis einbeziehen?

In dieser 3-teiligen Serie erhaltet Ihr einen ersten Eindruck in die gemeinsame Welt von Yoga und Ayurveda. Die Informationen können Euch zur Orientierung für Eure eigene Yoga-Praxis dienen. Einen Besuch beim Arzt, Heilpraktiker oder Ayurveda-Therapeuten ersetzen sie nicht.

Gemeinsamkeiten von Yoga und Ayurveda

Yoga und Ayurveda haben sich aus der selben indischen Philosophie – den Veden – entwickelt. Während es beim Yoga vor allem um das Ziel der Selbstverwirklichung geht, für das ein gesunder Körper und Geist unabdinglich sind, beschäftigt sich Ayurveda (Ayus = Leben und Veda = Wissen) mit der Gesunderhaltung derselben sowie mit deren Heilung. Ayurveda, die Lehre vom langen Leben, blickt auf eine über 5.000-jährige Tradition zurück und gilt als ältestes Gesundheitssystem der Welt. Sowohl im Yoga als auch im Ayurveda steht der Mensch mit seinem Körper, seinem Geist und seiner Seele sowie seine Beziehung zur Umwelt und Natur im Mittelpunkt.

Die Konstitution

Dem Konzept des Ayurveda liegen die Doshas und die Gunas zugrunde. Die Doshas Vata, Pitta, Kapha sind in allen Formen der Natur, also auch im menschlichen Körper, vorhanden. Je nach Gewichtung der jeweiligen Doshas erklärt sich die individuelle Konstitution. Analog dazu erklären die Gunas (Sattva, Tamas, Raja) die Eigenschaften des Geistes bzw. die feinstofflichen Energien. Durch Maßnahmen wie typgerechte Ernährung und Lebensweise, Massagen und Kräutertherapien soll das sensible System der Doshas und Gunas in Balance gehalten oder wieder hergestellt werden. Wird Yoga der eigenen Konstitution entsprechend ausgeführt, kann er ebenfalls die Balance der Doshas und Gunas herstellen.

Die Gunas

Man geht davon aus, dass in der menschlichen Psyche immer gerade eines der drei Gunas vorherrscht und sich Charakter eines Menschen durch ein oder zwei Gunas auszeichnet. Folgende Übersicht dient zur Orientierung:
Tamas steht für Masse, Schwere und Trägheit. Dominiert in einer Person der tamasische Anteil, gilt er als faul oder träge und stark an weltlichen Dingen verhaftet.
Rajas gibt Energie und zeichnet sich durch Tatendrang, aber auch Unbeständigkeit aus.
Sattva steht für Klarheit und Ausgeglichenheit. Eine Person mit sattvischem Temperament gilt als glücklich und zufrieden. Sie besitzt die Fähigkeit zu vergeben und verfügt über Ausdauer und Geduld.